Fachbeiträge & Interviews
Monday, 15. August 2022
Ausgabe 7665 | Nr. 227 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Innenstadtförderung: Wo 250 Millionen Euro bis 2025 verbaut werden

# 19.07.2022

Programm des Bundesbauministeriums hilft vor allem ländlichen Kommunen. Interaktive Online-Karte stellt Einzelprojekte vor. Bayern investiert mit eigenem Programm in Städte, Märkte und Gemeinden

Einzelhandel in Innenstädten leidet unter Online-Konkurrenz

Bis 2025 fördert der Bund 238 Bauvorhaben und sonstige Projekte zur Attraktivitätssteigerung in deutschen Innenstädten mit 250 Millionen Euro. Grafik: IfL Bis 2025 fördert der Bund 238 Bauvorhaben und sonstige Projekte zur Attraktivitätssteigerung in deutschen Innenstädten mit 250 Millionen Euro. Grafik: IfL

Bundesweit leiden der Einzelhandel und mit ihm viele Innenstädte unter Abwanderungstendenzen und die Online-Konkurrenz. Das Bundesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" bietet den betroffenen Kommunen Hilfe an. Es wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) umgesetzt.

Bis 2025 stehen insgesamt 250 Millionen Euro für funktionale, städtebauliche und immobilienwirtschaftliche Anpassungen in Innenstädten sowie Stadt- und Ortsteilzentren zur Verfügung. Ursprünglich waren nur zehn Prozent der Fördersumme vorgesehen. Im "Nationalatlas aktuell" des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) veröffentlichte Karten zeigen, wie die deutschlandweit 238 bewilligten Vorhaben räumlich verteilt sind.

Bayern fördert eigene Kommunen mit 100 Millionen Euro

Begünstigt werden insgesamt 80 ländliche Gemeinden und Kleinstädte, 112 Mittelstädte und 42 Großstädte. Etliche Landeshauptstädte erhalten dagegen keine Förderung oder sind mit relativ geringen finanziellen Zuwendungen je Einwohner dabei.

Das Land Bayern ist am Bundesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" mit vergleichsweise wenigen Projekten beteiligt. Dort wurden durch ein eigenes Landesprogramm zuletzt 100 Millionen Euro zur Stärkung und Attraktivitätssteigerung von 279 Städten, Märkten und Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Leerstand in den Innenstädten bundesweit ein Hauptthema

Aus den Steckbriefen und Projekttiteln im Nationalatlas ergibt sich, dass in über hundert Vorhaben die Problematik des Leerstandes thematisiert wird. Die Autoren des Atlasses bewerten die Krise der Innenstädte auch als Chance.

So könnten oft monofunktionale und "gesichtslose Einkaufszonen" neue Identitäten erhalten und zu Orten der Begegnung umgestaltet werden. Das Bundesprogramm mit seinem Schwerpunkt auf sozialen und kulturellen Funktionen könne hier Anstöße zum Umdenken geben.

Das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL)

ist das einzige außeruniversitäre Forschungsinstitut für Geographie in Deutschland. Es veröffentlicht regelmäßig Kartenbeiträge zu Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik, Gesundheit und Umwelt.

Alle Karten, Diagramme und Fotos sind dort online verfügbar und stehen zusätzlich als PDF-Dokumente zum Download bereit. Auf Wunsch werden die Materialien in Druckqualität zur Verfügung gestellt.

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