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Samstag, 25. Juni 2022
Ausgabe 7614 | Nr. 176 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Studie: Eigenheim mit Durchschnittseinkommen immer unrealistischer

# 17.05.2017

Immobilienpreise binnen fünf Jahren rapide angestiegen. Normalverdiener in Ballungszentren mit wenig Chancen auf Wohneigentum. Bundesweit höchste Wertsteigerung in Stuttgart und Hannover

Traum vom Eigenheim schwerer zu realisieren

Die Preise für 100 Quadratmeter Wohneigentum sind in deutschen Ballungsgebieten binnen fünf Jahren teils drastig gestiegen. Foto: Tim Reckmann / Pixelio Die Preise für 100 Quadratmeter Wohneigentum sind in deutschen Ballungsgebieten binnen fünf Jahren teils drastig gestiegen. Foto: Tim Reckmann / Pixelio

Die eigenen vier Wände errichten zu lassen oder zu kaufen ist für viele Menschen in Deutschland ein Lebenstraum. Die Kosten hierfür - besonders in den Ballungszentren - übersteigen jedoch mehr und mehr die Möglichkeiten von Interessenten mit durchschnittlichen Einkommen. Ein Eigenheim wird damit zum Luxus.

Deutlich wird diese Entwicklung im Wohnatlas 2017, einer bundesweiten Studie der Postbank, welcher die aktuellen Preise für Wohneigentum anhand des Jahresverdienstes misst. Demnach müssen in Deutschlands teuerster Stadt München für eine 100-Quadratmeter-Wohnung 21 durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen auf den Tisch gelegt werden. In Hamburg und Berlin werden dafür aktuell mehr als 15 Jahreseinkommen fällig.

Preise für Wohneigentum: Sylt an der Spitze, Harz ganz unten

Noch vor den genannten Großstädten liegt der Landkreis Nordfriesland. Dort müssen im Schnitt mehr als 23 regionale Pro-Kopf-Jahreseinkommen für 100 Quadratmeter Wohnfläche bezahlt werden. In diesem Fall treiben besonders die exklusiven Ferienwohnungen die Preise nach oben, besonders auf Sylt.

Im Vergleich dazu finden sich die günstigsten Immobilien im Landkreis Osterode am Harz: Dort genügen 2,8 regionale Jahreseinkommen für den Kauf einer 100-Quardratmeter-Wohnung. Im Vogtlandkreis 3,1 sowie in Wunsiedel im Fichtelgebirge 3,3 und im thüringischen Kyffhäuserkreis 3,3 sind die Preise ähnlich niedrig. Bei den Städten liegen Zwickau und Goslar mit 3,6 am unteren Ende der Preisskala.

Stuttgart: 53 Prozent Wertsteigerung in fünf Jahren

Die Immobilienpreise steigen in den deutschen Metropolregionen und Städten seit 2012 kontinuierlich. Vielerorts konnten die Einkommen mit dieser Entwicklung nicht mithalten. In keiner Großstadt ist dieser Effekt so stark zu beobachten wie in Stuttgart: Einem Anstieg des verfügbaren Pro-Kopf-Einkommens um inflationsbereinigte 2,5 Prozent zwischen 2012 und 2016 steht dort ein Wachstum der Kaufpreise um satte 53 Prozent gegenüber.

Den zweitstärksten Anstieg bei den Preisen verzeichnet die Region Hannover: Immobilien verteuerten sich hier im gleichen Zeitraum um knapp 44 Prozent, während die Menschen im Schnitt rund zwölf Prozent mehr verdienten. Auf Platz drei beim Kaufpreisanstieg liegt Köln mit rund 40 Prozent bei zwölf Prozent Einkommenszuwachs.

Der Wohnatlas 2017

basiert auf Berechnungen des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI). Er weist Preise für 402 Landkreise und kreisfreie Städte im Bundesgebiet aus.

Dabei wurden die regionalen Immobilienpreise und örtlichen Nettoeinkommen zueinander in Relation gesetzt. Das verfügbare Pro-Kopf-Jahreseinkommen ergibt sich aus der Summe verfügbarer Nettoeinkommen der privaten Haushalte einer Stadt dividiert durch ihre Bevölkerungszahl.

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