Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 29. November 2022
Ausgabe 7771 | Nr. 333 | 22. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Historischer Museumsbau: CFK-Lamellen verstärken Tragwerk

# 07.12.2021

Modernisierungsarbeiten im Deutschen Museum München 2006 begonnen. Skelettbau von 1910 ohne tragende Wände. Brandschutz nach Betonsanierung wiederhergestellt

Historisches Gebäude in Skelettbauweise wird bis 2028 saniert

Die Unterzüge des historischen Tragwerks am Deutschen Museum München wurden mit carbonfaserverstärkten Kunststofflamellen (CFK) und verklebten Stahllaschen verstärkt. Foto: StoCretec Die Unterzüge des historischen Tragwerks am Deutschen Museum München wurden mit carbonfaserverstärkten Kunststofflamellen (CFK) und verklebten Stahllaschen verstärkt. Foto: StoCretec

Das Deutsche Museum München wird bereits seit 2006 saniert. Dabei soll das Ausstellungsgebäude auf den neuesten technischen Stand gebracht, bauliche Schwächen behoben und der Brandschutz optimiert werden.

Die Baumaßnahmen erfolgen in zwei Abschnitten, sodass das Museum währenddessen geöffnet bleiben kann. 2028, zum 125. Gründungsjubiläum des Deutschen Museums, soll das Haus komplett modernisiert sein.

Bei der bisherigen Sanierung wurde unter anderem die Tragfähigkeit des Skelettbaus aus bewehrtem Beton ohne tragende Wände erhöht. Um das typische Bild des historischen Bauwerks von 1910 zu erhalten, wurde hierfür eine möglichst schlanke Bauweise gesucht.

CFK-Lamellen verstärken tragende Unterzüge

Die Verstärkung der vorhandenen Unterzüge erfolgte durch Biegezugbewehrung aus carbonfaserverstärkten Kunststofflamellen (CFK) und Querkraftbewehrung aus verklebten Stahllaschen. Das verwendete System StoConcrete Carbon Plate verfügt über ein geringes Eigengewicht, erhöht also kaum die ständigen Lasten der tragenden Bauteile.

Nach wenigen Tagen waren die verstärkten Bauteile voll belastbar. Die CFK-Lamellen wurden vor Ort zugeschnitten und an die individuellen Erfordernisse angepasst. Zur Berechnung der Genehmigungsstatik setzten die Tragwerksplaner die Software "FRP Lamella" von S&P Clever Reinforcement ein.

Betonersatzsysteme stellen Brandschutz wieder her

Zur Instandsetzung sowie als Unterbau für die CFK-Lamellen kamen der Reparaturmörtel StoCrete TG 203 und der Trockenspritzmörtel StoCrete TS 100 zum Einsatz. Polypropylenfasern sorgen für die speziellen Brandschutzeigenschaften und verstärken die Frischmörtelstruktur.

Beide genannten Systeme eignen sich laut Hersteller für die Anwendung bei zusätzlichen Anforderungen an die statische Mitwirkung und zur Reprofilierung des Untergrundes im Rahmen der Tragwerksverstärkung mit geklebter Bewehrung aus CFK-Lamellen. Die umfassend brandgeprüften Betonersatzsysteme stellen den Feuerwiderstand der Betonbauteile wieder her.

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