Fachbeiträge & Interviews
Montag, 09. Dezember 2019
Ausgabe 6685 | Nr. 343 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Wohnungsbau auf Kurs

# 18.04.2013

Deutschland 2013 im europäischen Mittelfeld. Direkte Nachbarn bauen meist mehr. Bis 2015 weiterer Anstieg der Fertigstellungen um 15 Prozent prognostiziert

Für 2013 prognostiziert Euroconstruct 2,5 neu gebaute Wohnungen auf 1.000 Einwohner in Deutschland. Das Land rückt damit im Vergleich zu 2010 um neun Plätze vor. Grafik: LBS Für 2013 prognostiziert Euroconstruct 2,5 neu gebaute Wohnungen auf 1.000 Einwohner in Deutschland. Das Land rückt damit im Vergleich zu 2010 um neun Plätze vor. Grafik: LBS

Die Landesbausparkassen (LBS) geben sich vorsichtig optimistisch: Der Wohnungsbau in Deutschland ist auf Normalisierungskurs. So lagen 2012 die Baugenehmigungen um ein Drittel höher als drei Jahre zuvor. Dass dies jedoch keine belastbaren Anzeichen für einen Boom sind, macht nach Auskunft von LBS Research der europäische Vergleich deutlich. Nach Angaben des Forschungnetzwerks Euroconstruct verbessert sich die Bauintensität hierzulande in diesem Jahr mit gerade einmal 2,5 fertig gestellten neuen Wohnungen auf 1.000 Einwohner unter den insgesamt 19 miteinander verglichenen Ländern nur auf den zehnten Platz (vgl. Grafik).

Polen und Österreicher bauen mehr als Deutsche
Wie die LBS-Experten hervorheben, zeigt die Übersicht der an Euroconstruct beteiligten Institute - in Deutschland das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München - unverändert, dass in fast allen unmittelbaren Nachbarländern bezogen auf die Bevölkerungszahl deutlich mehr gebaut wird. So liegt zum Beispiel die Wohnungsbauintensität in Polen und Belgien 60 Prozent, in den Niederlanden immerhin 20 Prozent höher als hierzulande. Fast das Doppelte wird in Österreich gebaut, in Frankreich und beim europäischen Mit-Spitzenreiter Schweiz noch mehr. Lediglich in Tschechien verläuft der Wohnungsneubau 2013 auf deutschem Niveau, in Dänemark ist er etwas schwächer. Die Tatsache, dass es sich bei unseren Nachbarn vielfach um Märkte mit vergleichbaren Ausgangsbedingungen wie in Deutschland handelt, macht laut LBS Research deutlich, dass drei Wohnungen pro Tausend Einwohner und mehr in der Mitte Europas durchaus als "normal" anzusehen sind.

Krise bremst frühere Boom-Länder

Auch der Wohnungsbau in den europäischen Ländern reagiert nach Auskunft der LBS-Experten auf die aktuellen Finanz- und Staatsschuldenkrisen mit ihren gesamtwirtschaftlichen Folgewirkungen. So sind die früheren Wohnungsbau-Boom-Länder Irland und Spanien längst am Tabellenende angekommen. Weitere südeuropäische Staaten leiden, wie auch einzelne mitteleuropäische Transformationsländer, unter einem schwachen Neubau, während Skandinavien sowohl im oberen als auch im unteren Tabellenfeld vertreten ist.

2015 über 200.000 neue Wohnungen möglich

Einem Blick in die Zukunft bis zum Jahr 2015 zufolge dürften die Neubauzahlen hierzulande nach LBS-Recherchen um rund 15 Prozent weiter ansteigen, was eine Marke von 3,0 fertig gestellte Wohnungen auf 1.000 Einwohner entspräche. Nach etlichen Jahren unter der 200.000er Grenze bedeutete dies laut ifo Institut dann insgesamt 265.000 neue Wohnungen.

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