Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 26. Februar 2020
Ausgabe 6764 | Nr. 57 | 19. Jahrgang
Autor: bwg
Herausgeber: dpa email-weiterempfehlendruckansicht

Südwestwirtschaft erstmals seit Jahren im Minus

# 24.09.2002

Die wirtschaftlichen Leistungen sanken im ersten Halbjahr 2002 um 0,9 % gegenüber dem Vohrahreszeitraum

Stuttgart - Nach langen Wachstumsjahren liegt die Südwestwirtschaft erstmals wieder im Minus und im bundesweiten Vergleich an vorletzter Stelle. Die wirtschaftlichen Leistungen sanken im ersten Halbjahr 2002 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,9 Prozent, teilte das Statistische Landesamt am Dienstag in Stuttgart mit. Nur in Nordrhein-Westfalen sei das Wachstum mit minus einem Prozent stärker erlahmt. Der bundesweite Rückgang lag den Angaben zufolge bei minus 0,4 Prozent.

«Damit hat die weltweite Konjunkturschwäche in Baden-Württemberg deutlich tiefere Spuren hinterlassen als im Bundesdurchschnitt», sagte die Präsidentin der Behörde, Gisela Meister-Scheufelen. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring (FDP) wertete das ungünstige Abschneiden als Besorgnis erregendes Signal, warnte aber vor Panik. Die Südwestwirtschaft sei in den vergangenen Jahren im Bundesländervergleich am stärksten gewachsen und werde die derzeitige Konjunkturflaute unbeschadet überstehen.    

Nach Angaben der Statistiker wurde vor allem die Industrie im Südwesten von der Konjunkturflaute erfasst. Ausbleibende Nachfrage aus dem Ausland und fehlende Investitionen hätten zu Ausfällen in der Produktion geführt. Ähnlich schlecht sehe es im Baugewerbe und im Handel aus. Die Bereiche Verkehr und Nachrichtenübermittlung hätten hingegen zugelegt. Als Konjunkturstütze wirkte die Wirtschaftskraft von Banken, Versicherungen und Unternehmensdienstleistern. Diese seien aber im Sog der schwachen Industrie nicht mehr so stark gewachsen wie in den Jahren zuvor.

Der baden-württembergische Arbeitsminister Friedhelm Repnik (CDU)befürchtet negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Land: «Notwendig ist jetzt ein entschlossenes Gegensteuern», sagte Repnik. Er erwarte von der rot-grünen Bundesregierung, dass sie zügig die angekündigten Reformen anpacke. Döring betonte jedoch, dass Baden-Württemberg mit Abstand die geringste Arbeitslosigkeit habe und dies ein guter Wirtschaftsindikator sei.

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