Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 02. Dezember 2022
Ausgabe 7774 | Nr. 336 | 22. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Baumanagement: Großer US-Anbieter steigt in deutschen Markt ein

# 09.11.2022

Softwarehersteller will Bauakteure auf eigener Plattform Procore zusammenbringen. Live-Auftritt als Exekutivpartner der BIM World Munich 2022. Produktmanager im Interview mit bauingenieur24: Trotz Bedenken in deutschen Bauunternehmen sind wir optimistisch

Procore Technologies, Inc.

Mit seiner Baumanagementplattform will das US-Unternehmen Procore auch in Deutschland erfolgreich sein. Foto: Procore Technologies, Inc. Mit seiner Baumanagementplattform will das US-Unternehmen Procore auch in Deutschland erfolgreich sein. Foto: Procore Technologies, Inc.

Die Procore Technologies, Inc. ist ein weltweiter Anbieter von Baumanagement-Software. Das US-amerikanische Unternehmen mit Hauptsitz in Carpinteria, Kalifornien, hat heute seinen Start in Deutschland bekannt gegeben.

Kernprodukt des 2002 gegründeten Softwareherstellers ist eine digitale Baumanagementplattform für das Baugewerbe.

Den ersten großen öffentlichen Auftritt in Deutschland plant Procore demnächst als "Executive Partner" des internationalen Fachkongresses in München vom 22. bis 23. November 2022.

Andreas Steyer, Product Marketing Manager für Deutschland und Mitteleuropa bei Procore, wird dort eine Keynote halten, in der er über die Bedeutung der Zusammenarbeit auf einer gemeinsamen Plattform für Zukunftstechnologien wie Building Information Modeling (BIM) sprechen will.

bauingenieur24 hat vorab mit Andreas Steyer (AS) über sein Produkt und den Start der Plattform in Deutschland gesprochen:

b24: An wen richtet sich Procore in Deutschland? Wer ist Ihre "Schnittstelle" auf Kundenseite?

    AS: Unsere Kunden in Deutschland sind sowohl Bauherren und Projektentwickler als auch Generalunternehmer sowie Spezialbauunternehmen. Alle brauchen Überblick über den aktuellen Projektstand, Zugriff auf alle wichtigen Dokumente und Kontrolle über ihr Projektbudget.

    Hauptnutzer sind meistens die Projektmanager, aber grundsätzlich wird Procore von allen Akteuren genutzt. Und genau das ist auch unser Ziel. Wir wollen alle Beteiligten eines Projektes auf einer gemeinsamen Plattform zusammenbringen.

b24: Wie schnell kann ein Kunde Ihr Produkt für sein Projekt nutzen? Welche Voraussetzungen braucht es?

    AS: Da Procore eine Cloudlösung ist, muss nichts installiert werden und es wird keine besondere Hardware benötigt. Die Plattform ist sozusagen sofort einsetzbar.

    Jeder Kunde wird außerdem von unseren Implementation-Managern bei der Einführung von Procore in seinem Unternehmen begleitet. Durch diese Unterstützung und aufgrund der hohen Benutzerfreundlichkeit der Plattform können die Kunden sehr schnell produktiv mit Procore arbeiten.

b24: Die Bundesregierung hat gerade erst ihr eigenes BIM-Portal freigeschaltet (s.u.; Red.). Deutschland liegt im internationalen Vergleich bei der flächendeckenden BIM-Einführung zurück. Was stimmt Sie zuversichtlich für die Markteinführung?

    AS: BIM hat in Deutschland zuletzt einen großen Schub bekommen. Das merken wir auch in Gesprächen mit unseren Kunden. Bei der Freischaltung des BIM-Portals war es zudem spannend zu sehen, dass gleich zwei Bundesminister eine ausführliche Rede über BIM gehalten haben.
Produktmanager Andreas Steyer: "Was bisher noch etwas vernachlässigt wird, ist der Einsatz von BIM auf der Baustelle. Dort liegt der Fokus von Procore." Foto: Procore Technologies, Inc. Produktmanager Andreas Steyer: "Was bisher noch etwas vernachlässigt wird, ist der Einsatz von BIM auf der Baustelle. Dort liegt der Fokus von Procore." Foto: Procore Technologies, Inc.
    Was bisher aber noch etwas vernachlässigt wird, ist der Einsatz von BIM auf der Baustelle. Dort liegt der Fokus von Procore. Daher haben wir einen BIM-Viewer entwickelt, den man besonders komfortabel auf mobilen Geräten nutzen kann, sodass man das 3D-Modell mit allen Informationen mit auf die Baustelle nehmen kann, um dort Beobachtungen oder Aufgaben hinzuzufügen oder aufzurufen.

    Die Untersuchungen, die wir im Rahmen unseres Markteintritts gemacht haben, haben uns gezeigt, dass es in deutschen Bauunternehmen zwar nach wie vor Bedenken gibt, ob wirklich alle Beteiligten eines Bauprojektes bereit sind neue Technologien einzusetzen.

    Aber durchgehend alle erkennen die Notwendigkeit einer weitaus konsequenteren Digitalisierung der Baubranche. Das stimmt uns sehr optimistisch.

b24: Procore will den Community-Gedanken innerhalb der Baubranche stärken. Welche Erfahrungen haben Sie bezüglich des Austausches von Baufachleuten auf der Grundlage Ihres Produkts bislang gesammelt?

    AS: Alle am Bau beteiligten Akteure zu vernetzen ist der Grundgedanke von Procore. Das tun wir auf unserer Plattform, direkt und persönlich auf unserer jährlichen großen Konferenz Groundbreak oder online in der Procore Community. Dort tauschen sich bereits mehr als 45.000 Mitglieder in über 130 Gruppen über Procore aus und unterstützen sich gegenseitig.

    Zukünftig gehen wir aber noch weiter. Im Procore Construction Network werden sich alle Unternehmen der Baubranche präsentieren und vernetzen sowie neue Partner, Aufträge und Geschäftsfelder entdecken können.
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