Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 09. Dezember 2018
Ausgabe 6320 | Nr. 343 | 18. Jahrgang
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Nachgefragt bei: Axel Ziese

# 30.11.2018

Dipl.-Ing. (FH) Axel Ziese von der Verkehrslenkung Berlin (VLB) - Jeder Planer tickt in seiner beruflichen Praxis anders. Arbeitsabläufe und Planungen gestalten sich, je nachdem, worauf der Einzelne Wert legt, unterschiedlich. Um den individuellen Eigenschaften erfolgreicher Ingenieure auf die Spur zu kommen und ihre Tipps und Hinweise für den Beruf für alle nutzbar zu machen, heißt es bei bauingenieur24 einmal im Monat "Nachgefragt bei ...". Bauingenieure und Experten ihres Faches liefern dabei im Interview aufschlussreiche Antworten zu unseren Fragen.

Dipl.-Ing. (FH) Axel Ziese ...

Dipl.-Ing. (FH) Axel Ziese ist Bauleiter bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB). Foto: VLB Dipl.-Ing. (FH) Axel Ziese ist Bauleiter bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB). Foto: VLB

...arbeitet bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB) im Bereich der Baulastträgerverwaltung. Die zentrale Straßenverkehrsbehörde des Landes Berlin ist der Baulastträger für circa 2.200 Lichtsignalanlagen sowie circa 650 Kilometer Kabelführungssysteme des Landes Berlin.

Axel Ziese beschäftigt sich intensiv mit verkehrstechnischen Produkten des Straßenverkehrs sowie des Kabeltiefbaus zur Anbindung von Lichtsignalanlagen an vorhandene Verkehrsrechnerinfrastruktur.

Zu seinem Aufgabengebiet gehören zudem die Genehmigung und bauliche Abnahme von Projekten des Kabelführungssystem- und des Lichtsignalanlagenbaus, u.a. auch im Wechsel der Vorhabenablösung zwischen Bundes- und Landesebene.

Herr Ziese, was fordert Sie gerade besonders in ihrem Job?

Momentan fordern mich der Ausbau von LWL-Netzen (Anm. d. Red.: = Lichtwellenleiter-Netze, vgl. Glasfaserkabel-Netze) zum direkten Anschluss von Lichtsignalanlagen bzw. LSA an bestehende Verkehrsrechner sowie einige Neu-, Um - und Ersatzbauten im Lichtsignalanlagenbau.

Beispielhaft zu nennen wären die behördliche Begleitung von innerstädtischen Bauprojekten, wie der Ausbau von Knotenpunkten mit einer kompletten Verrohrung, die Realisierung von Steuerkabeltrassen sowie die relativ hohe Menge an Regulierungsarbeiten an landeseigenen LSA-Kabelführungssystemen beim Bau Dritter, wie u.a. der Berliner Untergrundbahn, im Brückenbau sowie weiterer Leitungsträgerverwaltungen.

Wie lange sind Sie schon in der Branche tätig und warum?

Ich bin seit März 2003 im Bereich Verkehrstechnik / Steuerung Lichtsignalanlagen / Bau von Lichtsignalanlagen tätig. Ich kam nach dem Studium über meinen damaligen Professor zu meiner Tätigkeit im Bereich Lichtsignalanlagen.

Später wechselte ich zum Generalübernehmer für Planung, Bau und Betrieb von Lichtsignalanlagen im Land Berlin, nachdem erstmalig ein solches PPP-Modell im Land Berlin installiert worden war.

Ich habe bislang Lichtsignalanlagen in Hessen, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, dem Saarland und Schleswig-Holstein sowie zusätzlich Verkehrsleiteinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern geplant.

Es war stets eine herausfordernde Tätigkeit und über die Projektgröße und den Spaß an der Arbeit hatte ich bis zu meinem Engagement als Bauleiter im Öffentlichen Dienst nahezu alle Posten vom Projektingenieur über den Projektsteuerer bzw. Projektmanager hin zum Regional- und Bereichsleiter durchlaufen.

Welche Wege geht Ihr Unternehmen in punkto Personal?

Meines Erachtens reiht sich der öffentliche Dienst als Arbeitgeber hinsichtlich der Personalneugewinnung und Personalsicherung in eine ganze Reihe Unternehmen ein, die Ihre Mission und ihre Vision klarer und wirkungsvoller darstellen sollten.

Bei einem kleiner werdenden Fachkräftemarkt, mit immer stärkerem Konkurrenzkampf um adäquates Personal rücken die Fragen "Wofür steht unsere Gesellschaft bzw. Unternehmung?" und "Welche Ziele verfolgt unsere Gesellschaft bzw. Unternehmung?" in den Fokus. Gerade im Bereich der Personalneugewinnung müssen hier Attraktivitätsmerkmale für potentielle neue Mitarbeiter und bestehendes Personal benannt werden.

Attraktivität bedeutet hier Identifikationsmöglichkeiten, die neben flexiblen Arbeitszeiten, der Vereinbarkeit von Job und Familie sowie geringen Fahrwegen einerseits zum Halten bestehender Fachkräfte und andererseits zur Neugewinnung von Fachkräften, u.a. für aus dem Dienst ausscheidende Kolleginnen und Kollegen, wichtige Faktoren darstellen.

Aufgrund der Größe der Verwaltung im öffentlichen Dienst wirkt das Vorgehen in der Personalgewinnung und Fachkräftesicherung, gerade in Bezug auf eine Identifikation mit dem Arbeitgeber, durch fehlende, klare Missions- und Visionsdarstellung eher konservativ.

Nachwuchssicherung bedeutet, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, stets das praktische Heranführen an die relevanten Themen, und das nach Möglichkeit auf eine ungezwungene, lockere Art. Ich habe mich gut zehn Jahre stets in den Wintersemestern an meiner ehemaligen Hochschule als Dozent und anschließend als Führungskraft für drei Jahre mit Mitarbeitermotivation intensiv auseinander gesetzt.

Mitarbeiter und gerade auch den Nachwuchs von Morgen zu sichern bedeutet, ihn gewissenhaft zu fördern, Fehler selbst erleben zu lassen und gemeinsam auszuwerten, ohne gleich "die Rübe abzuschneiden".

Motivation entsteht neben dem Funken an Identifikation mit einer Gesellschaft bzw. Unternehmung aus der Übertragung von Aufgaben und Verantwortung, was im Idealfall mit einer Gehaltserhöhung einhergeht.

Auf wen hören Sie beruflich?

Aufgrund meiner bisherigen vielfältigen beruflichen Laufbahn vertraue ich auf meine Erfahrung. Eine wichtige Ratgeberin ist meine Frau, mit der ich nun seit mehr als 13 Jahren verheiratet bin.

In welche (Informations-)Technik investiert Ihr Unternehmen?

Über Investitionen in diesem Bereich habe ich keine Kenntnis.

Welchen Wunsch haben Sie an die Politik?

Ich würde mir wünschen, dass im öffentlichen Dienst der Aufstieg auch in Führungspositionen oder das Übertragen von Verantwortung mehr von der vorhandenen beruflichen Erfahrung abhängig gemacht wird und weniger von einem starren Korsett vorgegebener Laufbahnen.

Wie sieht Ihre individuelle Weiterbildung aus?

Ich bilde mich individuell mit dienstlichen Kursen in Recht, das heißt VOB / BGB-Werkvertragsrecht, sowie im privaten und öffentlichen Baurecht fort.

Welchen Ausgleich haben Sie zum Beruf?

Radfahren, Unternehmungen mit der Familie und ehrenamtliches Engagement.

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