Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst

Building Information Modeling: Bauindustrie für Stufenplan

# 19.02.2016

Schrittweise Ausweitung von Pilotprojekten zunächst im Infrastrukturbereich geplant. Modellbasiertes Arbeiten soll Planungsunsicherheit beseitigen. Verband nimmt öffentliche Auftraggeber in die Pflicht

Politik: BIM-Einführung ab 2017

Mit der stufenweisen Einführung von Building Information Modeling soll vor allem bei Großprojekten der Verkehrsinfrastruktur Planungssicherheit geschaffen werden. Foto: AR.Pics / Pixelio Mit der stufenweisen Einführung von Building Information Modeling soll vor allem bei Großprojekten der Verkehrsinfrastruktur Planungssicherheit geschaffen werden. Foto: AR.Pics / Pixelio

Endlich der Durchbruch? Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will das Building Information Modeling (BIM) ab 2017 stufenweise in öffentliche Bauprozesse integrieren. Zumindest die Bauindustrie unterstützt dies ausdrücklich.

"Mit dem Stufenplan zur verbindlichen Einführung von BIM bei Verkehrsinfrastrukturprojekten in Deutschland halten wir den entscheidenden Schlüssel in der Hand, um in Zukunft Kosten- und Zeitüberschreitungen bei Großprojekten zu vermeiden", so Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB).

Dies gehe aber nur, wenn digitale Werkzeuge durchgängig in der Wertschöpfungskette Bau angewendet werden, betont Knipper. Daher komme es darauf an, dass alle Beteiligten, insbesondere die öffentlichen Auftraggeber, den vorliegenden Umsetzungsfahrplan nutzen und die Schaffung notwendiger Grundlagen vorantreiben.

Building Information Modeling soll Planungssicherheit zurückbringen

Laut HDB setze die Politik mit dem Vorstoß eine der zentralen Empfehlungen der Reformkommission Großprojekte um, die in ihrem Abschlussbericht den Einsatz von BIM als zentral zur Vermeidung von Kosten- und Zeitüberschreitungen identifiziert habe. Die Kommission habe zu Recht steigende Planungssicherheit und damit auch mehr Kostensicherheit im Einsatz von BIM erkannt.

Weitere Verbesserungen der Strukturen und mehr Transparenz verspricht sich die Bauindustrie von der Umsetzung anderer Kernempfehlungen der Kommission, wie etwa beim Risikomanagement und bei der Vergabe. Hierbei könnte BIM ebenfalls eine große Rolle spielen.

Plattform Planen Bauen 4.0 als Zentrum der Digitalisierung am Bau

Mit dem Engagement als Initiator und Gesellschafter auf der Plattform Planen Bauen 4.0 seit Anfang 2015 zeigt sich die Deutsche Bauindustrie von den Vorteilen des digitalen modellbasierten Arbeitens überzeugt. Innerhalb der Plattform solle darauf hin gearbeitet werden, dass allen am Bau Beteiligten die Effizienzpotentiale des digitalen Bauens zugänglich gemacht werden.

Als selbst ernanntes Kompetenzzentrum sieht sich die Plattform Planen Bauen 4.0 als offener Gesprächspartner im Bereich der Forschung, Regelsetzung und Marktimplementierung.

Breite BIM-Einführung bis 2020

Der Stufenplan des Verkehrsministers sieht eine Vorbereitungsphase ab Mitte 2017 vor, während der die Zahl bestimmter Infrastruktur-Pilotprojekte ansteigen soll. Hierbei will man sich unter anderem Maßnahmen der Standardisierung, der Aus- und Weiterbildung, der Klärung rechtlicher Fragen sowie der Entwicklung von BIM-Leitfäden für ein effektives Vorgehen beim Planen und Bauen widmen. Später soll die Zahl der Pilotprojekte abermals erweitert werden, um ab 2020 eine breite Implementierung von BIM erreicht zu haben.

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