Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 23. Juni 2021
Ausgabe 7247 | Nr. 174 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Dr.-Ing. Wolfgang Sundermann
Herausgeber: Werner Sobek Ingenieure GmbH email-weiterempfehlendruckansicht

WTC e.XTRA - Stellungnahme Werner Sobek Ingenieure

# 14.09.2001

Der Aufprall der Flugzeuge verursachte durch die Verletzung wesentlicher Teile der Tragstruktur starke Beschädigungen der Gebäude

Aufräumarbeiten am World Trade Center, Foto: Ian Jacobs Aufräumarbeiten am World Trade Center, Foto: Ian Jacobs

Die beiden Türme des World Trade Center in New York wurden 1968 bis 1972 erbaut. Sie waren zum Zeitpunkt der Fertigstellung mit einer Gesamthöhe von 410 m die höchsten Bürogebäude der Welt. Die Gebäude wurden in einer Stahl-/ Verbundbauweise errichtet. Die Abtragung der Windlasten erfolgte durch ein biegesteifes System aus fassadennahen Stützen und Riegeln (framed tube). Dieses Tube war für Hurican-Windangriffe ausgelegt (Windgeschwindigkeiten bis 240 km/h). Die im Gebäudeinneren angeordneten Stützen dienten im Wesentlichen der Aufnahme der inneren Deckenlasten. Der Aufprall der Flugzeuge verursachte, durch die Verletzung wesentlicher Teile der Tragstruktur, starke Beschädigungen der Gebäude in den betreffenden Geschossen.

Die Gebäude hielten jedoch der Wucht des eigentlichen Flugzeuganpralls stand. Durch die großen Mengen Kerosin wurden schwere Brände mit einer enorm hohen Brandlast verursacht. Die fortschreitende Erwärmung und die damit verbundene Schwächung der brandgeschützten Stahltragelemente in den betreffenden Geschossen führte letztlich zu deren Versagen. Nach dem Einsturz, insbesondere der lokalen inneren Tragelemente, prallten die über der Einsturzstelle der Flugzeuge gelegenen Geschosse auf die Geschosse unterhalb der Einschlagstelle. Diese Geschossdecken konnten der Wucht des Aufpralls nicht standhalten, was dann zu einem nach innen gerichteten dominoartigen Versagen des gesamten Hochhauses führte.

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Werner Sobek Ingenieure GmbH
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