Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 01. Juli 2022
Ausgabe 7620 | Nr. 182 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Nachgefragt bei: Manfred Krieger

# 21.06.2013

Manfred Krieger von der SiB Ingenieurgesellschaft - Jeder Bauingenieur tickt in seiner beruflichen Praxis anders. Arbeitsabläufe und Planungen gestalten sich je nachdem, worauf der Einzelne Wert legt, unterschiedlich. Um den individuellen Eigenschaften erfolgreicher Ingenieure auf die Spur zu kommen und ihre Tipps und Hinweise für den Beruf für andere nutzbar zu machen, heißt es bei bauingenieur24 einmal im Monat Nachgefragt bei ...

Dipl.-Ing. Manfred Krieger...

Manfred Krieger führt die SiB Ingenieurgesellschaft mit 14 Mitarbeitern, welche im Schnitt an 80 ständigen Projekten arbeiten. Foto: SiB Manfred Krieger führt die SiB Ingenieurgesellschaft mit 14 Mitarbeitern, welche im Schnitt an 80 ständigen Projekten arbeiten. Foto: SiB

...ist Geschäftsführer der SiB Ingenieurgesellschaft mit Sitz in Ober-Mörlen in der Nähe von Frankfurt am Main. Neben anderen Spezialgebieten beschäftigt sich die Ingenieurgesellschaft überwiegend mit planerischen und überwachenden Leistungen rund um das Thema Betoninstandsetzung. Mit Manfred Krieger sprach bauingenieur24-Redakteur Fabian Hesse.

Herr Krieger, was fordert Sie gerade besonders in Ihrem Job?

Aktuell haben wir unser optisches Erscheinungsbild etwas verändert und unsere Internetpräsentation moderner gestaltet. Auch werden unsere Kunden ab sofort eine überarbeitete Kundenzeitung erhalten, die weiterhin dreimal jährlich erscheint. Letztlich wurden auch unsere Firmenbroschüren angepasst. Das Ganze hat uns die letzten Wochen und Monate stark beschäftigt. Ich halte die Maßnahmen für notwendig, denn die Qualität unserer Ingenieurleistungen, die wir auf hohem Niveau halten, muss sich auch in unserer Internetpräsenz und dem gedruckten Informationsmaterial widerspiegeln.

Eine ständige Herausforderung ist es, unsere Ingenieurleistungen nicht nur fachlich kompetent, sondern auch in der gewünschten Zeit zu erledigen. Mit einer derzeit guten Auftragslage, haben wir vor Kurzem durch die Einstellung eines Ingenieurs auf den größeren Arbeitsaufwand reagiert.

Wie lange sind Sie schon in der Branche tätig?

Seit meinem Abschluss als Diplomingenieur im Jahre 1982.

Welche Eigenschaften schätzen Sie als Vorgesetzter bei Ihren Mitarbeitern am meisten?

Wichtig ist mir das Engagement meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welches bei uns glücklicherweise hervorragend ist. Man merkt, dass es ihnen Freude macht, an sehr abwechslungsreichen Aufgaben mitwirken zu können, zumal sie in alle Phasen der Projektabwicklung eingebunden sind. Es ist eine Selbstverständlichkeit für sie, auch in Zeiten von Engpässen über das Regelmäßige hinaus Einsatz zu bringen. Als Chef vertrete ich eine open door policy. Aufgrund dieser Faktoren herrscht in unserem Haus ein sehr gutes Arbeitsklima und eine geringe Fluktuation der Mitarbeiter.

Auf wen hören Sie beruflich?

Es ist von elementarer Bedeutung zu hinterfragen, auf welchen Gebieten die Kunden Unterstützung benötigen. Das erfährt man nur, wenn man genau darauf hört, was der Kunde sagt. Die eigenen Wünsche stehen immer hinter dem Bedarf des Kunden. Nach Abschluss eines Projekts fragen wir den Kunden nach seiner Zufriedenheit und können mithilfe seiner Aussagen unsere Leistungsprozesse immer wieder optimieren.

Mit meiner Familie stehe ich ebenfalls im ständigen Gespräch über den Beruf. Ich habe das Glück, mich mit meinen beiden Söhnen, die wie ihr Vater Bauingenieure sind, fachlich austauschen zu können. Auf den Rat meiner Frau höre ich natürlich immer.

In welche Technik investieren Sie?

Wir verfügen über ein Potenzialfeldmessgerät zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit von Korrosionsschäden auf großen Betonoberflächen. Für dieses Fabrikat aus der Schweiz, über das nur wenige vergleichbare Firmen verfügen, haben wir 15.000 Euro ausgegeben. Unsere IT halten wir natürlich durch entsprechende Updates auf dem neusten Stand. Dies quält uns manchmal, gehört aber selbstverständlich dazu.

Wie sieht Ihre individuelle Weiterbildung aus?

Um z.B. die Bauvorlageberechtigung zu behalten nehme ich regelmäßig an entsprechenden Seminaren und Fortbildungen teil. Über meine normale Arbeitszeit hinaus besuche ich zahlreiche Abendveranstaltungen, wie WEG-Versammlungen, um mit Kunden in Kontakt und auf dem neusten Stand zu bleiben.

Welchen Wunsch haben Sie an die Politik?

Durch verschiedene Regelwerke, wie z.B. die Landesbauordnungen, wird vorgeschrieben, dass Betoninstandsetzungen vor Baubeginn beim Deutschen Institut für Bautechnik anzumelden sind. Niemand möchte, dass z.B. ein einfacher Malerbetrieb mit einer Brückensanierung beauftragt wird. Die Prüfung durch vorherige Anmeldung soll dem entgegenwirken.

Obwohl der Staat ansonsten sehr um die Einhaltung von Verordnungen besorgt ist, gibt es hier einen großen Nachholbedarf. Nach meiner Erfahrung laufen derzeit Zweidrittel aller Betoninstandsetzungen ohne Anmeldung. Das ist ein Missstand, den ich als Fremdüberwacher immer wieder feststelle und der behoben werden muss.

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