Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 01. Juli 2022
Ausgabe 7620 | Nr. 182 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Betonieren bei -15 Grad Celsius

# 05.01.2010

Obwohl Karaganda als zweitwichtigste Industriestadt Kasachstans etwa auf der geografischen Breite von Frankfurt/Main liegt, herrscht dort sehr kontinentales Klima - oder "neun Monate Winter". Die besondere Herausforderung beim Bau eines Autohauses: Betonieren bei minus 15 Grad Celsius.

Betonieren bei -15 Grad Celsius: Mit einer speziellen Stützenschalung und Wärme aus Widerstandsdrähten ist dies möglich, Foto: Rudolf Frei / Paschal Betonieren bei -15 Grad Celsius: Mit einer speziellen Stützenschalung und Wärme aus Widerstandsdrähten ist dies möglich, Foto: Rudolf Frei / Paschal

Helfen konnte hier die Paschal-Werk G. Maier GmbH aus Steinach. Das Gebäude mit über 13.000 Quadratmetern Nutzfläche wurde als Flachgründung ausgeführt, wobei die Raster-Universalschalung von Paschal sowohl als Fundament- als auch als Wandschalung eingesetzt wurde. Ebenfalls wurden sämtliche Unterzüge mit der Raster-Schalung erstellt. Das Gebäude wurde als Skelettbau errichtet. Die 32 Pfeiler wurden mit der sogenannten Grip-Schalung erstellt, eine klappbare Säulenschalung, die in 5-cm-Schritten quadratisch oder rechteckig zwischen 20 und 60 cm verstellt werden kann. Sie liefert seriell eine hochwertige Sichtbeton-Optik und kann mit nur einem Kranspiel umgesetzt werden.

Für die frostigen Verhältnisse auf der Baustelle wurden die seitlichen Schalungs-Gefache der Grip manuell mit Styroporplatten versehen. Diese halten die Hydratationswärme des Betons innerhalb der Schalung, sodass dieser ausreichend abbinden kann und die Betonqualität gesichert bleibt.

Die Wandschalung jedoch hat ein deutlich schlechteres physikalisches Verhältnis von Volumen zu Oberfläche, sodass dieses "Fütterungs"-Verfahren hier ausschied. Stattdessen wurden Stromdrähte an die Bewehrung montiert. Durch den elektrischen Widerstand der Drähte entsteht beim Stromdurchfluss Wärme, die ein "Erfrieren" des Betons verhindert. Der Draht bleibt verloren im Beton zurück.

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