Fachbeiträge & Interviews
Montag, 20. September 2021
Ausgabe 7336 | Nr. 263 | 21. Jahrgang
Autor: Pressestelle
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Holzforschung e.V. email-weiterempfehlendruckansicht

Kamingesprächs der DGfH, ÖGH, SAH am 31.10. 2003

# 19.12.2003

Stärkung der gesamteuropäischen Integration im Bereich Holzforschung / Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Holzforschung Austria trafen sich die Präsidien der Deutschen, Schweizerischen und Österreichischen Gesellschaften für Holzforschung zu Strategiegesprächen in Wien

Präsidiumsmitglieder der Holzforschungsgesellschaften Deutschland – Österreich – Schweiz bei ihrem Treffen am 31. Oktober 2003 in Wien Präsidiumsmitglieder der Holzforschungsgesellschaften Deutschland – Österreich – Schweiz bei ihrem Treffen am 31. Oktober 2003 in Wien

Der Holzsektor hat in der Europäischen Wirtschaft - aber auch für die Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele (z.B. Kyoto Protokoll) eine zentrale Bedeutung. Die Holzwirtschaft der EU-15 erzielte im Jahr 2000 einen Produktionswert von 163 Milliarden Euro. Die Forschungsaktivitäten sind breit und umfassen z.B. neben der Weiterentwicklung von Holzwerkstoffen, Verarbeitungstechnologien und Holzschutz ebenso die energetische Nutzung sowie den Einsatz von High-Tech-Technologien (Nanotechnologie, Informationstechnologien,..).

Die mit der ERA-Wood Initiative (European Research Area Wood) begonnenen Aktivitäten sollen auf breiter Basis weiter geführt werden – und zwar in Form einer gemeinsamen technologischen Plattform als Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft (KMU/Industrie). Neben den im Holzbereich traditionell stark vertretenen skandinavischen Ländern wollen sich die Mitteleuropäischen Länder und die neuen EU-Mitglieder verstärkt einbringen. Es wurde beschlossen diese Plattform bei der DGfH anzusiedeln. Die Finanzierung wurde von den beteiligten Ländern für die nächsten 12 Monate in Aussicht gestellt.

Ziel dieser Plattform ist die Bündelung der Kräfte und ein Schulterschluss aller Beteiligten innerhalb der Branche und mit benachbarten Branchen. Durch die Vernetzung der Disziplinen sollen besonders auch Entscheidungsträger auf Europäischer Ebene von der Bedeutung und der Innovationskraft des Holzsektors überzeugt werden. Man will sowohl operativ und als auch lobbyistisch tätig werden, insbesondere auch, um verstärkt europäische Forschungsmittel für den Holzsektor verfügbar zu machen. Nach übereinstimmender Meinung der Teilnehmer ist dieser als traditionell geltende Sektor, trotz seiner wirtschaftlichen Bedeutung und der Leistungen in Forschung und Entwicklung in der europäischen Forschungsförderung gegenüber den modernen Forschungsthemen benachteiligt. Dies wurde im Ergebnis der Forschungsausschreibung zum 6. Rahmenprogramm der EU deutlich, bei dem trotz bester wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Vorabbenotungen kein Projekt aus dem forst- und holzwirtschaftlichen Sektor gefördert wird. Mit dieser länderübergreifenden Aktion sollen die Forschungsinitiativen koordiniert, zwischen Wirtschaft und Wissenschaft abgestimmt und strategisch gebündelt an die EU-Kommission herangetragen werden, um diesem Nachteil künftig aktiv entgegenzuwirken.

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