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Freitag, 26. April 2019
Ausgabe 6458 | Nr. 116 | 18. Jahrgang
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Öffentlich Private Partnerschaften: Mehr Akzeptanz dank Transparenz

# 02.11.2011

Die deutsche Bauindustrie will sich gegenüber Politik und Verwaltung für eine transparentere Darstellung von Vertragswerken zu Öffentlich Privaten Partnerschaften (ÖPP) in der Öffentlichkeit stark machen. Der Arbeitskreis ÖPP biete an, zusammen mit Politik und Verwaltung Transparenzstandards zu erarbeiten, die anschließend in einem Transparenzleitfaden, möglichst zwischen den Bundesländern abgestimmt, niedergelegt werden sollten.

Beim A-Modell in der Öffentlich Privaten Partnerschaft übernimmt der private Auftragnehmer Planung, Ausbau, Finanzierung und Betrieb eines definierten Autobahnabschnittes, Foto: Wilhelmine Wulff / Pixelio Beim A-Modell in der Öffentlich Privaten Partnerschaft übernimmt der private Auftragnehmer Planung, Ausbau, Finanzierung und Betrieb eines definierten Autobahnabschnittes, Foto: Wilhelmine Wulff / Pixelio

Das kündigte Thomas Töpfer, Mitglied des Vorstandes der Bilfinger Berger SE, im Anschluss an seine Wahl zum neuen Vorsitzenden des Arbeitskreises ÖPP im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie an. "Der Kritik von Teilen der Gewerkschaften und einigen Nichtregierungsorganisationen können wir erfolgreich nur durch offene Kommunikation begegnen", begründete Töpfer die Initiative seines Verbandes.

Die deutsche Bauindustrie sei bereit, ÖPP-Verträge grundsätzlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zur Verbesserung der Transparenz sollten nach Vertragsabschluss sowohl die Vertragsurkunde als auch die ÖPP-Einzelverträge (Rahmenvertrag, Bauvertrag, Betreibervertrag, etc.), die zugehörige Leistungsbeschreibung für Planung, Bau und Betrieb sowie ergänzende Verdingungsunterlagen des Auftraggebers, die Bestandteil des ÖPP-Vertrages geworden seien, offengelegt werden. Töpfer: "Natürlich muss dabei darauf geachtet werden, dass geistiges Eigentum geschützt wird. Know-how-basierte Wettbewerbsvorteile müssen gewahrt bleiben."

Für die nächsten Jahre erwartet der neue Vorsitzende eine allmähliche Erholung des deutschen ÖPP-Marktes. Mit den Zuschlägen für das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Hochbau und den Ausbau der A9 Hermsdorf-Schleiz im Verkehrswegebau hätten die ÖPP-Investitionen im Juli 2011 das Volumen von 1 Mrd. Euro überschritten. Die deutsche Bauindustrie sei deshalb optimistisch, dass die "Durststrecke des Jahres 2010" überwunden ist.

Töpfer tritt im Amt des Vorsitzenden des Arbeitskreises ÖPP die Nachfolge von Dr. Peter Noé an, der seinen Vorsitz nach dem Ausscheiden als Mitglied des Vorstandes der Firma Hochtief AG niedergelegt hatte. Die Interessen der Firma Hochtief im Vorstand des Arbeitskreises ÖPP nimmt künftig RA Bernward Kulle, Mitglied des Vorstandes der Hochtief Concessions AG, wahr. Dem Vorstand gehören darüber hinaus Dr. Marion Henschel, Geschäftsführerin der Hermann Kirchner Projektgesellschaft mbH, und Dipl.-Vw. Wieland Schaible, Geschäftsführer der Heitkamp ProjektPartner GmbH, an.

ÖPP, Öffentliche Private Partnerschaften, Bauprojekte, Bauvertrag, Vertragswerk, Verkehrswegebau, Hochbau Politik Public Private Partnership https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/politik/oeffentlich-private-partnerschaften-mehr-akzeptanz-dank-transparenz/2420.htm 344 de-DE
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