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Mittwoch, 20. Februar 2019
Ausgabe 6393 | Nr. 51 | 18. Jahrgang
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Baukonjunktur 2019: Bauingenieure bleiben optimistisch

# 14.01.2019

Umfrage belegt mehrheitlich positive Erwartungen. Hauptverband prognostiziert erneuten Umsatzzuwachs von sechs Prozent. Befristete Förderprogramme stellen Kapazitätsausbau infrage

Branchenbarometer der Bauingenieure zeigt nach oben

Die Bauingenieure in Deutschland bewerten - wie die Branche insgesamt - auch 2019 ihre Geschäftsaussichten positiv. Grafik: Rawpixel / Freepik Die Bauingenieure in Deutschland bewerten - wie die Branche insgesamt - auch 2019 ihre Geschäftsaussichten positiv. Grafik: Rawpixel / Freepik

Die Planungsbüros und Bauunternehmen in Deutschland sind mit überwiegend positiven Erwartungen in das Jahr 2019 gestartet.

Das Branchenbarometer des Berufsportals bauingenieur24, basierend auf der alljährlichen Konjunktur-Umfrage, weist für das erste Halbjahr bei über 75 Prozent der Befragten eine "sehr gute" (50,8%) bzw. "gute" (27,0%) Prognose aus.

Damit hat der Optimismus unter den Bauingenieuren im Vergleich zum Vorjahr etwas abgenommen. Damals gaben noch ganze 85 Prozent an, ihre Geschäftsaussichten für das neue Jahr seien gut oder sogar sehr gut.

Rund zehn Prozent der Teilnehmer gehen von einem "befriedigenden" ersten Halbjahr 2019 aus. Jeweils 6,3 Prozent erwarten eine "eher schlechte" bzw. "schlechte" Entwicklung. Somit ist im Vergleich zum Vorjahr ("eher schlecht": 5%, "schlecht": 0%) die Zahl der Pessimisten innerhalb der Berufsgruppe etwas gestiegen.

Starker Wohnungsbau intensiviert Kapazitätsauslastung

Die weiterhin als positiv bewertete konjunkturelle Lage erklärt sich unter anderem durch den anhaltend florierenden Wohnungsbau, gefördert durch unterstützende Maßnahmen der Politik, wie beispielsweise die Einführung des "Baukindergeldes" im letzten Jahr.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) rechnet daher mit einer Steigerung des nominalen Bauvolumens von rund siebeneinhalb Prozent im laufenden Jahr und rund sechseinhalb Prozent im nächsten Jahr.

Gleichzeitig hat auch die zunehmende Skepsis in der Baubranche bezüglich des weiteren Wachstums ihre Gründe. So wird die hohe Auslastung der Kapazitäten des Baugewerbes kaum noch bestritten, zumal sowohl der private als auch der öffentliche Sektor erste Engpässe bei der Bedienung ihrer Nachfrage nach Bauleistungen feststellen.

DIW: Höhere Baupreise wahrscheinlicher als Kapazitätsanpassung

Das DIW kritisiert in diesem Zusammenhang, dass viele Fördermaßnahmen in drei Jahren wieder auslaufen. So würden die Bauunternehmen kaum zusätzliche Kapazitäten aufbauen, sondern zunächst ihre Preissetzungsspielräume ausnutzen. Erwartet wird eine Steigerung der Baupreise um rund 4,5 Prozent im Jahr 2019 und voraussichtlich weitere 3,5 Prozent im Jahr 2020.

Schon 2018 dürfte ein Großteil des nominalen Wachstums im Neubau von rund zehn Prozent in überdurchschnittlich gestiegene Preise gegangen sein. Der Steigerung des Bauvolumens auf rund 430 Milliarden Euro im Jahr 2019 und knapp 460 Milliarden Euro im Jahr 2020 stehen laut DIW real deutlich schwächere Wachstumsraten gegenüber. Diese lägen 2019 bei 2,9 Prozent und im Jahr 2020 bei rund 3,1 Prozent.

Das Ansteigen der Baupreise sieht die Bauindustrie nicht wirklich als Problem an. Hauptverbandspräsident Thomas Hübner sprach im letzten Jahr von einer "Normalisierung nach den Jahren der Baukrise" (siehe Quellen und Verweise).

Hauptverband: Industrie investiert weiter in Gewerbebauten im Inland

Hübner freut sich aktuell über die Tatsache, dass das deutsche Bauhauptgewerbe 2018 das sechste Jahr in Folge eine reale Umsatzsteigerung verzeichnen konnte. Nominal liege das Wachstum 2018 nach Erkenntnissen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie mit sechs Prozent auf dem hohen Niveau des Jahres 2017.

Angesichts der zuletzt etwas gedämpften Wachstumserwartung an das Bruttoinlandsprodukt für 2019 gibt sich Hübner im Interview mit der Allgemeinen Bauzeitung ABZ gelassen. Problematisch wäre es für die deutsche Bauwirtschaft erst dann, wenn deutsche Industrieunternehmen aufgrund verschlechterter Absatzerwartungen im Ausland ihre Investitionen, unter anderem in Bauten, im Inland zurückfahren würden. Dafür gebe es bislang noch keine Anzeichen.

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