Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 11. April 2021
Ausgabe 7174 | Nr. 101 | 20. Jahrgang
Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Norweger setzten neue Rekordmarke im Holzbau

# 17.03.2006

Die Straßenbrücke über den Fluss Glomma im südnorwegischen Ort Flisa war eine Herausforderung an die Holzleimbauer von Moelven, die sich mit Projekten wie den Olympiabauten in Norwegen und dem Flughafengebäude von Oslo-Gardermoen international einen Namen gemacht haben

Die vorgefertigten Spannwerke wiegen rund 70 Tonnen und wurden mit großen Montagekränen eingehoben, Foto: Moelven A/S Die vorgefertigten Spannwerke wiegen rund 70 Tonnen und wurden mit großen Montagekränen eingehoben, Foto: Moelven A/S

Die Gesamtlänge der Flisa-Brücke beträgt 181,5 Meter und die größte freie Spannweite 71 Meter. Allein die Montage der vorgefertigten Spannwerke, die jeweils rund 70 Tonnen wiegen, war eine Herausforderung. Die leistungsfähigsten Autokräne Nordeuropas mussten dafür nach Flisa geholt werden. Dieser Brückenschlag ist in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Die Straßenbrücke über den Fluss Glomma mit zwei Fahrspuren und einem Fußweg ersetzt eine baufällig gewordene alte Stahlbrücke. Nach den Erfahrungen mit verschiedenen anderen Brückenprojekten in Norwegen, hielt die Straßenbauverwaltung hinsichtlich des Baustoffs und den Kosten eine Holzkonstruktion für die beste Lösung.

Denn einer der großen Vorteile der Holzkonstruktion ist das gute Verhältnis von Gewicht zu Tragfähigkeit. Die neue Brücke konnte so auf die alten Fundamente der Stahlbrücke gebaut werden. Dies sparte Baukosten und hielt die benötigte Bauzeit kurz. Nach dem Baubeginn im Februar 2003 waren Mitte März dann alle Tragwerke aufgebaut.

Die Straßenbrücke der Straße 206 in Flisa über den Fluss Glomma ist über 180 Meter lang, Foto: Moelven A/S Die Straßenbrücke der Straße 206 in Flisa über den Fluss Glomma ist über 180 Meter lang, Foto: Moelven A/S

Kurze Zeit später wurden dann auch der hölzerne Fahrweg und die Leitplanken montiert. Der Fahrbahnunterbau besteht aus der heute üblichen Konstruktion von soliden Bohlen, die mit Stahlbolzen gespannt werden und damit die Stabilität einer massiven Lage bieten. Diese Bohlen bekommen auf der Oberseite einen Fahrbahnbelag aus Asphalt. Für Åge Holmestad, Technischer Direktor beim Generalunternehmer Moelven A/S, ist dieses neue Projekt ein neuer Meilenstein in der Kunst, Brücken aus Holz zu bauen. "Einer der großen Unterschiede zu anderen Brücken, wie z.B. die Tynset-Brücke, besteht darin, dass wir für dieses Projekt eine Brettschichtholz-Konstruktion einsetzten. Für uns bei Moelven ist es ein Erfolg, dass Holzkonstruktionen beim Brückenbau ihren großen Durchbruch erfahren – heute in technischer Hinsicht und auch von den Kosten her mit anderen Baumaterialien konkurrieren können."

Daten und Fakten

Bauherr: Statens Vegvesen (Straßenbauverwaltung) / Baukosten: 16 Mio. norwegische Kronen / Holzkonstruktion: Moelven Limtre AS / Konstruktion: Vertikale Träger in Brettschichtholz in drei Segmenten, zwei Fahrbahnen und ein Fußgängerweg, Nutzung der vorhandenen Fundamente einer alten Stahlbrücke / Gesamtlänge: 181,5 m / Höchste Spannweite: 71,0 m / Fahrbahn: Bohlen mit Spannelementen aus Stahl

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Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
Nordic Timber Council AB
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