Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 23. Juni 2021
Ausgabe 7247 | Nr. 174 | 20. Jahrgang
Autor: Joachim Förster
Herausgeber: Donges Stahlbau GmbH, Darmstadt email-weiterempfehlendruckansicht

Talbrücke Weißeritz verbindet Tunnel

# 03.09.2001

Hubmontage der bis zu 240 Tonnen schweren und über 36 Meter langen Stahltröge auf die Pfeiler der Talbrücke "Weißeritz" / Zusammengeschweißt tragen sie den ca. 220 Meter langen und 14 Meter breiten Überbau der Stahlverbundbrücke und verbinden die beidseitigen Tunnelröhren im Verlauf des Neubaues der Bundesautobahn A17 Dresden-Prag

Hubmontage der bis zu 240 Tonnen schweren und über 36 Meter langen Stahltröge auf die Pfeiler der Talbrücke "Weißeritz", Foto Donges Stahlbau GmbH Hubmontage der bis zu 240 Tonnen schweren und über 36 Meter langen Stahltröge auf die Pfeiler der Talbrücke "Weißeritz", Foto Donges Stahlbau GmbH

Darmstadt - Innerhalb weniger Tage konnte die Donges Stahlbau GmbH mehrmals auf ihre Großbrücken-Aktivitäten in Dresden aufmerksam machen. Nach dem symbolischen Rammstoß für den Ersatzneubau der "Flügelwegbrücke" über die Elbe Ende Mai 2001 begann auch die Stahlmontage der ca. 220 Meter langen Talbrücke "Weißeritz", Autobahn Dresden-Prag. Bis Mitte Juli 2001 werden eintausend Tonnen Stahl in Tag- und Nachtschichten für den ersten Richtungsfahrbahn-Brückenüberbau montiert. Donges erhielt diesen Auftrag von der für das Gesamtbauvorhaben verantwortlichen Walter Bau AG.

Im Zuge des Bundesautobahn-Neubaues der A17, Dresden-Prag, ist zur Überquerung des Weißeritztales südwestlich von Dresden ein Brückenbauwerk erforderlich, das außerdem den Dölzschener- und den Coschütz-Autobahntunnel miteinander verbindet. Etwa in halber Höhe des Taleinschnittes, ca. 30 Meter über dem Talgrund, verläuft die Talbrücke Weißeritz auf zwei getrennten Fahrbahnen. Jede Richtungsfahrbahn besitzt zwei Fahrspuren und eine Standspur. Sie verbinden zwischen zwei steil aufragenden Felshängen die vier Tunnelröhren in einem Achsabstand von 25 Metern und überbrücken die Tharandterstraße, den Fluß Weißeritz sowie die zweigleisige DB-Strecke Dresden-Werdau.

Die bis zu 100 Tonnen schweren und ca. 36,50 Meter langen, im Werk Darmstadt vorgefertigten Bauteile wurden vor Ort am Boden zu Stahltrögen und auf den Pfeilern zu Dreifeldträgern zusammengeschweißt. Ein Gittermastraupenkran hebt die bis zu 240 Tonnen schweren Stahltröge mit einem 80 Meter hohen Hauptausleger millimetergenau auf die Pfeiler. Bei teilweiser Vollsperrung der Straße und der DB-Gleise bei Nacht verfolgen viele Schaulustige vom Ufer und von den Bergen, wie die Stahlbaumonteure die riesigen Bauteile haargenau zusammenfügen. Nach Abschluß der Stahlmontage beginnt sofort die Fertigstellung des Überbaues, da dieser für den Transport des Abraums des Coschütz-Tunnels genutzt werden soll. Der Bau der Gegenfahrbahn erfolgt bei gleichem Montagekonzept im Spätherbst 2001.

Die als Dreifeldträger in Stahlverbundbauweise konzipierten Brücken erhalten je einen 14 Meter breiten Überbau und sind für die Brückenklasse 60/30 nach DIN 1072 sowie MLC 50/50-100 bemessen. Der geometrisch sehr anspruchsvolle Überbau folgt im Grundriß der Form einer Klothoide, während die variable Bauhöhe durch eine Parabelform bestimmt wird, die einen gevouteten Überbau mit Bauhöhen von drei Metern an den Widerlagern und viereinhalb Metern auf den Pfeilern messen. Wegen der schiefwinkligen Kreuzung mit den Talflanken weisen die Brücken unterschiedliche Längen und Stützweiten auf. Das vom Autobahnamt Sachsen gebaute Brückenbauwerk "Weißeritz" hat eine Gesamttonnage von ca. 2.100 Tonnen wetterfestem Stahl und ein Auftragsvolumen für die Donges Stahlbau GmbH in Höhe von ca. neun Millionen Mark.

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Donges Stahlbau GmbH, Darmstadt
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