Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 22. September 2020
Ausgabe 6973 | Nr. 266 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Sommer beglückt Baugewerbe

# 15.09.2015

Umsatz binnen Monatsfrist um sieben Prozent gestiegen. Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr neun Prozent höher. Aufträge im Wohnungsbau und für Öffentliche Hand deutlich gestiegen. Eindrittel mehr Handels- und Lagergebäude genehmigt

Warme Jahreszeit brachte erhoffte Belebung

Das anhaltend gute Sommerwetter und die erhöhten Steuereinnahmen haben im Juni die Bautätigkeit deutlich belebt. Foto: Bernd Sterzl / Pixelio Das anhaltend gute Sommerwetter und die erhöhten Steuereinnahmen haben im Juni die Bautätigkeit deutlich belebt. Foto: Bernd Sterzl / Pixelio

In den Auftragsbüchern der Bauunternehmen entfaltet sich der Sommer. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mitteilt, lag der baugewerbliche Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im Juni um nominal 6,8 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. Dazu trugen auch zwei zusätzliche Arbeitstage bei.

Aufgrund der Umsatzrückgänge der Vormonate, welche von den Experten ausschließlich auf statistische Basiseffekte und nicht auf eine schlechte Baukonjunktur zurückgeführt werden, liegt die Umsatzentwicklung des ersten Halbjahres mit minus einem Prozent allerdings noch hinter den Erwartungen für das Gesamtjahr von plus zwei Prozent zurück.

Der Verband erwartet aber, dass die gute Auftragslage auch in den kommenden Monaten zu steigenden Umsätzen führen und damit das Umsatzminus mehr als ausgleichen wird. Immerhin lagen die Auftragseingänge im ersten Halbjahr um nominal 1,9 Prozent über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Für den Juni meldeten die Bauunternehmen sogar ein Plus von ganzen 9,0 Prozent.

Wohnungsbau marschiert vorneweg

Laut Statistischem Bundesamt haben sämtliche Bausparten im ersten Sommermonat deutlich zugelegt. Das beste Gesamtergebnis wurde für den Wohnungsbau ausgewiesen: Der Auftragseingang stieg im Juni um 10,8 Prozent, der Umsatz lag um 14,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahreswertes (1. Hj: + 6,9 % bzw. + 4,9 %). Das Interesse der Investoren an einer soliden Kapitalanlage scheint demnach ungebrochen.

Die Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Mehrfamilienhäusern legten im Juni mit plus 11,6 Prozent deutlich zu (1. Hj.: + 4,5 %). Auch die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen mit plus 11,7 Prozent unerwartet stark an (1. Hj.: 0,0 %).

Deutlich mehr Aufträge der öffentlichen Hand

Ausgesprochen gut abgeschnitten hat auch der Öffentliche Bau. Die Gebietskörperschaften haben im Juni dank steigender Steuereinnahmen nicht nur offene Rechnungen beglichen (Umsatz: + 3,9 %, 1. Hj.: - 3,8 %), sie haben auch neue Aufträge vergeben.

Die Bauunternehmen meldeten hier einen Anstieg des Auftragseingangs von 9,9 Prozent (1. Hj.: + 2,4 %). Auch die Neubaugenehmigungen im Öffentlichen Hochbau haben wieder zugelegt (Juni: + 31,4 %, 1. Hj.: + 13,7 %).

Handel und Logistik beflügeln Wirtschaftsbau

Die Indikatoren im Wirtschaftsbau haben sich im Juni ebenfalls deutlich verbessert. Die Bauunternehmen meldeten sowohl ein Order- als auch ein Umsatzplus (+ 7,2 % bzw. + 5,7 %). Aufgrund der wechselhaften Entwicklung der vergangenen Monate sind beide Indikatoren für das gesamte erste Halbjahr allerdings noch im Minus (1. Hj.: - 0,9 % bzw. -1,7 %).

Auch die Neubaugenehmigungen von Wirtschaftsgebäuden lagen in den ersten sechs Monaten noch unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreswertes (- 2,4 %). Im Juni zogen die Genehmigungen aber wieder deutlich an (+ 21,6 %), besonders stark legten hierbei die Handels- und Lagergebäude zu (+ 34,0 %).

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