Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 03. Dezember 2021
Ausgabe 7411 | Nr. 337 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Kai-Uwe Sager: "Behörden sollten mehr unterstützen und weniger vorschreiben."

# 24.11.2021

Kai-Uwe Sager von der Sager GmbH aus Berlin | Behördliche Auflagen verzögern Bautätigkeit. Handwerk heute nur mit modernen Hilfsmitteln und Maschinen erfolgreich. Lebenslanger Weiterbildungsprozess hört für 60-Jährigen nie auf

Kai-Uwe Sager

Kai-Uwe Sager ist als selbstständiger Bausachverständiger und Gutachter in Berlin aktiv. Foto: Sager GmbH Kai-Uwe Sager ist als selbstständiger Bausachverständiger und Gutachter in Berlin aktiv. Foto: Sager GmbH

Kai-Uwe Sager ist selbstständiger Projektsteuerer und Sachverständiger im Bauwesen.

Für seine Kunden erbringt er Leistungen der Planung und Bauleitung für unterschiedlichste Bauprojekte.

Hinzu kommt die Tätigkeit als Gutachter für den baulichen Brandschutz, Schäden an Gebäuden und die Immobilienwertermittlung.

Herr Sager, was fordert Sie aktuell besonders in Ihrem Job?

Mich fordern derzeit die ständigen Veränderungen, Vorgaben und behördlichen Auflagen. Es ist eine deutliche Verlagerung der Verantwortung der Behörden in den Planungsbereich spürbar.

Die Planung wiederum verschiebt Entscheidungen aus rechtlichen Gründen an den Bauherrn, der mit diesen dann oft überfordert ist. Entscheidungen, die für einen ordnungsgemäßen Bauablauf erforderlich sind, kommen daher oft nicht zeitnah zur Ausführung oder weiteren Planung, so dass Verzögerungen entstehen.

Weiterhin ist der Gesetzgeber laufend dabei, bestehende Gesetze, Verordnungen und Regeln zu ändern und diese dann über Amtsblätter zu veröffentlichen. Als Bauleiter oder Planer ist man durch die Veränderungsgeschwindigkeit kaum noch in der Lage, dem zu folgen.

Wie lange sind Sie schon in der Branche tätig und warum? Was war Ihr bisheriger beruflicher Höhepunkt?

Ich bin, aufgrund meiner Ausbildung zum Maurer ab dem 15. Lebensjahr, mittlerweile 45 Jahre im Beruf tätig.

Der Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn waren die Freisprechungen zum Maurermeister sowie zum Betriebswirt des Handwerks.

Welche Wege gehen Sie in punkto Personalgewinnung?

Ich arbeite nunmehr seit 14 Jahren allein und daher ist das Thema Personalgewinnung für mich nicht mehr aktuell.

Für das Baugewerbe, das Handwerk und die Planer sehe ich nur die Möglichkeit, durch ständige Innovation den Nachwuchs zu sichern. Das Smartphone oder Tablet-PC gehören aus meiner Sicht genauso auf die Baustelle wie innovative Arbeitsprozesse.

Nur durch einen Wandel zur Innovationsgesellschaft kann der Nachwuchs gesichert werden und das Baugewerbe und Handwerk attraktiv für junge Menschen sein. Tradition muss dabei Innovationen fördern und darf sie nicht verhindern. Manufaktur mit modernen Hilfsmitteln und Maschinen ist das Geheimnis für Erfolg.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: "Um erfolgreich zu planen und zu bauen kommt es in Zukunft darauf an, dass..."

... alle Beteiligten innovativ und flexibel sind.

In welche Technik investieren Sie?

Ich bin seit 30 Jahren selbstständig, habe immer Computer und elektronische Hilfsmittel verwendet und nutze die Möglichkeiten von Clouds und webbasierten Programmen.

Wir haben in den letzten Jahren einige webbasierte Softwarelösungen getestet. Die Baumanagement-Software BauMaster des österreichischen Herstellers PASit software GmbH erschient im Vergleich bisher sehr aufgeräumt und ohne große Vorkenntnisse nutzbar.

Die Zukunft sehe ich in solchen webbasierten Lösungen, die zur Miete oder auch zeitweiser Nutzung im Projekt eine Unterstützung darstellen.

Welchen Wunsch haben Sie an die Politik?

Ich wünsche mir weniger Gesetze, Verordnungen und Vorgaben und mehr Unterstützung der Verwaltungen und Behörden.

Der Bürger bezahlt über Abgaben und Steuern die Gehälter der Politiker, Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst, daher sollte es auch selbstverständlich sein, dass die Politik und die Behörden helfen und nicht nur vorschreiben und blockieren.

Wie sieht Ihre individuelle Weiterbildung aus?

Mit meinen 60 Lebensjahren ist für die Teilnahme an Seminaren und Weiterbildungen ein wenig der Druck und auch der Elan raus. Durch die tägliche Tätigkeit und die wechselhaften Aufgaben befinde ich mich dennoch in einem laufenden Weiterbildungsprozess, der sicherlich nie aufhört.

Welchen Ausgleich haben Sie zum Beruf?

Das Golfspielen.

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