Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 28. Februar 2020
Ausgabe 6766 | Nr. 59 | 19. Jahrgang
Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Difu errechnet Investitionsstau in Höhe von etwa 75 Mrd. Euro

# 16.12.2008

Nach Ansicht des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) könnten zusätzliche Investitionen auf kommunaler Ebene Investitionsrückstände zumindest teilweise abbauen.

Bei den Straßen sieht das Difu einen Investitionsrückstand von 30,9 Mrd. Euro, Foto: Redaktion Bei den Straßen sieht das Difu einen Investitionsrückstand von 30,9 Mrd. Euro, Foto: Redaktion

In diesen Tagen wird vielfach auf die im Sommer veröffentlichte Studie des Difu zum kommunalen Investitionsbedarf Bezug genommen. Darin wurde für die Jahre 2006 bis 2020 ein kommunaler Investitionsbedarf von insgesamt 704 Mrd. Euro ermittelt. Dies entspricht jährlichen Investitionen in Höhe von etwa 47 Mrd. Euro (pro Kopf sind das in den alten Bundesländern 8.309 Euro; in den neuen Bundesländern und Berlin 9.439 Euro). Im Vergleich: 2005 wurde ein Investitionsvolumen von rund 40 Mrd. Euro erreicht.

Diese Zahlen umfassen nicht nur den Investitionsbedarf der Kommunen selbst, sondern auch den der kommunalen Unternehmen, die in den vergangenen Jahren jeweils etwa zur Hälfte die kommunalen Investitionen getätigt haben.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich nach Berechnungen des Difu ein Investitionsstau in Höhe von etwa 75 Mrd. Euro angesammelt. Durch ein konzertiertes Programm von Bund, Ländern und Kommunen, verteilt auf die nächsten Jahre, könnte dieser abgebaut werden. Vor allem bei den Straßen (Nachholbedarf von 30,9 Mrd. Euro), den Schulen (6,0 Mrd. Euro) und den Sportstätten (4,4 Mrd. Euro) besteht demnach ein großer Investitionsrückstand.

Der jährliche Erweiterungs- und Ersatzbedarf könnte weitgehend abgedeckt werden, wenn das Investitionsniveau der Kommunen des Jahres 2007 in etwa gehalten werden könnte. In dem Erweiterungsbedarf von 218 Mrd. Euro bis zum Jahr 2020 sind auch notwendige energetische Sanierungen enthalten, die alleine für Sportstätten und Schulen zusammen 4,4 Mrd. Euro ausmachen.

Die Studie

des Deutschen Instituts für Urbanistik wurde gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. und dem Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V. und kann unter dem Titel "Investitionsrückstand und Investitionsbedarf der Kommunen - Ausmaß, Ursachen, Folgen und Strategien" beim Difu oder im Buchhandel bezogen werden.

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