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Freitag, 23. Februar 2018
Ausgabe 6031 | Nr. 54 | 17. Jahrgang
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Carbonbeton: Forscher erhalten Aufmerksamkeit durch Auszeichnungen

# 26.02.2016

Nachhaltigkeits-Preise motivieren 130 Projektpartner. Markteinführung spätestens für 2025 geplant. Rohstoffsparendes Material soll langfristig Stahlbeton ersetzen

Zwei Preise in einer Woche

Da Carbon im Gegensatz zu Stahl nicht korrodieren kann, wird viel weniger Beton benötigt, um einen langlebigen, stabilen Werkstoff zu erhalten. Foto: Ulrich van Stipriaan Da Carbon im Gegensatz zu Stahl nicht korrodieren kann, wird viel weniger Beton benötigt, um einen langlebigen, stabilen Werkstoff zu erhalten. Foto: Ulrich van Stipriaan

Einen Preis bekommt, wer Relevantes geschaffen hat. Somit scheint das Engagement des interdisziplinären Netzwerkes "C³ – Carbon Concrete Composite" für den Baustoff Carbonbeton alles andere als irrelevant zu sein.

Im vergangenen Jahr wurde das Konsortium binnen einer Woche gleich zwei Mal mit einem nationalen Wissenschaftspreis ausgezeichnet, darunter der Deutsche Rohstoffeffizienzpreis, welcher von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium jährlich verliehen wird. Zuvor hatte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka dem Netzwerk bereits den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung verliehen.

Weniger Sand und Beton zur Herstellung notwendig

Zur Begründung des Deutschen Rohstoffeffizienzpreises heißt es, dass die DERA insbesondere den im Vergleich zu herkömmlichen Baustoffen geringen Verbrauch von Sand zur Herstellung von Carbonbeton würdigte. Zudem könne durch die Verwendung des nichtkorrodierenden Materials Carbon die Bauteildicke und damit die Betonmenge beim Bau erheblich reduziert werden. Dies wirke sich in erheblichem Maße günstig auf Ressourcen- und Energieverbrauch sowie die CO2-Bilanz aus.

"Stahlbeton ist der Verbundwerkstoff unserer Zeit, aber die großen Mengen an Sand, Kies und vor allem Zement verursachen erhebliche Umweltwirkungen. Die Verwendung von alternativen Bewehrungsmaterialien wie Carbon führt zu einer reduzierten Betondeckung und damit zu schlankeren Bauteilen. Dadurch lassen sich die Anteile der eingesetzten Rohstoffe stark verringern", so Klaus Holschemacher, Direktor des Instituts für Betonbau an der HTWK Leipzig, einem Forschungspartner von C³.

Neue Art des Bauens soll Stahlbeton überflüssig machen

Geht es nach dem Willen des C³-Netzwerkes soll Carbonbeton aufgrund seiner Ressourcen schonenden Eigenschaften "eine neue Art des Bauens" begründen und den bislang wichtigsten Baustoff Stahlbeton sukzessive ersetzen. Angesichts der verbauten Mengen an Stahlbeton (Deutschland: 100 Millionen Tonnen jährlich) sei das Potenzial in Sachen Umweltschutz gewaltig.

Ein weiterer Vorteil des innovativen Baustoffs wird mit der günstigen Langzeitperspektive für den Sektor Bauen angegeben. Hierfür gab es denn auch den Preis der Bundesforschungsministerin.

Das Netzwerk C³ – Carbon Concrete Composite

wird von der Technischen Universität Dresden koordiniert und vom Bundesforschungsministerium gefördert. Unter der Marke C³ erforschen 130 Projektpartner den als zukunftsfähig angesehenen Baustoff Carbonbeton und treiben dessen Praxiseinführung voran. In spätestens zehn Jahren will das Konsortium den Baustoff zur Marktreife gebracht haben.

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