Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Bayern braucht Bauingenieure

# 03.06.2015

Umfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau weist Bedarf an neuen Mitarbeitern in fast jedem zweiten Planungsbüro aus. Gute Auftragslage in letztem und diesem Jahr verantwortlich für hohe Nachfrage. Kleine Büros im Freistaat in der Überzahl

Absolventen können Bedarf bisher nicht decken

Auf der Suche nach geeigneten Fachkräften hat die Mehrheit der bayerischen Ingenieurbüros Probleme. Grafik: Bayerische Ingenieurekammer-Bau Auf der Suche nach geeigneten Fachkräften hat die Mehrheit der bayerischen Ingenieurbüros Probleme. Grafik: Bayerische Ingenieurekammer-Bau

Wer als Bauingenieur in Bayern einen Job sucht, hat derzeit gute Chancen. Nach Auffassung der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau besteht der Ingenieurmangel am Bau im größten deutschen Bundesland auch weiterhin. Dies gehe aus der eigenen Konjunkturumfrage 2015 der Interessenvertretung hervor.

Rund 43 Prozent der befragten Ingenieure gaben hier an, offene Stellen besetzen zu wollen. Über zwei Drittel der Büros hätten allerdings Schwierigkeiten, hierfür qualifiziertes Personal zu finden. Obwohl die Zahl der Absolventen im Bereich Bauingenieurwesen langsam wieder ansteige, könne der Einstellungsbedarf damit nicht gedeckt werden, heißt es von Seiten der Ingenieurekammer-Bau.

Kammerpräsident fürchtet um Wirtschaftsstandort Bayern

Der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau warnt vor dem Verlust der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bayern. Foto: Birgit Gleixner Der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau warnt vor dem Verlust der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bayern. Foto: Birgit Gleixner

"Wir beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge", so Kammerpräsident Heinrich Schroeter.

"Wir müssen es schaffen, mehr junge Menschen für den vielseitigen Beruf des Ingenieurs im Bauwesen zu begeistern. Ingenieure planen, bauen und erhalten unsere moderne Infrastruktur. Sie bauen Straßen, Brücken, Tunnel, Häuser und sind die Macher der Energiewende.
Wenn nicht mehr genügend Menschen in diesem schönen Beruf, der viele Zukunftsperspektiven zu bieten hat, arbeiten, wird das über kurz oder lang jeder Einzelne zu spüren bekommen", warnt Schroeter.

Der beträchtliche Mangel an Ingenieuren des Bauwesens auf dem Arbeitsmarkt gefährde nicht nur das wirtschaftliche Wachstum und die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen, auch Marktchancen können nicht genutzt werden. Dies beeinträchtige die Attraktivität und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Bayern.

Eine Verknappung von insbesondere natur- und ingenieurwissenschaftlichem Personal nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch in der Forschung und Entwicklung, lasse negative Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit vieler Unternehmen befürchten und könne sich damit als Wachstumsbremse erweisen.

Positive Einschätzung der Geschäftslage

Bei aller Sorge um die Gewinnung von Fachkräften - die allgemeine Geschäftslage und das derzeitige Auftragsvolumen ihres Planungsbüros bewerten rund 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer als gut. Im zurückliegenden Jahr 2014 ist das Auftragsvolumen bei 48 Prozent gestiegen, bei 46 Prozent gleich geblieben und bei sechs Prozent gesunken.

Für das Jahr 2015 gehen 33 Prozent von einem steigenden Auftragsvolumen aus. 54 Prozent rechnen mit einem gleich bleibenden und 13 Prozent mit einem sinkenden Auftragsvolumen.

Mehrheit der Büros beschäftigt weniger als fünf Mitarbeiter

Die Mehrheit der an der Umfrage teilnehmenden bayerischen Ingenieurbüros haben bis zu fünf Mitarbeiter (51 Prozent). 31 Prozent beschäftigen zwischen sechs und 20 Mitarbeiter, weitere 16 Prozent haben 21 bis 100 Mitarbeiter und nur zwei Prozent mehr als 100 Mitarbeiter.

Im Jahr 2014 hat sich bei 32 Prozent der Planungsbüros die Zahl der Mitarbeiter erhöht, bei 61 Prozent hat sie sich nicht verändert und bei sieben Prozent verringert. Für das Jahr 2015 planen 27 Prozent, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. 70 Prozent rechnen mit keiner Veränderung und drei Prozent mit einer Verringerung.

An der Konjunkturumfrage 2015 haben 365 Ingenieure bzw. Inhaber von Ingenieurbüros in Bayern teilgenommen.

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http://www.bayika.de/de/konjunkturumfrage
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