Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 21. August 2019
Ausgabe 6575 | Nr. 233 | 19. Jahrgang
Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Auf der längsten Fußgängerbogenbrücke über den Rhein

# 29.06.2007

Die neue Fußgänger- und Radwegbrücke zwischen Frankreich und Deutschland verbindet die Städte Weil am Rhein und das französische Huningue. Mit einer freien Spannweite von 235 Metern soll sie die längste Fußgänger-Bogenbrücke der Welt sein.

Die neue Rheinquerung / Kostenpunkt: Rund 9 Millionen Euro oder 38.300 Euro je Meter Brücke, Foto: Stahl-Informations-Zentrum / Feichtinger Architectes, Fotograf: David Boureau Die neue Rheinquerung / Kostenpunkt: Rund 9 Millionen Euro oder 38.300 Euro je Meter Brücke, Foto: Stahl-Informations-Zentrum / Feichtinger Architectes, Fotograf: David Boureau

Die 248 m lange Hauptbrücke hat ein Eigengewicht von 1.021 Tonnen Konstruktionsstahl. Die Stahlquerschnitte der nördlichen, senkrecht stehenden doppelten Bogenträger wie auch der korrespondierenden Hauptträger (als sechseckigen Stahl-Kastenträger) wurden auf die Abmessungen 1000/700 mm bzw. 600/400 mm ausgelegt. Stahlrohre mit einem Durchmesser von 600 mm bzw. 300 mm bilden den Querschnitt des in 16° Neigung stehenden südlichen Bogenträgers sowie des südlichen Hauptträgers. Trotz der asymmetrischen Anordnung ergibt sich ein ausgewogenes System. Eine orthotrope Platte, d.h. längs und quer versteifte Stahlbleche, bilden das Brückendeck.

Aus den geometrischen Beziehungen ergeben sich 5,5 bis 7,0 m lange Querträger. Nur 14 m liegt der Bogenhochpunkt über der mit einem Dünnbelag versehenen Laufebene. Diagonal angeordnete Hänger, als offene und galvan-verzinkte Spiralseile mit einem Durchmesser von 30 bis 60 mm, verbinden die Bögen mit den Hauptträgern des Decks. Die Konstruktion wurde weitestgehend im Werk vorgefertigt. In einer Feldwerkstatt direkt am Rhein erfolgte dann die Endmontage sowie das Aufbringen der letzten Deckbeschichtung. Schwerlastkräne hoben die Stahlkonstruktion auf Pontons, ehe sie über ein Spannseilsystem in ihre vorbestimmte Lage eingeschwommen werden konnte.

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