Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 22. Juni 2021
Ausgabe 7246 | Nr. 173 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Steigende Nachfrage: Planungswirtschaft und Kommunen setzen auf Freiburger Startup

# 02.06.2021

Lösungen für Projektmanagement und Gebäudesanierung als Kerngeschäft. Obermeyer und Stadt Augsburg von Anwendungen überzeugt. Alte und neue Investoren geben frisches Geld

Freiburger Softwareunternehmen: zwei Lösungen für das Bauwesen

Viele Kommunen (im Bild: Stadt Augsburg) setzen verstärkt auf digitale Werkzeuge im Bauwesen. Foto: PLAN4 Software GmbH Viele Kommunen (im Bild: Stadt Augsburg) setzen verstärkt auf digitale Werkzeuge im Bauwesen. Foto: PLAN4 Software GmbH

Wer von der Digitalisierung im Bauwesen spricht, darf über einzelne Anbieter konkreter Softwarelösungen nicht schweigen. Ein recht junger Akteur im Bereich der Bausoftware ist die Plan4 Software GmbH aus Freiburg.

Das Unternehmen konzentriert sich derzeit auf zwei Spezialbereiche. Zum einen geht es um das Projektmanagement, zum anderen um die Gebäudesanierung.

Mit dem Projektmanagement-Tool "[email protected]" konnte man bereits die Planungsexperten der Münchner Obermeyer Gruppe überzeugen.

Planungswirtschaft: Pandemie fördert Bedürfnis nach digitalen Lösungen

"Projektarbeit lief bei uns häufig analog mit Klebezetteln und Magnettafeln", berichtet Janine Tsias, Abteilungsleiterin für Innenarchitektur Gesundheitsbau + Ausbauplanung bei Obermeyer. "Spätestens seit Corona brauchten wir aber eine digitale und agile Lösung, da kam '[email protected]' genau richtig."

Das Software-Werkzeug kann ortsunabhängig von jedem Endgerät bedient werden. Es ermöglicht laut Anbieter eine effizientere Kapazitäten- und Ressourcenplanung sowie die lückenlose Dokumentation von Projekten. Wie bei neuen digitalen Anwendungen üblich, will auch Plan4 gemeinsam mit Kunden wie Obermeyer seine Produkte kontinuierlich weiterentwickeln.

Gebäudesanierung: Kommunen fragen verstärkt Spezial-Software nach

Das zweite Standbein der Freiburger Softwareschmiede heißt "GebäudeCheck". Die Anwendung dient der digitalen Bewertung des Sanierungsaufwandes von Bestandsgebäuden. Nutzern verspricht sie eine satte Zeitersparnis von etwa 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Methoden.

Um herausfinden, in welchem Zustand sich das Gebäude befindet und mit welcher Priorität die jeweiligen Sanierungsschritte eingeleitet werden müssen, würden unter anderem regionale Unterschiede mit in die Bewertung einfließen, so die Entwickler. Aktuell werde die Software verstärkt von Kommunen nachgefragt, welche einen hohen Bewertungs- und Sanierungsbedarf für ihren Gebäudebestand verzeichnen.

Stadt Augsburg muss 700 öffentliche Einrichtungen erhalten

Bei der Stadt Augsburg ist die Software bislang in 30 Objekten zum Einsatz gekommen. Man plane die weitere Nutzung für die bautechnischen turnusmäßigen Begehungen und Prüfungen der insgesamt rund 700 Gebäude.

Darunter fallen Verwaltungsgebäude, Turnhallen, Schwimmhallen, Kindertagesstätten und Schulen. Bei der Begehung mit dem Tablet wird der jeweilige Zustand direkt abfotografiert und die Fotos sofort dem jeweiligen Raum zugeordnet.

Gebäudezustand und Sanierungskosten nach Begehung digital erfasst

Die aufwendige Gebäudeanalyse kann durch digitale Anwendungen erleichtert werden. Foto: PLAN4 Software GmbH Die aufwendige Gebäudeanalyse kann durch digitale Anwendungen erleichtert werden. Foto: PLAN4 Software GmbH

"Direkt nach der Begehung liegen alle erfassten Daten übersichtlich sortiert vor", freut sich Matthias Rüther vom Hochbauamt der Stadt Augsburg.

Somit sei sofort nach der Begehung klar, in welchem Zustand sich die einzelnen Räume des jeweiligen Gebäudes befinden und wie hoch die Kosten für die Sanierungen sind.

"Wenn es jetzt um Entscheidungen zu anstehenden Sanierungen geht, kann auf Datenbasis der Software eine fundierte Entscheidung getroffen werden", so Rüther.

Eine Zeit- und Kostenersparnis, Transparenz sowie eine komfortable Nachbearbeitung sind die Vorteile, welche Thorsten Harig, Geschäftsführer von Plan4, von kommunaler Seite genannt bekommt.

Neue Finanzierungsrunde bringt Millionenbetrag durch Investoren

Das von Investoren unterstützte Software-Unternehmen konnte aufgrund der guten Auftragslage zuletzt erfolgreich neues Geld akquirieren. Über eine weitere Finanzierungsrunde wurde ein knapper Millionen-Betrag zugesagt.

Zu den bisherigen Investoren, der BitStone Capital Management GmbH aus Köln sowie den international agierenden Gesellschaften Sprengnetter und Rudolf Müller, kamen dabei laut Plan4 weitere hinzu, darunter die Caitano Capital GmbH aus Düsseldorf.

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