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Mittwoch, 26. Februar 2020
Ausgabe 6764 | Nr. 57 | 19. Jahrgang
Autor: nsb
Herausgeber: dpa email-weiterempfehlendruckansicht

Verband warnt vor dramatischen Folgen für Qualität von Rohrnetzen

# 30.05.2002

Wenn Bauwirtschaft und Versorger nicht bald umdenken müssen bald ganze Städte aufgerissen werden

Die notwendige Sanierung der Versorgungsnetze wird der nächsten Generation  überlassen Die notwendige Sanierung der Versorgungsnetze wird der nächsten Generation überlassen

Bremen - Die Krise am Bau kann nach Ansicht von Branchenkennern zu dramatischen Folgen bei der Qualität der unterirdischen Leitungsnetze führen. Die Versorgungsunternehmen investierten immer weniger in das Auswechseln von Gas- und Wasserleitungen, kritisierte Klaus Küsel vom Rohrleitungsbauverband e. V. (RBV/Köln). Die von einigen Großkonzernen geschürte Angst vor der Übernahme habe bei vielen Versorgungsunternehmen lähmenden Charakter und hemme unternehmenserhaltende Investitionen, sagte Küsel.

«Alles schaut auf den Hochbau, doch einer der bedrohtesten Branchen ist der Rohrleitungsbau für Gas, Wasser und Kanalisation», sagte der RBV-Vizepräsident. Die verheerende Situation führe zwar zu keinem Aufschrei in der Bevölkerung. «Aber wir leisten uns einen Niedergang im Bereich der Qualität, der in einigen Jahren unumkehrbar in der Katastrophe endet.»

Nach Beobachtungen von Küsel haben zunehmende Aufkäufe und Beteiligungen von Großkonzernen der Gas- und Wasserwirtschaft zu allgemeinen Baustopps geführt. Als Folge reagierten Baufirmen mit leeren Auftragsbüchern mit Personalabbau, Investitions- und Ausbildungsstopp sowie Preiskämpfen.

«Jeder Firmenzusammenbruch im Rohrleitungsbau setzt Fachleute frei, die uns unwiederbringlich verloren gehen», befürchtet Küsel. Jede fehlende Investition werde langfristig die Arbeit an den Netzen behindern: «Damit schieben wir die später notwendige Sanierung der nächsten Generation zu.» Die derzeitigen Rohrnetze hielten zwar noch für mehrere Jahre. «Doch unsere Nachfolger müssen ganze Städte aufreißen, wenn Bauwirtschaft und Versorger nicht bald umdenken.»

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Rohrleitungsbauverband e.V.
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