Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 21. August 2019
Ausgabe 6575 | Nr. 233 | 19. Jahrgang
Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Nachträgliche Horizontalsperre für Mauerwerk

# 04.06.2007

Injektionsmittel auf Silicon-Microemulsionsbasis als Sperrschicht

An diesem nicht unterkellerten Mauerwerksbau in Frankfurt am Main wurde die nachträgliche Horizontalsperre eingebaut, Foto: Drytech Gerst Abdichtungstechnik GmbH An diesem nicht unterkellerten Mauerwerksbau in Frankfurt am Main wurde die nachträgliche Horizontalsperre eingebaut, Foto: Drytech Gerst Abdichtungstechnik GmbH

Bei älteren Mauerwerksbauten sind Horizontalsperren in den Kellerwänden oftmals nicht oder nicht mehr vorhanden. Die Feuchte aus dem Baugrund kann so in Kapillaren ungehindert in den Wänden aufsteigen und die Bausubstanz schädigen bzw. das Klima in den Innenräumen beeinträchtigen. So auch bei einem gewerblich genutzten Mauerwerksbau aus dem Jahr 1901. Die aufsteigenden Wände sollten umfassend und dauerhaft durch eine nachträgliche Horizontalsperre abgedichtet werden. Die Analyse der Wände im Erdgeschoss ergab ein besonders dichtes, 36 cm starkes Mauerwerk. Da die Mieter im Erdgeschoss nicht durch die Abdichtungsarbeiten beeinträchtigt werden sollten, kam nur eine Einbringung von außen in Betracht.

Aufgrund der vorhandenen Bausubstanz wurde ein wasserabweisend (hydrophobierend) wirkendes Injektionsmittel auf Silicon-Microemulsionsbasis mehrstufig in das Mauerwerk gepresst. Dazu wurden im Abstand von ca. 10 cm etwa 31 cm tiefe Bohrlöcher ins Mauerwerk eingebracht. Sie nahmen die Injektionsdüsen auf und verteilten das Injektionsmittel. Nach der Verpressung wurden die Bohrlöcher mit einer hydrophobierenden und kapillarverengenden Bohrlochflüssigkeit verschlossen. Die erste Abdichtungsmaßnahme bei diesem Objekt umfasste 42,5 lfdm. Außenwand, die in zehn Werktagen bearbeitet wurden.

Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/1839