Fachbeiträge & Interviews
Montag, 21. Oktober 2019
Ausgabe 6636 | Nr. 294 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Straßenplanung: Software-Tool prüft räumliche Linienführung

# 27.05.2009

Mit dem Produkt "VIS-All Straße" liegt seit diesem Jahr erstmalig ein Software-Tool vor, das bei der Umsetzung der "Hinweise zur Visualisierung von Entwürfen für außerörtliche Straßen (H ViSt)" hilft. Bauingenieuren soll das Programm auch helfen, ihre Leistungen besser zu verkaufen.

Mittels des Sichtstrahlenmodells prüft der Planer mit VIS-All Straße seinen Planungsentwurf auf Defizite in der räumlichen Linienführung, Abb.: Software Service John Mittels des Sichtstrahlenmodells prüft der Planer mit VIS-All Straße seinen Planungsentwurf auf Defizite in der räumlichen Linienführung, Abb.: Software Service John

Die Entwicklung des Programms wurde notwendig, um den Anforderungen der H ViSt gerecht zu werden, die von der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen (FGSV) entwickelt worden ist. "Künftig werden alle bei uns aufgestellten Straßenentwürfe eine protokollierte Prüfung der räumlichen Linienführung nach den H ViSt enthalten", erklärt Peter Galiläer, Baudirektor im Autobahnamt Dresden. "Nachdem nunmehr erste Software-Lösungen für eine Prüfung nach den H ViSt bereitstehen, haben alle von uns beauftragten Planungsbüros diese Prüfungen im Rahmen des Entwurfprozesses vorzunehmen und zu dokumentieren", so Galiläer weiter.

Galiläer bezieht sich dabei auf die Mitte 2008 von einer Arbeitsgruppe der FGSV aufgestellten Hinweise zur Visualisierung von Entwürfen für außerörtliche Straßen, welche den wissenschaftlichen Erkenntnisstand in der Forschungsgesellschaft dokumentiert. Damit wird dem Planer eine Methodik an die Hand gegeben, bereits im Planungsstadium sicherheitsrelevante Defizite zu erkennen und seine Entwürfe mit Blick auf kritische Sichtschatten wie Tauchen und Springen, verdeckte Kurvenbeginne oder gestalterische Defizite zu optimieren.

Dirk-Hendrik John erläutert die VIS-All Technologie auf der CeBit 2008 dem Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus und dem Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz, Foto: Software Service John Dirk-Hendrik John erläutert die VIS-All Technologie auf der CeBit 2008 dem Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus und dem Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz, Foto: Software Service John

Diese erarbeitete Methodik zur Prüfung der räumlichen Linienführung wurde nun erstmalig durch die Firma Software Service John aus Ilmenau in ihrem Softwareprodukt "VIS-All Straße" umgesetzt und steht damit für eine durchgängige Anwendung in der Straßenplanung zur Verfügung. "Wir wurden von der Arbeitsgruppe angesprochen, dieses Modul zu entwickeln, da erkannt wurde, dass ein Hilfsmittel für die Arbeit mit der H ViSt unabdingbar ist", erklärt Entwickler Dirk-Hendrik John. Vor knapp zwei Jahren sei der Auftrag erfolgt. Bei dem Softwareunternehmen habe man das Marktpotenzial überprüft und sich dann zur Entwicklung entschlossen, um ein neues Marktsegment zu erschließen.

Das System arbeitet systemunabhängig: "Wir können Daten von praktisch jedem gängigen System einlesen", erklärt Dirk-Hendrik John. Unabhängig vom verwendeten Entwurfsprogramm bietet "VIS-All Straße" für Planer die Möglichkeit, Straßenplanungsentwürfe dreidimensional zu visualisieren und auf sicherheitsrelevante Defizite in der räumlichen Linienführung nach der H ViSt zu prüfen.

Die ersten Erfahrungen mit der Neuentwicklung sind bislang aus Johns Sicht positiv: "Der Bedarf ist da, immer mehr Ämter entscheiden sich für die Software-Lösung, um den Anforderungen gerecht zu werden. Auf der anderen Seite können Ingenieurbüros ihre Leistung so besser verkaufen", erläutert Dirk-Hendrik John.

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