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Sonntag, 11. April 2021
Ausgabe 7174 | Nr. 101 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Schwedens Kompetenzzentrum Holz in der Universität Växjö

# 24.07.2006

Zentrum für Forschung und Entwicklung rund ums Holz

Blick auf das "Holz-Institut" an der Universität von Växjö in Südschweden, Foto: Universität Växjö Blick auf das "Holz-Institut" an der Universität von Växjö in Südschweden, Foto: Universität Växjö

Das "Holz-Institut" an der Universität von Växjö bietet in Schweden die bislang größte Konzentration von Fachwissen rund ums Holz. Schon jetzt sind 11 Professoren und 22 Doktoranden an diesem "Holz-Institut" beschäftigt. Diese Dimension von Forschung und Lehre rund ums Holz, ist in Schweden genau so einzigartig wie die Entstehungsgeschichte dieses "Kompetenzzentrums Holz". Während in der Vergangenheit die meisten Mittel für Holzforschung in die Mitte oder den Norden des Landes flossen, wurde mit der Ausweitung der Universität Växjö um den Schwerpunkt Holz ein ganz neuer Weg beschritten.

Bisher wurden rund 80 % der Gelder für Forschung und Entwicklung im Holzbereich für die Forstwirtschaft aufgewendet – und nur ein kleiner Teil für die Weiterentwicklung von Holzprodukten oder für das Suchen neuer Wege in der Vermarktung. Das Programm in Växjö dreht das Verhältnis genau um.

Das Universitätsgebäude in Växjö

Ein Standortvorteil der Hochschule ist die räumliche Nähe zur holzverarbeitenden Industrie in der Region, Foto: Universität Växjö Ein Standortvorteil der Hochschule ist die räumliche Nähe zur holzverarbeitenden Industrie in der Region, Foto: Universität Växjö

Das Universitätsgebäude auf dem Campus von Växjö wird als der bisher größte Holzbau Schwedens bezeichnet. Für die Tragkonstruktion wurde Brettschichtholz verwendet – und unter anderem wurden tragende Deckenelemente aus der Entwicklungsschmiede des Forstkonzerns Södra eingesetzt. Der Werkstoff Holz präsentiert sich hier in trauter Eintracht mit Stahl und Beton. Große Beachtung unter Baufachleuten hat dieses Universitätsgebäude aber nicht nur wegen seiner technischen und gestalterischen Details gefunden. In Schweden als "typischem Waldland" wurde Holz schon lange beim Bau verwendet.

Massive Bauten waren für lange Zeit das Symbol für Stabilität und Dauerhaftigkeit. Deshalb überraschte es nicht, dass auch die Holz- und Forstindustrie ihre Firmenzentralen über Jahrzehnte als Massivbauten erstellte. Aber das hat sich geändert. Immer häufiger fordern Unternehmen heute "Lösungen in Holz", wenn es um die Planung neuer Betriebsgebäude oder Verwaltungsbauten geht. Die Universität Växjö ist wahrscheinlich die erste staatliche Hochschule, die sich für den Baustoff Holz bei der Verwirklichung eines so großen Bauwerks entschieden hat. Das allein dokumentiert schon einen Wandel in der Einstellung zum Baustoff Holz.

Zusammenarbeit Universität-Industrie

In der Umgebung der südschwedischen Stadt Växjö gibt es eine bemerkenswerte Ballung von holzverarbeitenden Betrieben in allen Größenordnungen. Ein klares Ziel der schwedischen Regierung ist es, diesen Industrien Impulse zur Produktentwicklung und Weiterentwicklung zu geben - als Basis für Wirtschaftswachstum und zur Entwicklung des Arbeitsmarktes. Växjö liegt zudem mitten in den Wäldern Südschwedens, wo der Zuwachs an Holz dank des milderen Klimas besonders hoch ist. Die Region gehört zu den wichtigsten Waldgebieten Schwedens.

Die gewünschte Zusammenarbeit von Hochschule und Industrie, spiegelt sich auch in den Bildungsangeboten der Universität wider. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist das "Zentrum für Holz-Design und Holz-Technologie" an der Ingenieurhochschule der Universität Växjö.

Ein Standortvorteil ist dabei die räumliche Nähe der Hochschule zur holzverarbeitenden Industrie in der Region. Die Nähe wird auch die Studiengänge im neuen "Kompetenzzentrum Holz" in Südschweden für neue Studenten noch attraktiver machen.

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