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Dienstag, 07. April 2020
Ausgabe 6805 | Nr. 98 | 19. Jahrgang
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Autor: Pressestelle
Herausgeber: APA – The Engineered Wood Association email-weiterempfehlendruckansicht

Stellenwert vom Holzbau im Bereich der Schulgebäude - Beispiel aus den USA

# 01.07.2002

In den USA haben Architekten und Ingenieure längst die Vorzüge des Einsatzes von Holz im Schulbau erkannt

Hamburg - Im Holzbauland USA ist der Einsatz von Holz im Schulbau eine Selbstverständlichkeit. Zum einen arbeiten die dortigen Architekten natürlich gern mit einem vertrauten Baustoff, der sich in vielen Fällen als flexible und kostengünstige Variante erweist. Zum anderen folgen sie dem Trend, umweltfreundliche Materialien – nämlich einen nachwachsenden Rohstoff – einzusetzen. Darüber hinaus verleiht das Holz, dem an funktionellen Kriterien des Schulbetriebes orientierten Umfeld Wärme und Vertrautheit.

Die architektonischen Ambitionen beim Bau von Schulen haben sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich gewandelt. Galt in den 50iger Jahren noch die Maxime "schnell + billig = massiv", setzen US-amerikanische Architekten heute andere Maßstäbe. Das Lernerlebnis im Umfeld eines qualitativ hochwertig gestalteten Schulgebäudes steht nun eindeutig im Vordergrund und nicht mehr das bloße Beherbergen der Schüler und ihrer Lehrer.

So bestätigt Jonathan Crump, Architekt der Albert Lea High School, dass beim Bau des insgesamt 25 000 m² großen Schulgebäudes bewusst auf Holz gesetzt wurde, um einem "Lagerhallen-Eindruck" entgegen zu wirken. Das Gebäude, in dem die 120 Lehrer den Vor- und Nachmittag gemeinsam mit ihren 1250 Schülern verbringen, wurde zwar in Massivbauweise erstellt, aber der Einsatz von sichtbaren Leimbindern in den Gemeinschaftsräumen wie z. B. Aula und Cafeteria setzt Akzente der Wärme und Behaglichkeit. Generell bestätigt Crump die zunehmende ökologische Sensibilisierung der Architekten, die dazu führt, verstärkt umweltfreundliche Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen einzusetzen.

Dagegen führt Craig Mason (Chefarchitekt der DLR Group, Seattle) vor allem konstruktive, statische Gründe für die Wahl von Holz an. Mit Leimbinderkonstruktionen lassen sich die großen Spannweiten der schultypischen Mehrzweck- und Turnhallen unkompliziert und ästethisch ansprechend verwirklichen. Außerdem, so Mason, sei das gut und schnell zu bearbeitende Holz einfach kostengünstig.

Der Einsatz von Holz beschränkt sich allerdings nicht nur auf Neubauten. Gerade bei Renovierungsprojekten legen die Architekten größten Wert darauf, verdeckte Holzelemente wieder freizulegen, die dann positiv zum Gesamtbild beitragen.

In den USA geht die Entwicklung hin zu kleineren Schulen mit weniger als 800 Schülern. (Gab es 1995 nur 200 "kleine" Schulen, waren es im Jahre 2001 bereits 2000.) Dieser Trend begünstigt die Holzverwendung zusätzlich. Denn handelt es um Schulgebäude bis ca. 5 500 m² Größe, bietet sich kaum eine kostengünstigere Variante zum Holzrahmenbau, so Tom Bates, Architekt von Burr Lawrence Rising + Bates, Tacoma, Washington.

Tatsächlich plädieren 90 % aller US-amerikanischer Eltern, die aktiv in den Entscheidungs- und Planungsprozess von Schulgebäuden eingebunden sind, für die Verwendung von Holz bzw. Holzelementen, um "Wärme" hinzuzufügen. Auch während der Planungsphase für die Albert Lea High School votierte eine Gruppe bestehend aus Eltern, Schülern, Verwaltungs- und Gemeindevertretern für Holz, weil man sich eine deutliche Verbesserung der Raumatmosphäre und einen positiven Beitrag zum persönlichen Wohlbefinden von Schülern und Lehrern versprach.

Dabei haben Interessenvertreter neben den Enstehungs- gerade auch die Folgekosten im Blick. Die Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit der Konstruktion sowie der zuerwartende Pflege- und Wartungsaufwand spielen eine entscheidende Rolle. Schließlich unterliegen Schulen bekanntermaßen einer besonders hohen Beanspruchung und Abnutzung. Holz ist ein Qualitätsprodukt, haltbar, pflegeleicht und ggf. leicht austauschbar, so Tom Bates. Damit bietet es sich schon allein aus Kostengründen an, auf Holz zu setzen.

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