Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 22. September 2021
Ausgabe 7338 | Nr. 265 | 21. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Baustofftechnologie: Strabag betreibt größtes privates Forschungslabor in Europa

# 07.07.2021

Straßenbauunternehmen beschäftigt 1.000-köpfiges Entwicklerteam. DIBt erteilt Zulassung für neues Walzasphalt-Produkt. Auftragsrekord im Verkehrswegebau bringt Konzern an Kapazitätsgrenzen

Eigene Forschung und Entwicklung für Bauunternehmen wertvoll

Mit einem neuen Walzasphalt für Siloanlagen erweitert die Strabag SE ihr Angebot an selbstentwickelten Baustoffprodukten. Foto: TPA GmbH Mit einem neuen Walzasphalt für Siloanlagen erweitert die Strabag SE ihr Angebot an selbstentwickelten Baustoffprodukten. Foto: TPA GmbH

Wer als Bauunternehmen kontinuierlich wachsen und langfristig Gewinn erwirtschaften will, sollte über große Kenntnisse in der Baustofftechnologie verfügen.

Besser noch ist es freilich, eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung betreiben zu können. Zur direkten Anwendung selbstentwickelter Bauprodukte und -verfahren kommt hierbei auch die Möglichkeit, die eigenen Patentlösungen gewinnbringend zu vermarkten.

Als eines der größten Bauunternehmen im deutschen Raum nennt die Strabag SE mit der TPA Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovation (TPA) mehr als eine bloße Forschungsabteilung ihr eigen. Vielmehr ist die Einrichtung mit nahezu 1.000 Mitarbeitern an über 130 Standorten in 15 europäischen Ländern eine der größten privaten Laborgesellschaften des Kontinents.

Strabag-Forscher entwickeln Deckschicht für JGS- und Biogasanlagen

Im Konzernverbund der Strabag wird die TPA als "baustofftechnologisches Kompetenzzentrum für Asphalt, Beton, Erdbau, Geotechnik und Umwelttechnik" bezeichnet. Eine der neusten Erfindungen des Hauses ist das "DAsphalt® Silo". Es handelt sich dabei um eine Dichtschicht aus Walzasphalt, bestehend aus einem hohlraumarmen Asphaltbeton für Asphaltdeckschichten.

Laut Hersteller kann das Produkt in Lager- und Abfüllanlagen von Jauche-, Gülle- und Silagesickersaftanlagen (JGS-Anlagen) sowie in Biogasanlagen eingesetzt werden. Möglich sei die Verwendung unter anderem in Fahrsiloanlagen oder Festmistplatten als Bestandteil einer tragfähigen Flächenbefestigung.

Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) hat die Neuentwicklung bereits zugelassen. Grundlage dafür war die bundeseinheitliche Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) sowie die Technische Regel wassergefährdender Stoffe (TRwS) 792. Letztere regelt die Anforderungen an die Herstellung und Instandhaltung von Dichtflächen in JGS- und Biogasanlagen.

Verkehrswegebau: Rekordaufträge bringen Strabag AG an Leistungsgrenze

Die Entwicklung von Spezialprodukten für einen verhältnismäßig kleinen Markt bleibt für Strabag ein nebensächliches Geschäftsfeld. Die Kernsparte bleibt der Verkehrswegebau, wobei dieser 2020 für die deutsche Strabag AG Rekordmarken bei Auftragsbestand und Bauleistung sorgte.

Trotz einer spürbar rückläufigen Ausschreibungsaktivität der öffentlichen Hand verzeichnete das Kölner Unternehmen ein kräftiges Orderplus von zwölf Prozent. Bei einer Bauleistung von rund 3,1 Milliarden Euro stieß man an seine Grenzen, alle Kapazitäten seien laut Strabag ausgelastet gewesen.

Die Aufstockung des Personals hielt mit dem gesteigerten Auftragsvolumen nicht im gleichen Maße Schritt. Zum Jahresultimo 2020 arbeiteten 13.546 Menschen im Segment Verkehrswegebau der Strabag AG und damit lediglich 366 bzw. 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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