Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst

Bilfinger Berger: Tiefpunkt in Baubranche noch nicht erreicht

# 07.02.2005

Der Abwärtstrend in der deutschen Baukonjunktur wird nach Ansicht von Bilfinger-Berger-Chef Herbert Bodner auch im laufenden Jahr noch nicht gestoppt

Bodner wechselte 1991 von Ed. Züblin zu Bilfinger Berger, Foto: Bilfinger Berger AG Bodner wechselte 1991 von Ed. Züblin zu Bilfinger Berger, Foto: Bilfinger Berger AG

"Den Tiefpunkt werden wir in diesem Jahr sicher noch nicht sehen", teilte der Vorstandschef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit. 2005 wird das zehnte Jahr in Folge mit schrumpfenden Bau-Investitionen werden. Und vermutlich das elfte Jahr schrumpfender Auftragseingänge, fügte Bodner hinzu. Bis zu einer Wende werde es noch ein wenig dauern. Mit einem raschen Aufschwung sei aber auch dann nicht zu rechnen. "Wir werden auf einem niedrigen Niveau verharren", sagte Bodner. Der Mannheimer Konzern strebe für das laufende Jahr dennoch einen kräftigen Gewinnzuwachs an.

Mit der Augsburger Walter Bau hatte vor einer Woche der zweite große deutsche Baukonzern innerhalb von drei Jahren Insolvenz angemeldet. Allenfalls der Zeitpunkt sei unerwartet gewesen, sagte Bodner. Er nahm die Gläubigerbanken von Walter in Schutz, denen Arbeitnehmervertreter die Schuld am Scheitern des Sanierungskonzepts gegeben hatten. "Die Kritik an den Instituten ist völlig verfehlt.

Dass eine Bank in einer solchen Situation sorgfältig prüft, ob ein Unternehmen angesichts seiner enormen Zinslasten weiter existieren kann, liegt auf der Hand", sagte er. An den bestehenden Überkapazitäten auf dem Baumarkt ändere die Insolvenz von Walter Bau nichts. Es gebe zu viele, vor allem kleine Bauunternehmen in Deutschland.

Bilfinger Berger, als Nummer zwei unter den Baukonzernen in Deutschland (hinter Hochtief), habe im abgelaufenen Jahr seine nach unten korrigierten Ziele erreicht. "2004 bewegt sich der Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres - die Bauleistung wird bei 6,1 Milliarden Euro liegen", sagte Bodner. 2003 waren es 5,59 Milliarden Euro. Bilfinger Berger macht weniger als ein Viertel seines klassischen Bau-Geschäfts in Deutschland.

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