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Montag, 19. August 2019
Ausgabe 6573 | Nr. 231 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Baujahr 2017 soll ein gutes werden

# 17.01.2017

Große Zuversicht innerhalb der Branche zu Jahresbeginn. Spitzenverbände rechnen mit fünf Prozent Umsatzwachstum über alle Sparten hinweg. Umfrage unter Bauingenieuren bestätigt anhaltende Hochkonjunktur eindrucksvoll

Ausgezeichnete Aussichten am Bau

Die Baubranche blickt äußerst optimistisch ins neue Jahr. Die Experten rechnen mit einem Umsatzplus von 5 Prozent. Foto: Bernd Sterzl / Pixelio Die Baubranche blickt äußerst optimistisch ins neue Jahr. Die Experten rechnen mit einem Umsatzplus von 5 Prozent. Foto: Bernd Sterzl / Pixelio

Mit ungetrübter Zuversicht blicken die Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft auf das neue Baujahr. "Wir rechnen mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent", erklärten die Präsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, und des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Hans-Hartwig Loewenstein, unisono.

Die baugewerblichen Umsätze würden dabei mit 112,2 Milliarden Euro den höchsten Wert der vergangenen zwanzig Jahre erreichen. Zudem sollen im Bauhauptgewerbe 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Grundlage der positiven Prognose seien ein rekordverdächtiger Auftragsbestand sowie die sprichwörtlichen "positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen".

Wohnungsbau treibt Entwicklung weiter voran

Wie gewohnt und auch nachdrücklich gewollt, sehen die Verbände den Wohnungsbau als "Treiber der Entwicklung". Hier wird vor dem Hintergrund einer weiterhin hohen Nettozuwanderung und anhaltenden Binnenwanderung in die großstädtischen Verdichtungsräume ein Umsatzwachstum von sieben Prozent erwartet.

"Inklusive der Umbaumaßnahmen im Bestand dürften wir im vergangenen Jahr etwa 280.000 bis 290.000 Wohnungen fertig gestellt haben. Für das neue Jahr erwarten wir eine weitere Zunahme auf 310.000 bis 320.000 Wohneinheiten", so die Einschätzung von Hübner und Loewenstein. Damit werde jedoch der seitens der Bauindustrie prognostizierte Bedarf von jährlich mindestens 350.000 Wohnungen noch immer nicht gedeckt.

Öffentliche Hand und Wirtschaft investieren deutlich mehr

Hocherfreut zeigten sich die Verbandschefs über die Zahlen im Öffentlichen Bau. Nicht zuletzt die eigene "stetige Kritik am Zustand der Infrastruktur und an der Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand" habe dazu geführt, dass durch den von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) initiierten Investitionshochlauf 2016 mit fünf Prozent das höchste Umsatzwachstum seit dem Jahr 2011 verzeichnet werden konnte.

Geht es nach den beiden Hauptverbänden, wird sich diese Entwicklung auf Bundesebene zukünftig in den Ländern und Kommunen fortsetzen. Die "finanzpolitischen Voraussetzungen" sieht man hierfür in jedem Fall gegeben.

Ebenfalls ein gutes Wachstum (3 %) wird für 2017 beim Wirtschaftsbau vorhergesehen. Positiv entwickelten sich 2016 vor allem die Fabrik- und Werkstattgebäude, bei denen das Genehmigungsplus mehr als 25 Prozent betrug. Dies führen Hübner und Loewenstein unter anderem darauf zurück, dass die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe im Jahresverlauf stetig gestiegen sei.

Arbeitslosenzahl auf historischem Tiefstand

Aufgrund der starken bauwirtschaftlichen Lage rechnen beide Verbände mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl. Die Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter habe 2016 im Jahresdurchschnitt mit 28.000 einen neuen historischen Tiefstand erreicht.

Im Jahresdurchschnitt sollen 2017 rund 790.000 Menschen in der Branche tätig sein, womit gegenüber dem beschäftigungspolitischen Tiefpunkt im Jahr 2009 die Zahl der Erwerbstätigen um rund 75.000 bzw. über zehn Prozent gestiegen wäre. Die Arbeitskräftereserven auf dem deutschen Baumarkt sind damit laut Hübner und Loewenstein weitgehend ausgeschöpft.

Leserumfrage: Über 90 Prozent rechnen mit einem guten Jahr

Wie in jedem Jahr hat bauingenieur24 vor Jahresende seine Leser gefragt, wie sie ihre Geschäftsaussichten bzw. die Ihres Arbeitgebers für das erste Halbjahr 2017 beurteilen. Das Ergebnis deckt sich mit den beschriebenen Erwartungen der Verbände.

Demnach geht die Hälfte der Umfrageteilnehmer von einem "guten" ersten Halbjahr aus. Weitere 42 Prozent rechnen gar mit einem "sehr guten" Verlauf der ersten sechs Monate 2017. Jeweils lediglich drei Prozent der Befragten stuft die Aussichten als "befriedigend" bzw. "eher schlecht" ein.

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