Fachbeiträge & Interviews
Montag, 14. Oktober 2019
Ausgabe 6629 | Nr. 287 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Hausbau: Eigenleistungen für deutsche Bauherren wichtig

# 16.11.2018

Berücksichtigung handwerklicher Tätigkeiten bei Baufinanzierung möglich. Selbstverwirklichung am liebsten im Massivhaus. Bauphase für jeden Zweiten finanzielle Belastung

Mehrheit der Deutschen packt beim Hausbau selbst mit an

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen traut sich beim Hausbau verschiedenste Eigenleistungen für eine günstigere Baufinanzierung zu. Grafik: obs / Interhyp AG Eine deutliche Mehrheit der Deutschen traut sich beim Hausbau verschiedenste Eigenleistungen für eine günstigere Baufinanzierung zu. Grafik: obs / Interhyp AG

Der Hausbau bedeutet für Bauherren Chancen und Risiken zugleich. Grundsätzlich braucht es neben starken Nerven und Geduld auch den Mut und die Fähigkeit zum Anpacken.

Dass die Deutschen sich tatsächlich zu einem Großteil verschiedene Eigenleistungen zum privaten Hausbau zutrauen, belegt eine aktuelle repräsentative Erhebung. Von 1.000 Befragten gaben demnach Dreiviertel an, keine Scheu vor handwerklichen Tätigkeiten zu haben.

Konkret sind es eher einfache Arbeiten, wie das Tapezieren (55%), Teppich oder Laminat legen (46%) oder Abbrucharbeiten (29%), welche der Deutsche gern in die eigene Hand nimmt. Fliesen legen halten 26 Prozent für machbar, Verputzen 23 Prozent und das Einsetzen von Türen oder Fenstern 14 Prozent. Eine Wand zu mauern oder die Elektroinstallation durchzuführen, ist für zwölf Prozent der Befragten realistisch.

Gewährleistungsansprüche entfallen bei Eigenleistungen

Insgesamt zeigen sich Männer bei der handwerklichen Selbsteinschätzung etwas optimistischer als Frauen und jüngere Menschen mehr als Ältere. Jeder Vierte traut sich gar keine Eigenleistung zu.

Laut Mirjam Mohr vom Baufinanzierer Interhyp AG, welcher die Umfrage in Auftrag gab, sind die Risiken von Eigenleistungen nicht zu unterschätzen. Diese lägen in einem hohen Zeitaufwand, einer längeren Bauzeit, einer teilweise unzureichenden fachlichen Qualifikation und dem Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen.

Maximal zehn Prozent Eigenleistung für Hausbau realistisch

Realistisch seien nach Einschätzung der Expertin Eigenleistungen in Höhe von fünf bis zehn Prozent der Finanzierungssumme. "Den Wert der Eigenleistung sollten sich Hobbyhandwerker vom Bauunternehmen oder Architekten bestätigen lassen", rät Mohr.

Ebenso sollte abgeklärt werden, in welcher Höhe Eigenleistungen bei der Baufinanzierung berücksichtigt werden können, da die verschiedenen Darlehensgeber am Markt dies unterschiedlich handhaben.

Selbstverwirklichung und Sicherheit vs. finanzielle und nervliche Belastung

In der Umfrage wurde auch erhoben, was die einzelnen Bauherren am ehesten mit dem Hausbau assoziieren, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. 59 Prozent gaben an, ein "Zuhause schaffen" zu wollen. Für 35 Prozent steht der Hausbau für "Selbstverwirklichung", 31 Prozent sehen darin "Sicherheit".

Jeder Zweite denkt allerdings auch an die "finanzielle Belastung". Bei 34 Prozent der Befragten wird der Hausbau mit "Stress" gleichgesetzt.

Haustyp: Massivhaus vor Passivhaus

Beim Haustyp würden die meisten Deutschen dem klassischen Massivhaus den Vorrang geben (34%), gefolgt vom Fertighaus (25%). Etwas weniger gefragte Haustypen sind demnach ein Architektenhaus (17%) oder ein Passivhaus (13%).

Klare Vorstellungen haben die Deutschen davon, mit wem sie eine Baugemeinschaft gründen würden, um Kosten zu reduzieren. Knapp jeder Zweite (48%) könnte sich eine Baugemeinschaft mit der Familie vorstellen, 29 Prozent mit Freunden. Mit ihnen bislang fremden Menschen ein gemeinsames Haus bauen würden lediglich sieben Prozent.

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