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Montag, 08. März 2021
Ausgabe 7140 | Nr. 67 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Bedarf an Bauingenieuren um ein Viertel gestiegen

# 14.10.2016

Branche verzeichnet knapp fünf Prozent weniger Arbeitslose. Unternehmen beklagen unbesetzte Stellen und Abwerbung. Stagnierende Studierendenzahlen erhöhen Chancen für Bewerber weiter

Bauingenieurwesen: Mehr offene Stellen als Arbeitssuchende

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sind für Bauingenieure erfreulich, für die Unternehmen hingegen zunehmend problematisch. Grafik: HDB Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sind für Bauingenieure erfreulich, für die Unternehmen hingegen zunehmend problematisch. Grafik: HDB

Der Bedarf an Bauingenieuren wird in Deutschland immer größer. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) in der neuesten Ausgabe seines Arbeitsmarktberichts mitteilt, lag die Zahl der offenen Stellen im September bei 2.400 und damit um 23,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch der Bedarf an Baufacharbeitern mit bauhauptgewerblichen Berufen ist ungebrochen: Die Zahl der offenen Stellen ist hier um 29,1 Prozent auf mittlerweile 12.530 gestiegen.

Laut einer Sonderumfrage des ifo Instituts im Auftrag des Hauptverbandes wird nur ungefähr die Hälfte der offenen Stellen auch an die Arbeitsagenturen gemeldet. Daher dürfte die tatsächliche Zahl höher liegen.

Aufgrund der guten Konjunkturlage ist die Zahl der Arbeitssuchenden seit Frühjahr 2010 kontinuierlich gesunken. Mittlerweile können die gemeldeten offenen Stellen für Bauingenieure nicht einmal rein rechnerisch von Arbeitssuchenden besetzt werden: Im September waren nur noch 1.645 arbeitslose Bauingenieure zu verzeichnen, 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch die Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter mit bauhauptgewerblichen Berufen ist weiter zurückgegangen und hat mit 19.120 Personen (-15,1 %) ein All-Zeit-Tief erreicht.

Unbesetzte Stellen verlangsamen Bautätigkeit

Eine logische Folge der aktuellen Arbeitsmarktsituation ist die Tatsache, dass 85 Prozent der Bauunternehmen nach der ifo-Umfrage melden, sie hätten Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen. Jedes zweite Bauunternehmen klagt bereits über die Behinderung der Bautätigkeit aufgrund von Arbeitskräftemangel.

Aus diesem Grund sehen sich immer mehr Bauunternehmen bei anderen Firmen um: Mittlerweile melden 17 Prozent der befragten Unternehmen, dass in den vergangenen sechs Monaten Mitarbeiter von anderen Bauunternehmen abgeworben worden seien. Selbst im Wiedervereinigungsboom war diese Zahl kleiner.

Ausländische Firmen fangen Spitzen ab

Noch komme es laut HDB nicht zu dramatischen Engpässen: Die Kapazitätsauslastung liegt laut ifo zwar bei überdurchschnittlich hohen 81 Prozent, aber immer noch niedriger als in anderen Branchen wie dem Verarbeitenden Gewerbe mit 86 Prozent. Es drohe somit zur Zeit keine Überforderung, da sowohl im Inland als auch im Ausland noch Reserven vorhanden seien.

Bei Kapazitätsspitzen werde daher auch auf ausländische Unternehmen zurückgegriffen, heißt es weiter: Die Zahl der Entsandten ist 2015 zwar um knapp neun Prozent auf 107.000 Personen gestiegen, sie liegt damit aber immer noch weit unter dem Niveau von 1998 - dem Jahr der Einführung des Arbeitnehmerentsendegesetzes - mit 166.000 Personen.

Entlastung durch steigende Absolventenzahlen erwartet

Speziell bei den Bauingenieuren rechnet der Hauptverband mit einer gewissen Entlastung, da die Zahl der Absolventen eines Bauingenieurstudiums im vergangenen Jahr um 15,4 Prozent auf 9.954 gestiegen ist. Sie liegt damit mittlerweile mehr als doppelt so hoch wie zum Tiefpunkt 2008.

Allerdings, so die Verbandsexperten, werden nicht alle Absolventen dem Arbeitsmarkt direkt zur Verfügung stehen, da nur 3.103 von ihnen über einen Master- und 372 einen Promotionsabschluss verfügen. 5.784 haben zuletzt einen Bachelorabschluss absolviert. Von ihnen werden mit großer Wahrscheinlichkeit einige weiter studieren, da von den gesamten Bauingenieurstudenten jeder fünfte einen Masterabschluss anstrebt.

Hauptverband wirbt weiter für Studium im Bauingenieurwesen

Leichte Sorgen bereitet die aktuelle Entwicklung der Anfängerzahlen: Nach einem steilen Anstieg von 2006 bis 2011 von 5.900 auf 12.920 lag die Zahl der Studienanfänger 2015 lediglich bei 11.600.

Der Bauindustrieverband regt Abiturienten an, sich über den Studiengang des Bauingenieurwesens zu informieren und aufgrund der ungebrochenen Nachfrage auf dem Bauarbeitsmarkt nach ausgebildeten Bauingenieuren ein Studium in Erwägung zu ziehen.

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