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Mittwoch, 26. Februar 2020
Ausgabe 6764 | Nr. 57 | 19. Jahrgang
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Autor: bay
Herausgeber: dpa email-weiterempfehlendruckansicht

ifo-Geschäftsklimaindex im Juli stärker gesunken als erwartet

# 29.07.2002

Tempo des Aufschwungs verlangsamt sich

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli stärker verschlechtert als erwartet. Der viel beachtete Geschäftsklimaindex des ifo Instituts sank in Westdeutschland von 91,3 Punkten im Vormonat auf 89,9 Punkte. Auch im Osten ging der Wert von 99,9 auf 99,6 Punkte leicht zurück. Experten hatten für Juli mit Stagnation, allenfalls mit einer leichten Verschlechterung des Geschäftsklimas gerechnet. Durch den neuerlichen Rückgang verlangsamt sich nach Einschätzung des ifo Instituts auch der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland.

Vor allem die schlechten Erwartungen der Unternehmen für die nächsten sechs Monate haben nach ifo-Angaben zur weiteren Eintrübung der Stimmung geführt. Der entsprechende Index fiel in West wie Ost von 104,9 auf 102,5 Punkte, beziehungsweise von 86,5 auf 85,8 Punkte. Auch die Beurteilung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage fiel in Westdeutschland etwas negativer aus als noch im Juni - der Wert ging von 78,3 Punkten auf 77,9 Punkte zurück. Die Firmen im Osten Deutschlands zeigten sich hingegen etwas weniger skeptisch, der Index zur allgemeinen Geschäftslage stieg um 0,2 Punkte auf 114,1 Punkte.

«Ob es sich beim Rückgang des Geschäftsklimaindexes nur um eine temporäre oder doch um eine längerfristige Entwicklung handelt, lässt sich im Moment noch nicht sagen», sagte ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb. «Fest steht, dass wir jetzt eine so nicht unbedingt erwartete Tempo-Verlangsamung im Aufschwungprozess haben.»

Insbesondere die für die weitere konjunkturelle Entwicklung wichtige Industrie blicke pessimistisch in die Zukunft, während sich der angeschlagene Handel langsam erhole und auch die Bauwirtschaft nicht wesentlich weiter zurückgegangen sei, sagte Nerb. «Die Industrie ist aber der Motor der Konjunktur.» Nach wie vor hielten sich die Unternehmen mit eigentlich überfälligen Investitionen zurück, und auch der Konsum sei noch nicht richtig in Schwung gekommen. «Damit bringen die beiden eigentlichen Triebkräfte der Konjunktur noch nicht das, was man von ihnen erwartet», sagte Nerb.

Bereits im Juni hatte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft leicht verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex war in Westdeutschland von 91,6 auf 91,3 Punkte gesunken. Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung ermittelt den Geschäftsklimaindex einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7000 Unternehmen in Deutschland.

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