Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 18. September 2018
Ausgabe 6238 | Nr. 261 | 18. Jahrgang
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Herausgeber: Wapenhans und Richter - Bausachverständige, Dresden Wapenhans und Richter - Bausachverständige, Dresden email-weiterempfehlendruckansicht

Schadensbeispiele im Mauerwerksbau - Teil 4/4

# 17.09.2001

Teil 4 - Verschiedene Schadensbilder für Mischmauerwerk mit unterschiedlichen Verformungsverhalten / Die Beitragsreihe schließt mit Teil 4 / Die Redaktion von bauingenieur24 bedankt sich bei Wapenhans und Richter - Bausachverständige, Dresden

5. Verformungsunterschiede im Mauerwerk

Abb. 1 - Schadensbilder bei Mauerwerk, Abb.: Wapenhans und Richter Abb. 1 - Schadensbilder bei Mauerwerk, Abb.: Wapenhans und Richter

Mauerwerk verkürzt sich unter kurzzeitiger (elastische Verformung) und langzeitiger Belastung (Kriechen) aber auch durch Austrocknung (Schwinden) und Abkühlung. Es verlängert sich durch Feuchteaufnahme (Quellen) und Erwärmung.

Typisches Schadensbild für Mischmauerwerk mit unterschiedlichen Verformungsverhalten: Zunahme der Rissbreiten mit steigender Geschosszahl, Abgetreppte Schrägrisse in den Wandecken und Lastumlagerung durch Druckbogenbildung. Außenmauerwerk: Hochlochziegel - i.d.R. keine Schwindneigung (eher Quellen) Innenmauerwerk: Kalksandstein - relativ große Schwindneigung

Schwinden des Mauerwerkes - In der DIN 1053-1 Tabelle 2 [1] sind die Verformungskennwerte für die unterschiedlichen Mauerwerkssteine dargestellt. Durch den Einsatz unterschiedlicher Baustoffe (Mauerziegel für den Außenbereich, Kalksandstein und Porenbeton für den Innenbereich) werden i.d.R. Baustoffe kombiniert, die ein unterschiedliches Schwindverhalten aufweisen. Es sind daher durch den Planer Maßnahmen festzulegen, die diese unterschiedlichen Materialeigenschaften der Wandbaustoffe als Mangelursache am Bauwerk ausschließt.

6. Konstruktive Maßnahmen

Folgende Maßnahmen sind notwendig, um Schäden am Mauerwerk zu vermeiden: Wahl von Mauerwerk - Kombinationen mit geringem Formänderungsunterschied D e 0 (Aufgabe des Planers), Anstreben gleicher Setzungen des Baukörpers, Verminderung des Kriechens, insbesondere bei Kalksandsteininnenwänden durch die Wahl höherer Festigkeitswerte (höherer E-Modul), Anordnung von rissbreitenbeschränkende Bewehrung, Ausführung der Wandanschlüsse mit der Stumpfstoßtechnik (als vertikal "weicher Anschluss"), Einlegen von Papplagen zwischen Unterseite Geschossdecke und Innenwand und die Sorgfaltspflicht bei der Ausführung und der Bauüberwachung.

7. Risssanierung

Abb. 2 - Handhabung und Verpressung mit Bohrlochpacker, Abb.: Wapenhans und Richter Abb. 2 - Handhabung und Verpressung mit Bohrlochpacker, Abb.: Wapenhans und Richter

Sowohl im Stahlbetonbau, als auch im Mauerwerksbau können die Risssanierungen sehr ähnlich durchgeführt werden: Die Palette der Möglichkeiten zur Risssanierung ist sehr groß - folgende Prinzipien können verwirklicht werden: (1) Kraftschlüssiges Verpressen von Rissen mit EP-Harzen (2) Nicht kraftschlüssige Rissabdichtung gegen Feuchtigkeit (3) Abdichten von Rissen mit elastischen Dichtstoffen (4) Schutz durch Hydrophobierung (5) Rissüberbrückende Beschichtungen und (6) Rissüberbrückung mit Spezialgewebe. Vor der Risssanierung sollte jedoch die Rissursache bekannt sein. Auch der Zeitpunkt einer wirtschaftlichen Sanierung der Risse ist mit zu beachten. Handelt es sich z.B. um aktive Risse (infolge Temperaturbeanspruchung), so ist ein dauerelastischer Verschluss der Risse anzustreben. Wird es erforderlich, die Kraftschlüssigkeit wiederherzustellen, ist z.B. ein Verpressen zweckmäßig.

Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
Wapenhans und Richter
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