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Mittwoch, 20. Februar 2019
Ausgabe 6393 | Nr. 51 | 18. Jahrgang
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Horizontale Aussteifung tragender Wände durch Ringbalken

# 26.11.2001

DIN 1053 regelt Anforderungen an Ringbalken. Darstellung der Konstruktion am Beispiel eines zweigeschossigen Wohnhauses

Anforderungen an Ringbalken nach DIN 1053 und Konstruktionsempfehlungen

Bei Decken ohne Scheibenwirkung oder zum Beispiel bei Deckenaussparungen im Bereich tragender Wände ist die horizontale Aussteifung der Wände gemäß DIN 1053 Teil 1 Abschnitt 3.3.1 durch "Ringbalken" (= biegesteife Randbalken) oder statisch gleichwertige Maßnahmen sicherzustellen (z.B. durch horizontale Aussteifungsverbände in Deckenebene).

Die Ringbalken und ihre Anschlüsse an die aussteifenden Wände sind für eine horizontale Belastung von 1/100 der senkrechten Belastung der Wände und gegebenenfalls aus Wind (und weitere evtl. vorhandene Horizontallasten) zu bemessen. Ein Ringbalken muß aber nicht »ringförmig« um das Gebäude angeordnet werden, er braucht grundsätzlich nur bis zu seinen Auflagerpunkten, d. h. nur bis zu den Bauteilen geführt werden, in die die horizontalen Lasten weitergeleitet werden sollen. Die vom Ringbalken aufzunehmenden Kräfte sind im Gebäude - erforderlichenfalls bis zur Gründung - weiterzuverfolgen.

Ringbalken sind möglichst steif auszubilden, damit die Formänderungen gering bleiben und im horizontal auszusteifenden Mauerwerk keine Schäden entstehen. Sie sollen in Abständen von etwa 1,5 bis 2 Metern konstruktiv mit den Mauerwerkswänden verbunden werden. In Anlehnung an DIN 1052 Teil 1 Abschnitt 10.3 wird als größte rechnerische Durchbiegung 1/100 der horizontalen Ringbalkenstützweite, höchstens jedoch 1/300 der Mauerwerks-Geschoßhöhe als zulässig angesehen.

Beispiel: Ringbalken in einem zweigeschossigen Wohnhaus

Abb. 1 - Beispiel Wandaussteifung mit Ringbalken aus Brettschichtholz Abb. 1 - Beispiel Wandaussteifung mit Ringbalken aus Brettschichtholz

Zweigeschossiges Wohnhaus mit:

  • Ringbalken im Bereich einer größeren Deckenaussparung
  • Erdgeschoß mit Mauerwerkswänden und Holzbalkendecke
  • Obergeschoß in Holzfachwerkbauweise
  • ausgebautes Dachgeschoß

Lastannahmen: Vertikallast, Horizontallast, Winddruck

  • Vertikallast aus der OG-Wand maxV = 20,0 kN/m; Winddruck nach DIN 1055 T4 – Wd = Cp * q = +0,8 * 0,50 = 0,40 kN/m²
  • Horizontale Belastung des Ringbalkens: Stabilisierungskraft qs = 1/100 *20,0 = 0,20 kN/m; Winddruck Wd = 0,40 * 2,75 = 1,10 kN/m, qh = 1,30 kN/m

Bemessung und Nachweise für Ringbalkenkonstruktionen

Abb. 2: Bemessung, Nachweise und Durchbiegung Abb. 2: Bemessung, Nachweise und Durchbiegung

Schnittgrößen: max Ah = ½ * 1,30 * 6,00 = 3,90 kN - max Mh = 1/8 * 1,3 * 6,00² = 5,85 kNm; Bemessung, Nachweise und Durchbiegung siehe Abb. 2

Ausführung von Ringbalkenkonstruktionen

Abb. 3: Für die Ausführung einer Ringbalkenkonstruktion gibt es verschiedene Lösungsvarianten. Abb. 3: Für die Ausführung einer Ringbalkenkonstruktion gibt es verschiedene Lösungsvarianten.

Lösungsvarianten siehe Abb. 3

2017-10-26 Holzbau Mauerwerk Decken Aussteifung Holzbalkendecke Brettschichtholz Vollholz Wandarten Wanddicken DIN 1053 tragende Wände Wand Deckenscheiben Deckenschalung Holzwerkstoffe Ausführungsregeln Konstruktionsdetail Ringbalken Ringanker aussteifende tragende Scheibenwirkung Umfassungswände Durchbiegung Statisches System Stützweiten Gebälk Balken Horizontalaussteifung Arbeitsgemeinschaft Holz Düsseldorf Prof. Erich Milbrandt Brettschichtholz Leinholzbinder Holzbau Holzbalkendecke https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/holzbau/horizontale-aussteifung-tragender-waende-durch-ringbalken/237.htm 335 de-DE
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