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Mittwoch, 26. September 2018
Ausgabe 6246 | Nr. 269 | 18. Jahrgang
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Baugewerbe mit 2017 sehr zufrieden

# 09.03.2018

Branche mit sechs Prozent Umsatzsteigerung im Gesamtjahr. 30.000 neue Arbeitsplätze mehrheitlich mit Ausländern besetzt. Beste Aussichten für 2018 aufgrund von Auftragsboom im Dezember

Starke Neubautätigkeit kommt vor allem größeren Bauunternehmen zugute

Die Bauwirtschaft konnte sich 2017 über ein ordentliches Umsatzwachstum von sechs Prozent freuen. Grafik: HDB Die Bauwirtschaft konnte sich 2017 über ein ordentliches Umsatzwachstum von sechs Prozent freuen. Grafik: HDB

Der Bauwirtschaft ging es 2017 besonders gut. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie präsentierte ein äußerst positives Jahresergebnis, welches sogar noch die Verbandsprognose übertraf.

Ursprünglich war man von einem Umsatzplus in Höhe von nominal fünf Prozent ausgegangen. Am Ende wurden es sechs Prozent (real: + 2,7 %). Die Branche erwirtschaftete insgesamt einen baugewerblichen Umsatz von 114 Milliarden Euro.

Besonders gut kamen dabei die größeren Baubetriebe (20 und mehr Beschäftigte) weg: Sie meldeten ein Umsatzplus von satten 8,5 Prozent (real: + 5,1 %).

Diese Tatsache begründet der Hauptverband damit, dass der Konjunkturaufschwung vor allem vom Neubau getragen werde, kleinere Unternehmen aber eher bei Baumaßnahmen im Bestand gefragt seien.

Nach 15 Jahren erstmals wieder über 800.000 Beschäftigte am Bau

Zudem würden personelle Kapazitätsengpässe kleinere Betriebe stärker treffen als die Großen. Letztere hätten unter anderem eher die Möglichkeit, ihren zusätzlichen Personalbedarf durch die Anwerbung ausländischer Fachkräfte zu decken.

Mit dem Umsatz stieg die Zahl der am Bau Beschäftigten deutlich. Dabei wurden 2017 gegenüber dem Vorjahr ein Prozent mehr deutsche und 16 Prozent mehr ausländische Arbeitskräfte registriert. Insgesamt stockten die Betriebe ihren Personalbestand um 30.000 bzw. vier Prozent auf 812.000 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt auf.

Damit hat die Branche erstmals seit 2003 wieder mehr als 800.000 Beschäftigte. Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2009 wurden mehr als 100.000 neue Stellen geschaffen.

2017 mehr Investitionen in Wohnungen, Gewerbe und öffentliche Infrastruktur

Der Wohnungsbau war 2017 abermals die stärkste Stütze der Baukonjunktur. Der Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten legte hier um 11,6 Prozent zu. Die Bausparte habe erneut vor allem von den niedrigen Zinsen und dem wachsenden Bedarf an Mietwohnungen in den Ballungszentren profitiert, so die Vertreter der Bauindustrie.

Der Wirtschaftsbau hat das Baujahr 2017 ebenfalls positiv abgeschlossen. Der Umsatz der größeren Betriebe (20 und mehr Beschäftigte) lag um 8,4 Prozent über dem Niveau von 2016, der Auftragseingang um 6,9 Prozent. Die Branche profitierte in diesem Sektor zum einen von den zusätzlichen Bundesmitteln für die Bahn und zum anderen von der gestiegenen Investitionstätigkeit der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes.

Der Öffentliche Bau hat die Erwartungen des Hauptverbandes übertroffen. Der Umsatz der größeren Betriebe lag 2017 um 6,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dies sei auch auf die zusätzlichen Bundesmittel aus dem Investitionshochlaufprogramm zurückzuführen. Entsprechend stark legte der Straßenbau mit einem Umsatzplus von 7,7 Prozent zu.

Gute Auftragslage gibt Anlass zu Wachstumsprognose für 2018

In allen Bausparten betrug der Anstieg der Auftragseingänge 2017 mindestens fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Grafik: HDB In allen Bausparten betrug der Anstieg der Auftragseingänge 2017 mindestens fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Grafik: HDB

Für das laufende Jahr rechnet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mit einer Fortsetzung der guten Konjunktur. Grund dafür war und ist die gute Auftragslage. Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten hätten für 2017 einen Zuwachs ihres Auftragseingangs von nominal 6,6 Prozent gemeldet, die größeren im öffentlichen Bau tätigen Betriebe sogar einen Anstieg um 7,2 Prozent.

Im Dezember legte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt um 24,3 Prozent zu, im Wohnungsbau um ganze 39,8 Prozent (5,0 % im Gesamtjahr 2017).

Die Auftragszuwächse im Wohnungsbau sind erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es von Januar bis November 2017 einen Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen von minus sechs Prozent gab.

Diesen führt der HDB lediglich auf das mittlerweile erreichte hohe Niveau (2016: + 19 %) und auf Baulandengpässe in den Ballungszentren zurück, die insbesondere den Ein- und Zweifamilienhausbau bremsen. Der Genehmigungsüberhang von etwa 400.000 Wohnungen werde die Produktion noch einige Zeit tragen, sind die Verbandsverantwortlichen zuversichtlich.

Bauunternehmen wollen einstellen und investieren

Um die Aufträge auch in Zukunft zeitnah abarbeiten zu können, planen die Unternehmen 2018 zusätzliches Personal einzustellen und ihre Investitionen zu erhöhen. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Demnach machte jedes fünfte bzw. vierte Unternehmen entsprechende Angaben, im Wirtschaftsbaubereich sogar jedes dritte. Für den Hauptverband spricht alles dafür, dass die anfängliche Umsatzprognose für 2018 von plus vier Prozent übertroffen wird.

Bauindustrie Hauptverband Deutschen HDB Baujahr Bauunternehmen Wohnungsbau Wirtschaftsbau Öffentlicher Bau Infrastruktur Straßenbau Industriebau Neubau Sanierung Modernisierung Bestandsbauten Prognose Auftragseingang Umsatzsteigerung Baukonjunktur Bauboom Konjunktur Bauindustrie https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/konjunktur/baugewerbe-mit-2017-sehr-zufrieden/3020.htm 639 de-DE
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