Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Wohnungsmarkt: Leichte Entspannung bei Neumieten

# 16.09.2019

2019 bis Juni geringerer Preisanstieg als im Vorjahr. Durchschnittlich 11,65 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen in Großstädten. Höchste Teuerungsrate in Freiburg im Breisgau

Wohnungsmieten in Deutschland steigen langsamer

Die Darstellung zeigt die Höhe der Nettokaltmieten in Deutschland im 1. Halbjahr 2019 an. Grafik: BBSR Die Darstellung zeigt die Höhe der Nettokaltmieten in Deutschland im 1. Halbjahr 2019 an. Grafik: BBSR

Die Situation am gesamtdeutschen Wohnungsmarkt scheint sich zu entspannen.

Im ersten Halbjahr 2019 stiegen die Mieten inserierter Wohnungen laut Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) deutschlandweit zwar immer noch um 4,4 Prozent (auf 8,70 €/m² nettokalt). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (+5,4%) verringerte sich der Preisanstieg jedoch leicht.

In den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sind die Erst- und Wiedervermietungsmieten in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Miete für eine inserierte Wohnung lag hier bei 11,65 Euro pro Quadratmeter.

Spitzenreiter bei den Angebotsmieten bleibt München. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden Wohnungen für durchschnittlich 18,20 Euro pro Quadratmeter angeboten. Dies entspricht, gemessen am Vorjahreszeitraum, einem Plus von 3,7 Prozent.

Preisanstieg in Hamburg und München deutlich geringer

Hinter München liegen im Ranking der höchsten durchschnittlichen Angebotsmieten folgende Städte:

  • Frankfurt am Main (14,21 €, +5,2%)
  • Stuttgart (13,87 €, +5,0%)
  • Freiburg (12,90 €, +7,1%)
  • Heidelberg (12,26 €, +6,8%)
  • Hamburg (12,17 €, +3,8%)

In fünf der sieben größten deutschen Städte verlangsamte sich der Anstieg, dabei besonders deutlich in München und Hamburg.

Berliner Umland bietet Durchschnittsmieten

In Großstädten unter 500.000 Einwohnern legten die Angebotsmieten durchschnittlich um 3,6 Prozent zu. In den städtischen Kreisen – zumeist Umlandkreise der Großstädte – stiegen die Mieten inserierter Wohnungen im Schnitt um 4,5 Prozent, in den ländlichen Kreisen um 3,9 Prozent.

In den Metropolregionen München, Stuttgart und Frankfurt/Rhein-Main sind die Mieten nicht nur entlang der angrenzenden Landkreise überdurchschnittlich hoch, sondern auch im weiteren Umland. In den Metropolräumen Düsseldorf/Köln/Bonn und Berlin zahlen Mieter dagegen nur im engeren Umland mehr als im bundesweiten Durchschnitt.

Wohnungen für unter fünf Euro pro Quadratmeter abseits der Ballungsräume

Seit 2004 sind die Angebotsmieten vor allem in den Großstädten (über 500.000 Einwohner, blaue Linie) stark gestiegen. Grafik: BBSR Seit 2004 sind die Angebotsmieten vor allem in den Großstädten (über 500.000 Einwohner, blaue Linie) stark gestiegen. Grafik: BBSR

Abseits der Ballungsräume wurden in Landkreisen wie Wunsiedel (Bayern), Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), Görlitz (Sachsen), dem Vogtlandkreis (Sachsen) oder Holzminden (Niedersachen) Wohnungen im Schnitt für unter 5,00 Euro pro Quadratmeter angeboten.

In 48 der 401 Stadt- und Landkreise liegen die Angebotsmieten inzwischen durchschnittlich über zehn Euro pro Quadratmeter. In 99 Stadt- und Landkreisen betragen sie dagegen weniger als 6,00 Euro pro Quadratmeter.

Preise aus Bestandsmietverträgen nicht berücksichtigt

Die vom BBSR ausgewerteten Angebotsmieten basieren auf Inseraten aus Immobilienplattformen und Internet-Angeboten von Tageszeitungen für Erst- und Wiedervermietungen von Wohnungen.

Bei den berechneten Mietwerten handelt es sich um Nettokaltmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte Wohnungen zwischen 40 und 130 Quadratmeter. Mieten aus bestehenden Mietverträgen werden mit dieser Quelle nicht dargestellt.

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