Fachbeiträge & Interviews
Donnerstag, 17. Oktober 2019
Ausgabe 6632 | Nr. 290 | 19. Jahrgang
Autor: Dipl.-Ing. Walter Dittmann
Herausgeber: Schöck Bauteile GmbH email-weiterempfehlendruckansicht

Hautnah an der Nahtstelle Stahl - Beton

# 18.08.2001

Das Bauschadensrisiko beim Anschluss von Stahlkonstruktionen an Stahlbeton - Eine Bestandsaufnahme mit Lösungsansatz - Der neue ISOKORB KS/QS

Foto: Schöck Bauteile GmbH Foto: Schöck Bauteile GmbH

"Der Baustoff Stahl ist aktueller denn je". Zu diesem Schluss kommt jedenfalls die "Gemeinschaft Bauen mit Stahl". Verglichen mit den europäischen Nachbarländern ist der Anteil des Stahlbaus in Deutschland insbesondere im Geschoss- und Wohnungsbau zwar immer noch relativ gering. Das wird sich aber rasch ändern. Immer mehr Architekten, Bauingenieure und Bauherren entscheiden sich nämlich aus Gründen der Transparenz, Leichtigkeit und Wirtschaftlichkeit, aber auch wegen verkürzter Bauzeiten, für ein Mischsystem aus Stahl und Beton. Anbauten, wie Balkone, Treppen, Vordächer oder Abschattungssysteme, sind sichtbare Zeichen für den Trend, Stahlkonstruktionen an Stahlbetondecken anzuschließen.

Foto: Schöck Bauteile GmbH Foto: Schöck Bauteile GmbH

Dabei zeigt sich, dass die Anschlussdetails oftmals nicht mit der aus bauphysikalischer Sicht erforderlichen Sorgfalt ausgeführt werden. „Das ist ja nur eine kleine Wärmebrücke, punktuell sozusagen, die kann man doch vernachlässigen“. Diese oft gehörte Meinung fördert erkennbar das Risiko von Bauschäden. Abgesehen von unnötigen Wärmeverlusten gehören Tauwasser und Schimmel zu den häufigsten Ursachen für Bauschadensprozesse. Hinzu kommt die bald in Kraft tretende Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie verlangt eine abermalige Verringerung der baulichen Lüftungs- und Transmissionswärmeverluste. Damit gewinnt die Reduzierung bzw. Vermeidung von Wärmebrücken eine bislang nicht gekannte Bedeutung. Denn bei zunehmend besser abgedichteten und wärmegedämmten Gebäudehüllen ergibt sich naturgemäß ein immer höheres relatives Ausgleichspotential, das sich über die noch verbleibenden Lecks, insbesondere die kleinen punktuellen Wärmebrücken, zu entladen versucht. Vergleichbar ist dieser Effekt mit einem prall gefüllten Wasserbeutel, bei dem aus einem kleinen Loch ein feiner, scharfer Wasserstrahl zum Ausgleich des hydraulischen Gefälles entweicht.

Schöck Isokorb, Foto: Schöck Bauteile GmbH Schöck Isokorb, Foto: Schöck Bauteile GmbH

Durch eine fachgerechte Planung, geeignete Bauweisen, Bauelemente und Baustoffe, lassen sich solche Lecks im Energiekonzept eines Gebäudes inklusive der daraus folgenden Haftungsrisiken beseitigen. Zunächst ist bei einer Festlegung auf die Bauweise „Stahl an Stahlbeton“ die Wahl der Baustoffe entscheidend. Wird im Bereich des Anschlusses der übliche Baustahl St 37 durch geeigneten Edelstahl ersetzt, lässt sich der Wärmestrom um ca. 75 % reduzieren. Diese Verminderung resultiert aus den unterschiedlichen Wärmeleitzahlen von 60 W/mK beim Baustahl St 37 beziehungsweise 15 W/mK beim Edelstahl (Werkstoff-Nr. 1.4571). Darüber hinaus ist oftmals eine Reduzierung des Stahlquerschnitts, der die Dämmebene durchdringt, auf das statisch erforderliche Maß möglich.

Der planerische und konstruktive Aufwand, den eine Optimierung der Wärmedämmung mit sich bringt, kann heute allerdings auf elegante Weise durch die neue Produktgruppe Schöck Isokorb KS und QS reduziert werden. Diese Elemente ermöglichen jetzt erstmals den wärmegedämmten Anschluss von Stahlkonstruktionen. Die beiden Varianten KS (für frei auskragende Stahlteile) und QS (für außen gestützte Stahlkonstruktionen) reduzieren dabei den Wärmestrom durch Querschnittsoptimierung sowie durch die Verwendung von Edelstahl (Werkstoff-Nr. 1.4571) auf ein unschädliches Maß. Neben der Zeitersparnis bei der Planung kann auch bei der Montage von einem zeitlichen Vorteil ausgegangen werden. Der hohe Vorfertigungsgrad sowie die Justiermöglichkeiten zum Ausgleich von Einbautoleranzen bieten die Gewähr, dass es beim Einbau schnell vorangeht. Hinzu kommt der Faktor Sicherheit, der durch die Typenprüfung gewährleistet ist.

Ihre Bewertung für diesen Fachbeitrag
Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
Scköck Bauteile GmbH
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/38