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Montag, 24. September 2018
Ausgabe 6244 | Nr. 267 | 18. Jahrgang
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KfW: Mehr Geld für private Sanierer

# 20.02.2013

Bund will Förderung bis 2020 um jährlich 300 Millionen Euro aufstocken. Energetische Sanierung durch Zuschüsse und Kreditvergünstigungen attraktiver. Ab 1.3.2013 zusätzlich neues KfW-Programm für Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien

Der Umbau von privatem Wohneigentum zur Verbesserung der Energieeffizienz rechnet sich für Hausbesitzer doppelt: Sie erhalten vorab Zuschüsse und sparen hinterher Energiekosten. Grafik: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Der Umbau von privatem Wohneigentum zur Verbesserung der Energieeffizienz rechnet sich für Hausbesitzer doppelt: Sie erhalten vorab Zuschüsse und sparen hinterher Energiekosten. Grafik: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Seit ihrer Gründung 1948 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durch Zuschüsse unter anderem sowohl den öffentlichen wie auch den privaten Haus- und Wohnungsbau. Diese bestehende Förderung will der Bund über das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) weiter verbessern. Bis 2020 sollen dazu jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Speziell das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" soll dadurch noch attraktiver werden. Insbesondere private Eigentümer, die ihr Haus oder ihre Wohnung energetisch sanieren, profitierten künftig von einer Aufstockung der Investitionszuschüsse, heißt es in einer Pressemitteilung. Die verbesserte Zuschussförderung könne ab sofort direkt bei der KfW beantragt werden.

Bundesbauminister Peter Ramsauer spricht von einem "kräftigen Schub für die Energiewende" und einer "starken finanziellen Unterstützung" für Hausbesitzer: "Bis einschließlich 2014 stellen wir hierfür 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bereit. Ab sofort stehen zusätzlich über acht Jahre weitere 300 Millionen Euro jährlich zur Verfügung."

Private Hausbesitzer als Zielgruppe

Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, begründet die Maßnahme mit dem hohen Anteil von 40 Prozent des Gebäudebereichs am Energieverbrauch in Deutschland: "Der Erfolg der Energiewende hängt maßgeblich auch davon ab, inwieweit hier Einsparpotenziale gehoben werden können." Auch Nawrath nennt die privaten Hausbesitzer als Zielgruppe: "Mit der Verbesserung unserer Programme wollen wir die Entscheidung für die Sanierung der eigenen vier Wände leichter machen." Im Detail könne man künftig mit bis zu 18.750 Euro einen deutlich höheren Investitionszuschuss von der KfW erhalten, so Nawrath. Konkret verbessern sich die Investitionszuschüsse wie folgt:

  • Erhöhung der Investitionszuschüsse für Einzelmaßnahmen von 7,5% auf 10% der förderfähigen Kosten, maximaler Zuschussbetrag 5.000 Euro pro Wohneinheit
  • Erhöhung der Investitionszuschüsse für den Standard KfW-Effizienzhaus 70 von 17,5% auf 20% der förderfähigen Kosten, maximaler Zuschussbetrag 15.000 Euro pro Wohneinheit
  • Erhöhung der Investitionszuschüsse für den Standard KfW-Effizienzhaus 55 von 20% auf 25% der förderfähigen Kosten, maximaler Zuschussbetrag 18.750 Euro pro Wohneinheit

Tilgungszuschüsse ebenfalls verbessert

Parallel zu den Verbesserungen bei den Investitionszuschüssen werden auch die Tilgungszuschüsse in der Kreditvariante für die KfW-Effizienzhäuser 70 und 55 (aktueller effektiver Jahreszinssatz 1,00 Prozent) angehoben. Eine Antragstellung soll ab dem 1. März 2013 über die Hausbanken möglich sein. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Erhöhung der Tilgungszuschüsse für den Standard KfW-Effizienzhaus 70 von 10% auf 12,5% des Zusagebetrages, maximal 9.375 Euro je Wohneinheit
  • Erhöhung der Tilgungszuschüsse für den Standard KfW-Effizienzhaus 55 von 12,5% auf 17,5% des Zusagebetrages, maximal 13.125 Euro je Wohneinheit

Neues Programm für Heizungsanlagen

Ab dem 1. März 2013 startet die KfW zudem ein eigenes Kreditprogramm zur Förderung von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Die zinsgünstigen Kredite von bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit können in Kombination mit Investitionszuschüssen aus dem Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch genommen werden. Gefördert werden beispielsweise der Einbau von thermischen Solarkollektoren, Biomasseanlagen oder Wärmepumpen.

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