Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 27. Mai 2022
Ausgabe 7585 | Nr. 147 | 21. Jahrgang
Autor: brb
Herausgeber: dpa email-weiterempfehlendruckansicht

Potsdam - Bau-Schwarzarbeit erreicht 1,2 Milliarden Euro

# 25.11.2002

In Berlin werde das Niveau der Schattenwirtschaft auf rund 2,0 Milliarden Euro geschätzt

Potsdam - Die Krise in der brandenburgischen Baubranche wird nach Angaben der Fachgemeinschaft Bau durch anhaltend hohe Schwarzarbeit noch verschärft. «Während Brandenburger Baubetriebe im kommenden Jahr mit einem weiteren Minus und Arbeitsplatzabbau rechnen müssen, wird die Schwarzarbeit nicht nur im Baugewerbe zum Konjunkturmotor», sagte Burkhard Wenkel, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft, am Donnerstagabend in Potsdam vor Journalisten.

Das Landesarbeitsamt gehe von einer Schwarzarbeit im Volumen von 1,2 Milliarden Euro aus, sagte Knut Corte vom Arbeitsamt. In Berlin werde das Niveau der Schattenwirtschaft auf rund 2,0 Milliarden Euro geschätzt. In Berlin seien im vergangenen Jahr 5900 und in Brandenburg 6700 Bauarbeiter ertappt worden, die ihre Einkommen illegal durch Arbeitslosengeld oder -hilfe aufbesserten. Das verhängte Ordnungsgeld wegen Leistungsmissbrauchs betrage 1,9 Millionen Euro.

In Brandenburg wird das Bauvolumen 2002 laut Fachgemeinschaft auf das Niveau von Anfang der 90er Jahre absinken. Der baugewerbliche Umsatz werde im Vergleich zu 2001 um neun Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zurückgehen, sagte Wenkel. Während der Wirtschaftsbau mit 1,6 Milliarden Euro stabil bleibe, gebe es im Wohnungsbau einen Rückgang von 20 und im öffentlichen Bau von 10 Prozent. Für 2003 wird ein weiterer Umsatzrückgang des Bauvolumens um 5 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro erwartet. Die Zahl der Beschäftigten gehe 2002 um 17 Prozent auf 33 000 und 2003 um 14 Prozent zurück, hieß es.

Für den gleichen Zeitraum wird ein Anwachsen der Zahl der illegalen Bauarbeiter um 2000 auf 36 000 erwartet. «Das Problem der Baubetriebe ist die Politik, die sich nicht in der Lage sieht, die Schwarzarbeit wirksam zu bekämpfen», kritisierte Wenkel. Als zusätzlicher Treibsatz für die Schwarzarbeit werde sich die gesetzlich festgelegte Erhöhung des Baumindestlohns erweisen.

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