Fachbeiträge & Interviews
Donnerstag, 22. August 2019
Ausgabe 6576 | Nr. 234 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Bolzenanker: Europäisch Technische Zulassung (ETA) für Erdbebengebiete

# 02.10.2013

Hersteller verspricht gleichen Halt bei reduzierter Verankerungstiefe. Unterschiedliche Ausführungen ermöglichen breite Anwendung. Zahlreiche Sicherheitsstandards erfüllt

Verankerungen von Geländern, wie z.B. an Balkonen oder Podesten, sollen auch bei Erdbeben halten. Foto: fischerwerke Verankerungen von Geländern, wie z.B. an Balkonen oder Podesten, sollen auch bei Erdbeben halten. Foto: fischerwerke

Für Befestigungen von Bauteilen verschiedenster Art gibt es eine neue Lösung. Die Unternehmensgruppe fischer hat das Sortiment ihres Bolzenankers FAZ II erweitert, wobei eine zweite, reduzierte Verankerungstiefe, ein längeres Gewinde, eine spezielle U-Scheibe für den konstruktiven Holzbau und die Zulassungserweiterung für Seismik C1 neue Maßstäbe setzen sollen.

Schnellere Montage bei geringerem Verschleiß
Die reduzierte Verankerungstiefe bei den Versionen M10, M12 und M16 sorge für eine spürbar schnellere Montage, heißt es vom Unternehmen. "Durch die deutlich geringeren Bohrlochtiefen verringert sich der Bohraufwand gegenüber den Standardabmessungen um rund 27 Prozent", so der Hersteller weiter. Geringere Bohrzeiten und weniger Bewehrungstreffer führten zu einer erheblichen Zeit- und Materialersparnis.

Trotz der deutlich verringerten Verankerungstiefe blieben die zulässigen Belastungen weiterhin hoch. Beim FAZ II mit einem Durchmesser von zehn Millimetern seien die Zuglasten im Vergleich zur Standardverankerungstiefe sogar unverändert. Der Anker könne so schon in extrem dünnen Betonbauteilen von 80 Millimeter Dicke verwendet werden. Aufgrund eines deutlich längeren Gewindes, eigne sich der Bolzenanker nicht nur für die Vor- und Durchsteckmontage, sondern auch für Abstandsmontagen.

FAZ II K

Der Anker mit kürzerem Bolzen und reduzierter Verankerungstiefe ist die wirtschaftliche Wahl bei einer Vielzahl von Anwendungen wie z.B. der Verankerung von Kabeltrassen, Geländern und Fassadenunterkonstruktionen. Die zehn neuen Abmessungen des FAZ II K in galvanisch verzinkter Ausführung sowie in nicht rostendem Stahl A4 sind bis zu einer Anbauteildicke von 20 Millimeter einsetzbar.

In der Version mit großer Scheibe eignet sich der FAZ II K GS für Anwendungen mit größerem Durchgangsloch bzw. Langlöchern im Anbauteil. Sie erlaubt auch die bessere Ausrichtung bei Halterungen mit Langlöchern.

FAZ II HBS

Mit einer extra großen Unterlegscheibe nach der deutschen Holzbaunorm DIN 1052 erfüllt die Ausführung FAZ II HBS ("HolzBauScheibe") die hohen Ansprüche an den konstruktiven Holzbau. Dank ihres größeren Außendurchmessers und einer Dicke von sechs Millimetern schafft die FAZ II HBS eine zuverlässige Kraftübertragung zwischen Bolzenanker und Anbauteilen wie Balken oder Schwellen.

Zulassungserweiterung für Seismik C1

Die Europäische Technische Zulassung (ETA) für gerissenen Beton mit der neuen Regelung für Anwendungen in Erdbebengebieten (Seismik C1), eine Schockzulassung des Bundesamtes für Zivilschutz sowie ein Brandschutzgutachten dokumentieren nach Herstellerangaben den hohen Sicherheitsstandard der neuen Produkte.

Demnach sorge der FAZ II besonders im vorbeugenden Brandschutz bis R 120 für hohe Anwendersicherheit.

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