Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 24. April 2019
Ausgabe 6456 | Nr. 114 | 18. Jahrgang
Autor: 
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst bauingenieur24 Informationsdienst Jobs Stellenangebote Stellen Stellenanzeigen email-weiterempfehlendruckansicht

Neuartiger Zement erhält Umweltpreis

# 03.08.2011

Der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelte umweltschonende Zement Celitement erhält den Umwelttechnik-Sonderpreis Baden-Württemberg. Celitement erfordert aus heutiger Sicht nur halb so viel Energie bei der Herstellung und gibt bei der Produktion im Vergleich zu bisherigen Verfahren voraussichtlich nur halb so viel Kohlendioxid (CO2) an die Umwelt ab. Der neue Zement wird mittlerweile von der Celitement GmbH, einer Ausgründung der vier Erfinder, des KIT und des Industriepartners Schwenk Zement KG bis zur Marktreife weiterentwickelt.

Die neu errichtete Pilotanlage liefert täglich 100 Kilogramm Celitement, Foto: Markus Breig Die neu errichtete Pilotanlage liefert täglich 100 Kilogramm Celitement, Foto: Markus Breig

Den Umwelttechnikpreis vergibt das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft alle zwei Jahre für hervorragende und innovative Produkte in der Umwelttechnik in vier Kategorien. Der Sonderpreis der Jury, den in diesem Jahr die Celitement GmbH erhält, orientiert sich an aktuellen umweltpolitischen Herausforderungen.

Die Zementherstellung ist ein energieintensiver Prozess. Jährlich emittieren die Zementwerke etwa drei Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid – dies sind fünf bis sieben Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Damit setzt die Zementherstellung drei bis viermal so viel CO2 frei wie der gesamte Flugverkehr. Zudem ist Celitement ressourcenschonend, da im Vergleich zu herkömmlichem Portlandzement nur ein Drittel der Menge an Kalkstein nötig ist und auf den Zumahlstoff Gips vollständig verzichtet werden kann.

"Celitement hat das Potenzial langfristig in großen Bereichen den konventionellen Zement zu ersetzen", ist Dr. Hanns-Günther Mayer, einer der Geschäftsführer der Celitement GmbH, überzeugt. Zunächst haben die KIT-Wissenschaftler Celitement im Labormaßstab produziert. Nach mehr als einem Jahr mit intensiven und sehr erfolgreichen Tests errichtete die Celitement GmbH im letzten Jahr auf dem Campus Nord des KIT eine Pilotanlage mit einem Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro. Die Pilotanlage wird ab Herbst 2011 täglich 100 Kilogramm Celitement liefern. "Dies ist ein weiterer großer Schritt auf dem Weg zur Marktreife des umweltschonenden Zements", so Mayer.

"Mit energie- und materialeffizienten Verfahren und Produkten können baden-württembergische Unternehmen enorme Kostensenkungspotentiale realisieren, ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und nicht zuletzt neue, stark wachsende Märkte weltweit erschließen", betont Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. "Mit dem Umwelttechnikpreis wollen wir hier ein Zeichen setzen, indem wir Unternehmen mit ihren Innovationen ins Licht rücken, die besonders ressourcensparend und umweltschonend wirken."

Zement, Massivbau, Umweltpreis, Energieeinsparung, Zementherstellung, Celitement Massivbau https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/massivbau/neuartiger-zement-erhaelt-umweltpreis/2391.htm 358 de-DE
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/2391