Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 22. Februar 2019
Ausgabe 6395 | Nr. 53 | 18. Jahrgang
Autor: 
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst bauingenieur24 Informationsdienst Jobs Stellenangebote Stellen Stellenanzeigen email-weiterempfehlendruckansicht

Architekten und Ingenieure sollen Innenstädte lebendig gestalten

# 27.09.2011

Lebendige Innenstädte gehören für die Menschen zu ihrem Lebensgefühl. Diese zentralen Arbeitsaufträge für Architekten und Ingenieure lassen sich aus den Ergebnissen der jährlichen Bevölkerungsumfrage des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) herauslesen.

Lebendige Innenstädte gehören für viele Befragte zu ihrem Lebensgefühl, Foto: Joachim Reisig / Pixelio Lebendige Innenstädte gehören für viele Befragte zu ihrem Lebensgefühl, Foto: Joachim Reisig / Pixelio

Die Bevölkerungsumfrage des BBSR zeigt: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist mit den Lebensbedingungen in der eigenen Stadt zufrieden. Vor allem die Bevölkerung in der Innenstadt schätzt die Nähe zu Bildungs-, Kultur- und Konsumangeboten. Gleichzeitig befürchten viele Befragte, dass die Innenstädte an Attraktivität verlieren.

Lebendige Innenstädte gehören für viele Befragte zu ihrem Lebensgefühl. Geschätzt werden vor allem die vielen Begegnungsmöglichkeiten und Erfahrungen, welche die städtische Öffentlichkeit bietet, sowie das dichte Netz von kulturellen Einrichtungen, Gastronomie und Einzelhandel. Besonders positiv bewerten die Befragten auch die wohnungsnahe Infrastruktur für Dinge des täglichen Bedarfs – etwa Lebensmittelläden, Bankfilialen oder Apotheken.

Schlechter sieht es mit der Beurteilung des Straßenbildes aus. So stören immer wieder Umweltbelastungen durch übermäßigen Verkehr, mancherorts leer stehende Geschäfte und Wohnungen, eine zu hohe Fluktuation in der Nachbarschaft, oder es fehlt das Grün. Wohngebiete in der Innenstadt werden sehr widersprüchlich bewertet: Einerseits gibt es die exklusiven, aufgewerteten Wohnlagen in historischen Altstädten, andererseits die belasteten Wohnlagen an Hauptverkehrsstraßen. Die innerstädtischen Wohnungen werden dennoch fast überall sehr stark nachgefragt, vor allem von jungen Erwachsenen und häufig auch von Haushalten mit geringerem Einkommen.

Viele Befragte sind durchaus bereit, sich für ihre Stadt und ihr Wohngebiet einzusetzen – allerdings in unterschiedlichem Umfang. Nur etwa ein Viertel der Erwachsenen ist für traditionell öffentliche Belange aktivierbar. Hinzu kommt, dass viele Berufstätige kaum Zeit für bürgerschaftliches Engagement haben, sondern vielmehr selbst unterstützende Strukturen für ihre Alltagsbewältigung benötigen. Innerstädtisches Wohnen ist auch durch einen hohen Wechsel der Bewohner geprägt.

Die Umfrage belegt, wie wichtig es ist, die Innenstädte als Standorte für Handel, Gewerbe, Wohnen und Kultur zu stärken. Seit 2009 fördert der Bund gemeinsam mit den Ländern über das Städtebauförderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" die Anstrengungen der Kommunen, die Zentren als Herz unserer Städte zu stärken. Auch das jüngst vorgelegte "Weißbuch Innenstadt" enthält zahlreiche Handlungsvorschläge, wie die Innenstädte und Ortsmitten lebendiger werden können. In den nächsten Jahren werden im neuen Forschungsprojekt "Innovationen für Innenstädte" des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus Modellvorhaben darin unterstützt, bei der Umnutzung großer leer stehender Gebäude oder Flächenbrachen neue Wege zu gehen.

Die Auswertung der Umfrage

kann unter www.bbsr.bund.de in der Rubrik "Veröffentlichungen" als PDF-Version abgerufen werden.

Innenstadt, Politik, Wohnlagen, Mieten, Preise, Lebensgefühl, Bevölkerung, Lebensqualität Politik Städtebau https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/politik/architekten-und-ingenieure-sollen-innenstaedte-lebendig-gestalten/2405.htm 411 de-DE
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/2405