Fachbeiträge & Interviews
Montag, 14. Oktober 2019
Ausgabe 6629 | Nr. 287 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Beste Auftragslage nach starkem Baujahr 2016

# 22.03.2017

Bauhauptgewerbe mit sechs Prozent Umsatzsteigerung auf 107 Milliarden Euro. 18.000 neue Stellen geschaffen. Auftragseingang 2017 bislang auf Rekordniveau

Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe 2016 auf 781.000 gestiegen

Dank der boomenden Bauwirtschaft sind die Auftragsbücher der Bauunternehmen so voll wie nie zuvor. Foto: Gischott / Pixelio Dank der boomenden Bauwirtschaft sind die Auftragsbücher der Bauunternehmen so voll wie nie zuvor. Foto: Gischott / Pixelio

Die Zahlen zur Konjunkturentwicklung des vergangenen Jahres sorgten bereits ohne die Dezemberwerte für allgemeine Zufriedenheit (siehe "Quellen und Verweise"). Nun konnte das deutsche Bauhauptgewerbe für das gesamte Baujahr 2016 ein noch besseres Ergebnis vorweisen. Am Ende steht ein Umsatzplus von 6,3 Prozent. Die Branche erwirtschaftete damit laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie einen baugewerblichen Umsatz von 107 Milliarden Euro.

Aufgrund der nach wie vor moderaten Preissteigerung von 1,5 Prozent, ergibt sich für 2016 ein reales Umsatzwachstum von 4,8 Prozent. Um die zusätzliche Produktion zu stemmen, stockten die Betriebe ihren Personalbestand im Jahresdurchschnitt um 18.000 auf 781.000 Beschäftigte auf.

Jahresbeginn 2017: Höchster Auftragsbestand in der Geschichte

Der letzte Jahresmonat trug aufgrund milder Temperaturen mit einem Umsatzanstieg von 11,3 Prozent erheblich zum Gesamtwachstum bei. Die größeren Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten im Dezember sogar ein Umsatzplus von 13 Prozent bei einem Orderplus von 7,5 Prozent. Für das Gesamtjahr ergibt sich ein Umsatzzuwachs von nominal 7,5 Prozent und eine Auftragssteigerung von nominal 14,6 Prozent.

Laut ifo Institut lag die Reichweite der Bestände im Bauhauptgewerbe im Branchendurchschnitt im Januar bei 3,2, saisonbereinigt sogar bei 3,6 Monaten, im langjährigen Durchschnitt liegt diese lediglich bei 2,3 Monaten. Damit sind die Baubetriebe mit dem höchsten Auftragsbestand der bundesdeutschen Geschichte in das laufende Jahr gestartet.

Wohnungsbau weiter mit höchsten Zuwächsen

Der Wohnungsbau war auch im gesamten Jahr 2016 die stärkste Stütze der Baukonjunktur. Der Umsatz aller Betriebe legte um satte 8,5 Prozent zu, bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten sogar um 13,0 Prozent. Der Auftragseingang stieg um nominal 17,0 Prozent.

Die Wohnungsbausparte hat dabei vor allem von den niedrigen Zinsen und dem wachsenden Bedarf an Mietwohnungen in den Ballungszentren profitiert. Auch die Neubaugenehmigungen für Wohnungen in Wohngebäuden nahmen im vergangenen Jahr zu (Jan. - Nov.: +20,8%).

Wirtschaftsbau legt starken Jahresendspurt hin

Entgegen der bisherigen Einschätzung, konnte der Wirtschaftsbau das Baujahr unerwartet positiv abschließen. Er legte zum Jahresende noch einmal kräftig zu und lag beim Umsatz aller Betriebe um 3,9 Prozent über dem Niveau von 2015 (Betr. m. 20 u. mehr Besch.: +4,0%), der Auftragseingang sogar um 11,9 Prozent.

Letzteres wird von den Experten nicht nur auf den Wirtschaftstiefbau (+7,2%), welcher von den zusätzlichen Bundesmitteln für die Bahn profitierte, zurückgeführt sondern auch auf ein Orderplus im Wirtschaftshochbau (+15,0%), was auf eine gestiegene Investitionstätigkeit des Verarbeitenden Gewerbes schließen lasse.

Öffentlicher Bau übertrifft alle Erwartungen

Sämtliche Sparten des Baugewerbes konnten 2016 deutlich an Umsatz und Aufträgen zulegen. Grafik: HDB Sämtliche Sparten des Baugewerbes konnten 2016 deutlich an Umsatz und Aufträgen zulegen. Grafik: HDB

Schließlich hat der Öffentliche Bau die Erwartungen vieler Beobachter, darunter auch des Hauptverbandes, übertroffen. Der Umsatz aller Betriebe lag 2016 um 6,4 Prozent über dem Vorjahresergebnis (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten: +8,4%). Die Bauunternehmen meldeten für 2016 einen starken Anstieg des Auftragseingangs von 16,3 Prozent.

Diese Entwicklung lässt sich unter anderem durch die zusätzlichen Bundesmittel aus dem Investitionshochlaufprogramm erklären. Nach dem aktuellen Monatsbericht des Finanzministeriums lagen die Ausgaben des Bundes für den Straßenbau 2016 um zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Für 2017 hat der Bund 9,2 Milliarden Euro in den Haushalt und damit nochmals 5,7 Prozent mehr als 2016 eingestellt.

Bauindustrie rechnet 2017 mit fünf Prozent Wachstum

Entsprechend der genannten Zahlen ist die Branche für das laufende Jahr optimistisch. Der Bauindustrieverband erwartet für 2017 ein Umsatzplus im Baugewerbe von nominal fünf Prozent und einen weiteren Beschäftigungsaufbau von knapp 10.000 auf 790.000 Personen.

Für den Wohnungsbau rechne man dabei mit einem Zuwachs von sieben Prozent. Für den Öffentlichen Bau wird ein Umsatzplus von fünf Prozent und für den Wirtschaftsbau ein Anstieg von drei Prozent prognostiziert.

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