Fachbeiträge & Interviews
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Ausgabe 6688 | Nr. 346 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Weiterhin starker Wohnungsbau

# 18.06.2013

Wohnungsbau bleibt Wachstumsmotor des Baugewerbes. 200.000 neue Einheiten für 2013 erwartet. Angebot trotz Steigerung nicht ausreichend für Wohnraumbedarf. Preissteigerungen für Immobilien weiter ungebremst

Gute Bedingungen fürs Bauen

In Deutschland wird weiter stark in neue Immobilien investiert. Über 200.000 neue Wohnungen sollen allein 2013 entstehen. Foto: Kurt Michel / Pixelio In Deutschland wird weiter stark in neue Immobilien investiert. Über 200.000 neue Wohnungen sollen allein 2013 entstehen. Foto: Kurt Michel / Pixelio

Der Wohnungsneubau in Deutschland bleibt auf Expansionskurs. Zu diesem Ergebnis kommt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in einer ihrer jüngsten Meldungen. Laut KfW-Indikator legte der Eigenheimbau im März gegenüber dem Vorjahresmonat um zwei Prozentpunkte zu. Die Neubauquote betrug danach 33,1 Prozent.

Trotz eines leichten Rückgangs am aktuellen Rand (-1,2 Prozent), signalisiert der Indikator einen anhaltenden Aufwärtstrend. Die Experten der KfW führen diesen auf die nach wie vor günstigen Rahmenbedingungen im Bereich des Eigenheimbaus zurück. Niedrige Zinsen, steigende Einkommen, ein robuster Arbeitsmarkt und eine hohe Anlegerpräferenz für Sachwerte bieten ein optimales Umfeld für die Neubautätigkeit. Die Zahl neu gebauter Wohnungen dürfte 2013 daher nach Schätzungen der KfW bei leicht über 200.000 Einheiten liegen.

Steigerung trotz fehlender Konjunkturpakete

Bereits 2012 hat die Neubautätigkeit zugelegt, während die gesamten realen Bauinvestitionen gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent sanken. Der Rückgang beschränkte sich allerdings auf den Nichtwohnungsbau, der um fast fünf Prozent gegenüber 2011 verlor. Wesentliche Ursache hierfür war der deutliche Rückgang der öffentlichen Bauinvestitionen nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete. Im Gegensatz dazu stiegen die Wohnungsbauinvestitionen insgesamt im letzten Jahr real um knapp einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.

"Auch im Jahr 2013 wird der Wohnungsbau insgesamt und damit auch der Neubau der Wachstumsmotor des Baugewerbes bleiben", sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. "Wir bleiben daher bei unserer Einschätzung und gehen für das Gesamtjahr 2013 auch weiterhin von einem Anstieg der Wohnungsneubauten auf bis zu 204.000 Einheiten aus."

Wohnungsnot und Preisanstieg bleiben

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung mahnt Zeuner zu mehr Weitsicht bezüglich der derzeitigen Wohnungsbauplanungen von Politik und Wirtschaft: "Um den zukünftig benötigten Bedarf an Wohnraum in Ballungsräumen zu decken, müssten noch mehr Wohnungen pro Jahr neu gebaut bzw. fertig gestellt werden." Die Tendenz zu kleineren Haushalten, steigende Haushaltszahlen und eine zunehmende Wohnfläche pro Haushalt verursachten neben der Zuwanderung in die Städte einen wachsenden Wohnraumbedarf.

Zeuner macht auf einen weiteren bestehenden Trend aufmerksam: "Das aktuelle Neubauniveau ist auch nicht ausreichend, um den Preisanstieg für Wohnimmobilien gerade in Ballungsgebieten abzudämpfen."

Der KfW-Indikator Eigenheimbau

ist als Anzahl der Neubauten im Verhältnis zur Anzahl aller im jeweiligen Bezugsmonat geförderten Eigenheimprojekte definiert. Er wird als Prozentgröße ausgewiesen. Kurzfristige Ausschläge werden anhand gleitender Dreimonatsdurchschnitte geglättet. Wegen ausgeprägter saisonaler Schwankungen der so abgegrenzten "Neubauquote" sollten Rückschlüsse auf die Wohnungsneubaukonjunktur nur aus der saisonbereinigten Zeitreihe gezogen werden.

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