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17. Jahrgang | Ausgabe 5875 | Nr. 263
Fachbeiträge für Bauingenieure » Konjunktur
 
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Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst
 

Konjunktur 2017: Bauindustrie bislang zufrieden

 

Gestiegene Investitionen des Bundes tragen zu guter Auftragslage bei. Erstes Halbjahr bringt 10,2 Prozent mehr Umsatz im Bauhauptgewerbe. Baugenehmigungen für Wohnungsbau in Ballungsräumen weiter steigend

 

Bundesregierung mit Erfolgen und Versäumnissen

Abb. 1: Die Bauindustrie freut sich über das anhaltende Umsatzwachstum in allen Bausparten. Grafik: HDB Abb. 1: Die Bauindustrie freut sich über das anhaltende Umsatzwachstum in allen Bausparten. Grafik: HDB

Die Bundesregierung zog in der letzten Bundestagsdebatte vor der Wahl naturgemäß eine positive Bilanz der letzten vier Jahre. Gilt das auch für die Baubranche?

Tatsächlich wurden viele neue Konzepte für die bauliche Infrastruktur auf den Weg gebracht. Dazu gehören unter anderem der Bundesverkehrswegeplan 2030 oder die Infrastrukturgesellschaft Verkehr (siehe "Quellen und Verweise"). Generell wurde vom zuständigen Bundesverkehrsministerium mehr Geld für die Planung und Umsetzung von Verkehrsprojekten bereitgestellt.

Gleichzeitig sorgen lange Genehmigungsverfahren, Baulandmangel und Kostensteigerungen weiterhin für Unmut innerhalb der Branche. Der aktuelle Streit um das privat finanzierte Autobahnteilstück "A1 Bremen-Hamburg" hat die Diskussion über Sinn und Unsinn von Öffentlich-Privaten-Partnerschaften (ÖPP) neu entfacht.

 

Halbjahresbilanz bestätigt gute Konjunktur am Bau

Aufgrund der deutlichen Umsatzsteigerungen der vergangenen Jahre dürfte das Bauhauptgewerbe mit der verantwortlichen Politik weitestgehend zufrieden sein. Die aktuelle Halbjahresbilanz 2017 bestätigt den positiven Trend.

Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, meldeten die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten für die ersten sechs Monate ein Umsatzplus von nominal 10,2 Prozent (siehe Abb. 1). Damit erreichte der Umsatz einen Rekordwert innerhalb der letzten 20 Jahre.

 

Auftragseingänge wachsen langsamer

Abb. 2: Der Anstieg im Auftragseingang lag 2017 bislang im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. Grafik: HDB Abb. 2: Der Anstieg im Auftragseingang lag 2017 bislang im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. Grafik: HDB

Angesichts der seit Jahresbeginn zu verzeichnenden Zuwächse im Auftragseingang um 5,5, Prozent (siehe Abb. 2) bleibt die Branche auch für das zweite Halbjahr optimistisch. 93 Prozent der Unternehmen erwarten eine günstigere oder zumindest gleich bleibende gute Geschäftslage.

Das eher verhaltene Orderplus im Juni von einem Prozent bewertet der Hauptverband als verständliche Reaktion auf das mittlerweile erreichte hohe Niveau der Auftragseingänge. Zur Erinnerung: Im Juni 2016 wurde ein sattes Plus von 22 Prozent ausgewiesen.

Die nach wie vor gute Entwicklung spiegelt sich auch in dem vom Statistischen Bundesamt berechneten preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigten Auftragseingang wider. Er lag im Juni um 3,9 % über dem Vormonat.

 

Urbanisierung sorgt für weiterhin starken Wohnungsbau

In den einzelnen Sparten hat nach wie vor der Wohnungsbau die Nase vorn. Hier meldeten die Baubetriebe für das erste Halbjahr ein Umsatzplus von 11,3 Prozent bei einem Orderplus von 4,9 Prozent (Juni: + 11,0 % bzw. + 3,6 %).

Die Bausparte profitiere nicht nur von den nach wie vor niedrigen Zinsen, sondern auch von der weiterhin guten Arbeitsmarktlage sowie den Wanderungsbewegungen insbesondere in die Großstädte, so die Einschätzung des Hauptverbandes.

 

Baugenehmigungen für Wohnungen gehen insgesamt zurück

Während in den ersten sechs Monaten 2016 die Baugenehmigungen aufgrund des Vorzieheffektes durch die Verschärfung der Energieeinsparverordnung um ganze 30 Prozent gestiegen waren, konnte dies für das laufende Jahr nicht erneut erwartet werden.

Dementsprechend gelassen blickt man auf die eher geringen Genehmigungen von lediglich 170.000 Wohnungen (Neubauten und Umbauten), was einem Rückgang von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

 

Deutlicher Zuwachs an neuen Mehrfamilienhäusern in Großstädten

Hinzu komme, dass die Baugenehmigungen, insbesondere in Städten mit hoher Zuwanderung wie Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Hamburg und München, nach wie vor hoch seien. Diese lagen in der Summe der genannten Städte um 20,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die Neubaugenehmigungen von Mehrfamilienhäusern inklusive Wohnheimen stiegen sogar um 27,2 Prozent. Von einem Ende des Wohnungsbaubooms kann somit nicht die Rede sein.

 

Investitionen in Verkehrswege steigern Umsätze im Öffentlichen Bau

Im Öffentlichen Bau stiegen der Umsatz im ersten Halbjahr um 10,7 Prozent und der Auftragseingang um 7,2 Prozent (Juni: + 7,0 % bzw. + 9,0 %). Der Hauptverband führt dies überwiegend auf den "Investitionshochlauf" bei den eingangs erwähnten Verkehrswegeinvestitionen des Bundes zurück.

Entsprechend stark legte insbesondere der Straßenbau zu. Die Unternehmen meldeten einen Anstieg des Umsatzes und des Auftragseingangs von 13,1 bzw. 8,8 Prozent (Juni: + 10,8 %, + 3,5 %). Dies deckt sich mit den Angaben des Bundesfinanzministeriums. Laut aktuellem Monatsbericht lagen die Ausgaben des Bundes für den Straßenbau in diesem Zeitraum um 9,7 Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Auch der "Kommunalinvestitionsförderungsfonds" scheint laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie bei den Unternehmen anzukommen. Der Umsatz im Öffentlichen Hochbau stieg um 7,6 Prozent, der Auftragseingang um 11,5 Prozent (Juni: - 2,1 %, + 31,7 %).

 

Wirtschaftsbau: Hochbau besser als Tiefbau

Positive Signale kamen ebenfalls aus dem Wirtschaftsbau. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr um 9,1 Prozent und der Auftragseingang um 4,3 Prozent zu (Juni: + 7,6 %, - 7,3 %). Besonders stark gestiegen ist der Umsatz im Wirtschaftshochbau (+ 11,2 %, Juni: + 10,6 %), auch die Nachfrage legte im ersten Halbjahr zu (+ 5,3 %), flachte nur im Juni wieder etwas ab (- 9,8 %).

Der Wirtschaftstiefbau entwickelte sich nach Meinung des HDB unterdurchschnittlich. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 5,8 Prozent, der Auftragseingang um 2,6 Prozent (Juni: + 3,1 % bzw. - 2,9 %). Angesichts der zusätzlichen Mittel für die Deutsche Bahn AG hatte der Hauptverband mit einer besseren Entwicklung gerechnet.

Laut Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums sind im ersten Halbjahr erst 34 Prozent der Mittel für 2017 abgeflossen, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es fast 40 Prozent.

 
Quellen und Verweise
Bauindustrie vs. Rechnungshof: Streit um Finanzierung von Bundesfernstraßen
 
Kurz-Link zu diesem Beitrag
https://www.bauingenieur24.de/url/700/2970
 
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