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Freitag, 26. April 2019
Ausgabe 6458 | Nr. 116 | 18. Jahrgang
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FH Gießen-Friedberg entwickelt Durchstanz-Bewehrungssystem

# 18.05.2010

Ein Durchstanz-Bewehrungssystem namens "Clixs" resultiert aus der Entwicklungsarbeit von Prof. Dr. Gerd Günther, der Massivbau und Statik am Fachbereich Bauwesen der FH Gießen-Friedberg lehrt. Das jetzt in Serie gegangene System erhöht mit speziellen Blechelementen die Stabilität von Betondecken und reduziert zugleich die Menge des benötigten Stahls.

Prof. Dr. Gerd Günther mit dem an der FH Gießen-Friedberg entwickelten Durchstanz-Bewehrungssystem, Foto: FH Gießen-Friedberg Prof. Dr. Gerd Günther mit dem an der FH Gießen-Friedberg entwickelten Durchstanz-Bewehrungssystem, Foto: FH Gießen-Friedberg

Das Produkt hat im Dezember 2009 die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erhalten. Bei der Markteinführung hat Prof. Günther mit der Gießener TransMit GmbH kooperiert, ein anderes Unternehmen vertreibt das "Durchstanz-Bewehrungssystem" inzwischen unter dem Namen "Clixs" als Teil seines Sortiments.

Mit diesem Produkt wurden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten abgeschlossen, deren Anfänge rund zehn Jahre zurückreichen. Damals begann Prof. Günthers Team an der Fachhochschule im Rahmen eines Projekts, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, innovative Bewehrungselemente zu konzipieren und zu testen. Neue Wege zur Verstärkung von Stahlbetondecken sollten gefunden werden, speziell für das Problem des "Durchstanzens".

Die Resultate der Gießener Gruppe, in die während der gesamten Entwicklungsphase Studierende des Bauingenieurwesens im Rahmen von Projekt- und Diplomarbeiten integriert waren, führten bereits im Jahr 2002 zu einer ersten Patentanmeldung. Von Beginn an richtete sich Prof. Günther an der Baupraxis aus und kooperierte in den folgenden Jahren mit Partnern aus der Industrie.

Dabei unterstützte ihn die TransMit, eine Transfergesellschaft, die als Gründung der drei mittelhessischen Hochschulen deren Potenzial in Wissenschaft und Forschung vermarktet. Zu den Produktpartnern gehört auch ein Beton-Fertigteilwerk aus Baden-Württemberg, das Produktions- und Vertriebsrechte erworben hat.

Die Wettbewerbsvorteile des neuen Bewehrungssystems liegen sowohl in seinen technischen Leistungen als auch in seiner Wirtschaftlichkeit. Die Bleche aus normiertem Baustahl können sowohl bei Ortbeton als auch in Fertigteilkonstruktionen eingesetzt werden und bringen durch ihre Anordnung und Bemessung mehr Festigkeit und eine bedeutende Materialersparnis. Die Entwickler versprechen eine höhere maximale Querkrafttragfähigkeit von mehr als 5 Prozent gegenüber bekannten Doppelkopfsystemen. Auch Durchdringungsprobleme mit der Netzbewehrung in der unteren und oberen Bewehrungslage würde es nicht geben, da das System orthogonal angeordnet wird.

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