Fachbeiträge & Interviews
Montag, 05. Dezember 2022
Ausgabe 7777 | Nr. 339 | 22. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

BIM: Wie große Modell-Datenmengen mobil genutzt werden können

# 10.06.2022

Catenda aus Norwegen will Markt in D-A-CH-Ländern erobern. Bausoftwareunternehmen geht 2009 aus Forschungseinrichtung hervor. Cloudbasierte Open-BIM-Lösung soll gesamten Bauprozess verändern

Experte: BIM-Modell muss auf die Baustelle

BIM macht glücklich, wenn alle Beteiligten die Chance haben, unmittelbar am Modell zu arbeiten und sich untereinander abzustimmen. Foto: Catenda AS BIM macht glücklich, wenn alle Beteiligten die Chance haben, unmittelbar am Modell zu arbeiten und sich untereinander abzustimmen. Foto: Catenda AS

Wie erleichternd es sein kann, wenn man anstelle von unzähligen Papieren nur ein technisches Gerät zur täglichen Arbeit benötigt, wird jedem Nutzer gleich beim ersten Mal bewusst.

Weniger bewusst sind die Voraussetzungen an Hard- und Software, damit die Vorteile der Digitalisierung des Planens und Bauens mittels Building Information Modeling (BIM) zum Tragen kommen können.

Zum einen müssen mitunter riesige Datenmengen gespeichert und verarbeitet werden. Zum anderen sollten die entsprechenden Speicher- und Kommunikationsmedien leicht und schnell zu bedienen sein.

"Sehr große Daten, wie bei größeren Bau- und Infrastrukturprojekten heute üblich, dürfen kein Hindernis darstellen. Zudem muss ein BIM-Modell natürlich auch direkt auf die Baustelle."

Umfassender und schneller Zugang für BIM-Nutzer entscheidend

Der, der das sagt, ist Michael Müns. Über 20 Jahre war er in den Bereichen Produkt- und Projektmanagement, Marketing, Vertrieb und Business Development beim Bausoftwareunternehmen Softtech tätig. Zuvor hat er als Bauzeichner, später als Architekt in verschiedenen Planungsbüros gearbeitet. Müns kennt daher sowohl die Anwender- als auch die Herstellerseite des Bausoftwaremarktes.

Als zertifizierter Systemcoach hat er sich während seiner Coachings schon oft mit der kollaborativen Zusammenarbeit am Bau, insbesondere bei BIM-Projekten, aktiv auseinandergesetzt. "Die gemeinsame Arbeit am BIM-Modell funktioniert nur dann zur Zufriedenheit aller Projektpartner, wenn sämtliche Teilnehmenden die Chance haben, unmittelbar am Modell zu arbeiten und sich untereinander abzustimmen", so Müns.

Catenda aus Norwegen: Mit Open-BIM-Software seit 2009 erfolgreich

Über offene Links besteht mit Bimsync Arena die Möglichkeit, Modelle mit Dritten, die nicht Teil des Projektteams sind, über einen begrenzten Zeitraum zu teilen. Screenshot: Catenda AS Über offene Links besteht mit Bimsync Arena die Möglichkeit, Modelle mit Dritten, die nicht Teil des Projektteams sind, über einen begrenzten Zeitraum zu teilen. Screenshot: Catenda AS

Seit Kurzem ist der erfahrene Bausoftware-Experte neuer Direktor für die D-A-CH-Region beim international operierenden Bau-IT-Unternehmen Catenda.

Das 2009 in Oslo gegründete Softwareunternehmen hat seine Wurzeln in der norwegischen Forschungsorganisation SINTEF und besitzt heute Niederlassungen in Polen, Portugal, Frankreich, den USA und Deutschland.

2013 führte Catenda Bimsync, eine cloudbasierte Kollaborationsplattform für die gesamte Wertschöpfungskette Bau, in den Markt ein und ist seither massiv gewachsen.

Die CDE-Plattform Bimsync Arena basiert auf den offenen und international standardisierten Austauschformaten IFC, BCF und bSDD von buildingSMART. Ziel ist es, eine durchgängige Zusammenarbeit aller Projektbeteiligter über den gesamten Lebenszyklus eines Bau- oder Infrastrukturprojekts zu ermöglichen.

Firmeneigene BIM-Plattform individuell ausgestalten

2021 wurde das Building Operating System (BOS) für die Verwaltung des gesamten Immobilien- und Bauwerksportfolios eines Unternehmens herausgebracht. Darüber hinaus ist mit Bimsync Boost eine unternehmensindividuelle Lösung für den Aufbau einer firmeneigenen Plattform mit zusätzlichen, spezifischen Funktionalitäten als OEM-Variante verfügbar.

Der neue Catenda-Chef für die D-A-CH-Region zeigt sich sehr überzeugt vom Potenzial der Produkte seines neuen Arbeitgebers: "Bimsync Arena wird die Zusammenarbeit bei Bauprojekten von heute definitiv verändern."

Große Datenmengen ohne spezielle Hardware verfügbar

Erreichen möchte man dieses Ziel unter anderem mit einer neuen mobilen Lösung für Smartphones und Tablets auf der Baustelle. Projektleiter, Bauleiter und Poliere können damit das Baugeschehen mit Fotos dokumentieren, Aufgaben im System erstellen und den Projektpartnern zuweisen.

Zudem können mit dem neuen Bimsync-Viewer besonders große Modelldaten mit handelsüblichen Büro-Computern ohne größere Speicherkapazitäten sehr flüssig betrachtet, verschoben oder gedreht werden. Die neue "Incremental-Rendering"-Technologie passt dabei die Darstellung der Modelle flexibel an die Performance des Rechners an.

Offene Links erlauben zeitlich begrenzten Modell-Zugang für Dritte

Mit dem neuen Bimsync-Viewer können Punktwolken gemeinsam mit dem IFC-Modell angezeigt werden. Diese riesigen Dateien müssen dafür weder heruntergeladen noch explizit auf wesentliche Elemente heruntergebrochen werden. Mitglieder eines Projektteams können aus Punktwolken Aufgaben im BCF-Format erstellen und mit den Partnern teilen.

Über offene Links besteht außerdem die Möglichkeit, Modelle mit Unternehmen über einen begrenzten Zeitraum zu teilen, die nicht Teil des Projektteams sind. Bieterfirmen etwa, die gerne ein Angebot für eine Baumaßnahme abgeben möchten, haben so die Chance, die Modelle über einen Link oder einen QR-Code zu betrachten, Messungen vorzunehmen oder Schnitte zu erstellen.

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