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Mittwoch, 12. Mai 2021
Ausgabe 7205 | Nr. 132 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Wohnungsbau: 2015 erneute Steigerung

# 04.05.2016

Nach 15 Jahren erstmals wieder über 300.000 Baugenehmigungen. Vorstädte und ländlicher Raum mit zehn Prozent Zuwachs. Niveau in Großstädten teilweise stark gesunken

Auf dem Land wird mehr gebaut

Seit 2009 ist die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen stetig angestiegen. Grafik: BBSR Seit 2009 ist die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen stetig angestiegen. Grafik: BBSR

Im Jahr 2015 wurden bundesweit 309.000 Baugenehmigungen erteilt. Der Wert liegt damit um 8,4 Prozent oder knapp 24.000 Wohnungen höher als für das Jahr 2014. Die im Jahr 2009 begonnene positive Gesamtentwicklung setzte sich somit auch im Jahr 2015 fort. Erstmals seit dem Jahr 2000 wurde die Marke von 300.000 genehmigten Wohnungen überschritten.

99.000 der genehmigten Wohnungen, also rund ein Drittel, entfielen auf die kreisfreien Großstädte. Damit blieb die Zahl der Baugenehmigungen in den Großstädten auf dem Niveau des Vorjahres. Auch in fünf der sieben größten deutschen Städte ließ die Dynamik nach. Im Umland und in den ländlichen Kreisen gab es dagegen deutliche Steigerungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Die Wissenschaftler werteten auf Basis der amtlichen Statistik die Baugenehmigungszahlen für alle Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland aus. "Das erreichte Baugenehmigungsniveau in den Großstädten ist zwar sehr beachtlich. Angesichts der hohen Preise in den Kernstädten suchen sich aber immer mehr Bauherren bezahlbarere Alternativen im Umland", sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann.

Forscher raten Großstädten zu günstigeren Bauflächen

Bei den sieben größten deutschen Städten hat Berlin in Sachen Wohnungsgenehmigungen klar die Nase vorn. Grafik: BBSR Bei den sieben größten deutschen Städten hat Berlin in Sachen Wohnungsgenehmigungen klar die Nase vorn. Grafik: BBSR

Sowohl in den großstadtnahen Kreisen als auch in ländlichen Kreisen verzeichneten die Wissenschaftler im Vergleich zum Vorjahr Zuwächse von durchschnittlich zehn Prozent. "Eine entscheidende Stellschraube für die Großstädte ist es daher, Wohnbauflächen zu vertretbaren Preisen zu aktivieren", betont Herrmann.

In den sieben größten deutschen Städten ("Big Seven") Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf wurden in 2015 knapp 51.000 neue Wohnungen genehmigt, das waren drei Prozent weniger als noch 2014 (52.500). Bei genauerer Analyse zeigen sich in den "Big Seven" jedoch unterschiedliche Trends.

Berlin wächst weiter, Hamburg fällt zurück

Berlin verzeichnete mit der Genehmigung von 22.300 neuen Wohnungen gegenüber dem Vorjahr einen großen Zuwachs um 16 Prozent (2014: 19.200). Bis auf Stuttgart (+ 6%) verloren alle anderen Metropolen jedoch, besonders stark Düsseldorf (-53%) und Hamburg (-21%).

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

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